Einstimmung auf China und Singapore
Bevor mir die Reisevorbereitungen meine ganze Zeit rauben, stimme ich mich schon einmal in meinem Reiseblog auf die kommende Asienreise ein. Dabei möchte ich alle Leser noch...

Veröffentlicht: 17.09.2026











Für den Flug von Wien nach China benötigten wir in diesem Jahr ein One-Way-Ticket, da die Rückreise über Singapore erfolgen soll. Auf der Suche nach günstigen Tickets stieß ich auf die Fluggesellschaft Hainan Airlines, welche das beste Angebot für diesen Tickettyp geboten hat. Ich war natürlich wegen des günstigen Preises skeptisch, aber die Erfahrung übertraf dann alle Erwartungen. Mit viel Platz im modernen Flugzeug Dreamliner, großer Beinfreiheit, Reisepaket mit Zahnreinigungsset, Hausstrümpfe und Schlafbrille, schmackhaftes Essen und mit einem außergewöhnlich freundlichen und aufmerksamen Personal überzeugt diese chinesische Fluggesellschaft. Wir sind begeistert.
Hainan Airlines hat einen Flug-Hub in Chengdu, weshalb wir also an diesen modernen Flughafen umsteigen müssen. Nach neun Stunden Flug kommen wir in Chengdu an. Es ist die Hauptstadt der Provinz Sichuan (genau, da wo der Pfeffer wächst) und eines der dynamischsten Regionen im Westen von China. Viele Unternehmen, wie CATL oder Sanofi, haben hier Forschungseinrichtungen und Industriebetriebe angesiedelt. Chengdu ist auch ein bedeutendes Zentrum alter Zivilisationen in China. Die Sanxingdui-Archäologie ist von herausragender Bedeutung, da sie das Verständnis der frühen chinesischen Zivilisation grundlegend erweitert hat. Sie belegt die Existenz einer hochentwickelten, eigenständigen Bronze-Kultur im Einzugsgebiet des oberen Jangtse, die parallel zur Shang-Dynastie im Zentralen Flachland existierte. Eine spektakuläre Entdeckung aus dem letzten Jahr zeigt zudem, dass die dortigen Bronzen bereits vor rund 3000 Jahren bemalt wurden. Dies verschiebt die bekannte Geschichte der bemalten Bronze in China um fast ein Jahrtausend nach hinten. Zu dieser alten Kultur und dem Sanxingdui-Museum gibt es Schautafeln und gestalterische Elemente im Verbindungsgang zwischen Terminal 1 und Terminal 2 auf dem Chengdu Tianfu International Airport.
Hierher, nach Chengdu, wird mich garantiert in Zukunft noch eine Reise bringen, um diese zivilisatorischen Schätze kennenzulernen. Für uns geht es aber erst einmal weiter nach Beijing (Peking).
Auf dem zweieinhalbstündigen Flug ist das Essen dann zwar reichlich, aber nicht mehr so schmackhaft. Egal, wir dösen eh nur zwischen Schlaf und Erschöpfung hin und her. Am Flughafen Capital in Beijing docken wir am Terminal 2 an, welches gegenüber all der Moderne in China irgendwie aus der Zeit gefallen scheint. Begeistert bin ich aber von den Schaumstoffkissen, die auf dem Gepäckband installiert sind, damit die Koffer und Taschen weich fallen und nicht beschädigt werden. Das habe ich noch an keinem anderen Flughafen gesehen.
Unser Fahrservice wartet schon mit seinem großen und bequemen Elektroauto auf uns, so dass die letzten 250 Kilometer unserer Anreise zu unserer Wohnung in Cangzhou zum bequemsten Reiseabschnitt werden. In dem Onvo L80 haben wir Massagesitze und können als Fondpassagiere über einen eigenen kleinen Touchscreen die Klimaanlage einstellen. Der Fahrer lässt das Auto über weite Strecken autonom fahren und schaut in dieser Zeit seine Nachrichten auf dem Smartphone an. Übrigens kostet die dreistündige Fahrt inklusive der Autobahngebühr nur 38 Euro. Von der Haustür in Deutschland zur Haustür in China sind wir 28 Stunden unterwegs gewesen.
