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Hoi An im Regen! Fluch oder Segen?

Veröffentlicht: 20.11.2025

Fahrt
Saigon → Hoi An
Vietnam
Flug
HUI → SGN
Economy
Fahrt
Hoi An → Hoi An Strand
Hoi An, Vietnam
Spaziergang
Hoi An → Trần Phú
Trần Phú

1993, 2003, 2023, 2025.

Als wir Hoi An 1993 zum ersten Mal besuchten, war es nicht mehr als ein historisches, chinesisches Hafenstädtchen: die Bausubstanz marode, ein einziges Hotel, in dem einige wenige, nicht viel mehr als eine Hand voll Touristen beherbergt werden durften. Vietnam hatte sich wenige Wochen zuvor erst geöffnet und die Reisebeschränkungen im Land weitgehend aufgehoben. Bei unserem zweiten Besuch 2003, zehn Jahre später, war die Stadt nicht wiederzuerkennen. Zwischenzeitlich zum Weltkulturerbe erhoben, hatte regelrecht ein Boom eingesetzt. Die Altstadt war größtenteils restauriert, unzählige kleine Geschäfte und luxuriöse Hotels waren aus dem Boden geschossen. Eine touristische Perle, Stadt der Laternen und Lampions.

Weitere zwanzig Jahre später, 2023, hätten wir Hoi An gerne besucht. Wir waren im November unterwegs. Aus Hanoi kommend schafften wir es nur bis Hue. Dann setzte derart heftiger Regen ein, dass die Straßen in Zentralvietnam überflutet wurden, nach Hoi An zu gelangen, war nicht möglich. Mit einem Taxi ist es uns gelungen, zum Flughafen von Hue zu kommen, bevor auch dorthin sämtliche Zufahrten überflutet waren, und nach Saigon zu fliegen. Wir haben später gehört, dass der Fahrer, der uns zum Flughafen gebracht hatte, aufgrund von Straßensperrungen nicht mehr in die Stadt zurückgelangte.

2025: Es ist erneut November. Vor wenigen Wochen ist ein heftiger Taifun über die Philippinen und Vietnam gefegt, auch Hoi An wurde überflutet. Nachdem wir jedoch vernommen haben, dass die wesentlichen Flutschäden beseitigt seien, entscheiden wir, es zu wagen - Wetter hin, Wetter her! Weiterer Regen ist angesagt, aber solange nicht nochmals ein Taifun droht, lassen wir es darauf ankommen. Die Neugier, was sich in den vergangengen 22 Jahren verändert hat, obsiegt.

Auf der Fahrt von Saigon nach Hoi An konnten wir viele heftig verwüstete Küstenabschnitte sehen: zerstörte Häuser und Hütten, entwurzelte Bäume, angewehter und angeschwemmter Müll entlang der Route, ein von der Straße gefegtes Auto an einem Berghang. In Hoi An steht der Fluss hoch; einige Straßen unmittelbar am Ufer stehen knöcheltief unter Wasser, aber die Geschäfte und Restaurants wurden in bemerkenswert kurzer Zeit gereinigt: keine Spur davon, dass den Menschen das Wasser - im wahrsten Sinne - bis zum Hals stand.

Vorgestern, am ersten Tag nach unserer Ankunft, mieten wir ein Moped und fahren hinaus zum Strand von Hoi An. Wir hatten gelesen, wie sehr touristisch Hoi An geworden sei, und deshalb überlegt, ob wir nicht lieber ein Hotel ein wenig außerhalb der Stadt am Meer nehmen sollten. Beim Anblick der Verwüstung staunen wir über unsere Naivität: Wie konnten wir annehmen, dass ein anbrandender Orkan an den Stränden keine Spuren hinterlassen hätte!? Nicht wenige Traveller hat es hierher verschlagen, wir schätzen uns glücklich, in der Stadt untergekommen zu sein.

Während des Tages setzt Regen ein. Eigentlich nur leicht, dennoch steigt der Wasserpegel in der Stadt binnen kürzester Zeit, die Regenfälle an den Hängen der Berge im Hinterland müssen erneut kräftig gewesen sein. Die Einwohner Hoi Ans nehmen es routiniert. Dort, wo Läden drohen, überflutet zu werden, wird schnellstens geräumt und verladen. Die Bootsführer, die überlicherweise die Touristen am Ufer ansprechen, fahren, ihre Touren anbietend, bis weit in die Gassen der Stadt hinein. Für uns Touristen ist es ein Erlebnis!

In der Nacht stehen wir staunend vor dem Hotel, wo der Wasserspiegel inzwischen kniehoch angestiegen ist. Trotz großer Besorgnis und der drohenden Mühsal reagieren alle rundum ruhig und gelassen. Es wird viel gelacht.

Gestern, am zweiten Tag, haben wir erneut ein Moped gebucht. Ich hätte mich wohl getraut zu fahren, aber der Besitzer des Hotels blickt uns ob des Hochwassers skeptisch an und schlägt vor, wir sollten lieber Fahrräder nehmen. Selten habe ich das Fahrradfahren so genossen, was für ein Spaß! Und mit Sicherheit angenehmer, als durch das Wasser zu waten!

Parallel zum Fluss führt quer durch die Altstadt die Trần Phú, die Straße, auf der sich auch jetzt im Regen die Touristen drängen. Wir gewinnen eine vage Vorstellung, wie es in der Hauptreisezeit aussehen mag. Für uns erweist sich die Regenzeit als Segen, Hoi An auf neue, außergewöhnliche Weise zu entdecken.


Auf einen Blick

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Wetter
Regenzeit
Begleitung
Zu zweit
AbenteuerlichAbseits der PfadeEntspannend
  • Hoi An bei Hochwasser und Regen
  • Mopedfahrt zum Strand
  • Fahrradfahren durch überflutete Straßen
  • Boote in den Gassen der Altstadt
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