Alle Wege führen nach Almaty
Während meiner Zeit in Kasachstan bin ich immer wieder nach Almaty zurückgekehrt. Ganz freiwillig war das nicht, denn ohne eigenes Auto ist es schwierig, sich länger von der Stadt...


Veröffentlicht: 02.09.2025


































Bischkek ist die Hauptstadt Kirgistans und mit rund 1,2 Millionen Einwohner:innen die mit Abstand größte Stadt des Landes. Überraschend ist, dass sie vollkommen flach auf nur 800m Höhe liegt, obwohl 95% der Landesfläche zum Hochgebirge zählen. Durch die vergleichsweise geringe Höhe ist es hier deutlich wärmer als in den übrigen Regionen des Landes, während ich diesen Artikel schreibe sind es sommerliche 28°C.
Mir hat Bischkek sofort gefallen. Zwar wird in der ehemaligen sowjetischen Planstadt an allen Ecken gebaut und der Verkehr ist teils ziemlich abenteuerlich, insgesamt geht es hier aber weniger trubelig zu als in Almaty. Besonders schön ist die Nähe zu den Bergen: Direkt an die Stadt grenzt die „Kirgische Kette“, ein Teil des Tian Shan, dessen höchster Gipfel fast 5000m erreicht. Auch ländlichere Gegenden erreicht man schnell. Gestern zum Beispiel haben nur 15 km vom Stadtzentrum entfernt erst eine Herde Pferde und kurz darauf ein paar gemütliche Kühe die Straße blockiert.
Auch essenstechnisch kann ich mich in Bischkek echt nicht beklagen: Wassermelonen gibt es für 1,50 € (das Stück, nicht das Kilo!), Lagman schmeckt hier super und die Auswahl an Keksen und Snacks in den Supermärkten ist riesig. Gleichzeitig findet man auch Restaurants aus aller Welt. Vorgestern haben Philipp und ich zum Beispiel eine wirklich gute Pizza gegessen, heute wollen wir Koreanisch essen gehen.
Sehr präsent ist das Bemühen der kirgisischen Regierung, Geschichte und Kultur lebendig zu halten. Es gibt ein gut ausgestattetes Kunstmuseum, in dem hauptsächlich kirgisische Künstler:innen ausstellen, mehrere kleinere Ausstellungen zum kirgisischen Epos "Manas" sowie zahlreiche Statuen und Skulpturen, die durch Infotafeln auf Englisch erklärt werden. Für jemanden wie mich, der sich mit der Region bislang nur wenig auskennt, ist das ziemlich spannend.
Das eigentliche Highlight (so abgedroschen das auch klingt) sind aber die Menschen. Ich bin selten in einem Land so herzlich empfangen worden wie hier. Selbst in der Großstadt begegnet man überall Interesse und Freundlichkeit: Vom Taxifahrer, der uns spontan zum Essen eingeladen hat, über Abenteuerlustige, die kurzerhand bei unserem Ausflug im Mietwagen mitgefahren sind, bis hin zu jungen Erwachsenen, die Deutsch lernen, um später in Deutschland Medizin zu studieren. Diese Gastfreundschaft und Offenheit für andere Kulturen haben sofort dafür gesorgt, dass ich mich in Kirgistan willkommen und beinahe wie zuhause fühle.
PS: Die Fotos der letzten Tage habe ich unsortiert gelassen, so gewinnt man hoffentlich einen guten Eindruck von unserer bunten Zeit hier (und ein bisschen Bequemlichkeit war auch im Spiel 😉).
