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Einmal Zentralamerika to go, bitte! - Dana und Julian berichten

México #5 - Mérida

Der nächste Stopp unserer Reise war Merida, die Hauptstadt Yukatans. Aus historischer und kultureller Sicht ist es die wohl interessanteste Stadt der Halbinsel. 


Historisches

Während eines geführten morgendlichen Stadtrundgangs haben wie viel über Mayakulturen, Kolonisierung und Unabhängigkeit der Halbinsel erfahren. Über vier Jahrtausende hinweg haben sich Mayastämme in Mesoamerika verbreitet und eine hochentwickelte Kultur geschaffen.

Der vermeintliche Zerfall der Hochkultur begann mit der Ankunft der Spanier Ende des 15. Jahrhunderts. Hier in Merida erbauten die Spanier Ende des 16. Jahrhunderts die erste Kirche auf dem Festland der amerikanischen Kontinente. Zum Bau dieser Kirche und weiterer bedeutender Gebäude wurden Mayatempel abgebaut, um deren akkurat gefertigten Steine zu verwenden. Obwohl Heiligtümer und ganze Bibliotheken aus Mayaschriften verbrannt wurden, haben die Kolonisten es nie geschafft, die Mayakultur komplett aus Yukatan zu verbannen. 

Die Koexistenz der Kolonialgeschichte und der Mayakultur scheint hier heute sehr gut zu funktionieren: So leben hier noch einige Mayastämme und viele Mexikaner sehen Maya immer noch als ihre Muttersprache an. 

Durch die Verbrennung der Kulturgüter der Maya existieren heute nur noch drei originale Mayabücher, eines davon ist in Dresden ausgestellt. Die Sprache, welche nach heutigem Stand aus über 900 Schriftzeichen besteht, wurde lange Zeit als unlösbares Rätsel betrachtet und drohte in Vergessenheit zu geraten. Bis der russische Soldat Yuri Knorozov sich 1945 die Lösung des Mayacodes zur Lebensaufgabe machte. Ohne selbst in Yucatan gewesen zu sein, knackte er, durch den eisernen Vorhang abgeschottet, die Sprache und eröffnete somit ganz neue Möglichkeiten die Hochkultur zu verstehen. 

Unabhängigkeitsbestrebungen

Durch die dichte Bewaldung Yukatans war man in der Vergangenheit praktisch nur auf dem Meeresweg mit dem Rest Mexikos verbunden. Diese Distanz und politische Meinungsverschiedenheit nutzte Yukatan Anfang des 19. Jahrhunderts mehrfach um Unabhängigkeit zu erlangen.

Als es 1847 jedoch zu einem Kastenkrieg zwischen der indigenen und der spanischstämmigen Bevölkerung kam, sahen die niedergeschlagenen Kreolen keine andere Möglichkeit als Mexiko um Unterstützung zu bitten. So stand am Ende mehrerer kurzer Phasen der Unabhängigkeit die endgültige Wiedervereinigung. 

Doch zurück in die Gegenwart…

In Merida haben wir zwei weitere positive Erfahrungen mit CouchSurfing gemacht und zum ersten Mal in Hängematten geschlafen. Mit unserem ersten Host Ceasar und zwei Freunden haben wir eine Tour zur Cenote Yaxbacaltun gemacht, welche zu einem echten Abenteuer wurde.

Es stellte sich heraus, dass einige Mexikaner trotz der traumhaften Strände und Cenoten nicht schwimmen können und sehr großen Respekt vor dem Wasser haben. Während wir auf der Hinfahrt auf der Ladefläche des Pickups gebrutzelt wurden, begann es auf der Rückfahrt so heftig zu schütten, dass die Weiterfahrt hinten auf der Ladefläche unmöglich war. 

Izamal

Einen weiteren Ausflug haben wir in „die gelbe Stadt" Izamal gemacht. Zu Ehren des päpstlichen Besuches haben die Bewohner die ganze Stadt in Vatikan-gelbe Farbe gehüllt und seither gefallen daran gefunden. Auch befindet sich in der Stadt die riesige Mayapyramide „Kinich Kakmó". Aus der Ferne unterschätzt man deren enorme Ausmaße, da sich die Natur die unteren Stockwerke zurückgeholt hat.

Zwischen all den Touristenattraktionen hat uns die authentisch mexikanische Lebensweise hier in Merida sehr gut gefallen. Als nächstes werden wir wieder etwas touristischer in Bacalar unterwegs sein.


Saludos!

D&J

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