Petit Paris - Dalat
Der Weg führt uns nun ins Landesinnere von Vietnam, wir sagen der Küste adieu. Für unseren Flug nach Dalat hieß es sehr sehr früh aufstehen - um 3.30 Uhr klingelte der Wecker,...

Veröffentlicht: 08.11.2016
Für unseren zweiten Tag in Da Lat haben wir eine Tour durch den Dschungel von Vietnam gebucht. Wir starteten unsere Expedition pünktlich 8:37 Uhr.
Reiseführer Mingh und Fahrer Phuog entpuppten sich als lustige Gesellen.
Unser erster Abschnitt führte uns über kleine Kaffeeplantagen. Nachdem wir gestern eine große Plantage besucht haben, konnten wir uns hier in den Bergen ein Bild von der schweißtreibenden Arbeit kleiner Familienbetriebe machen.
Bei einer Steigung von gefühlten 45° kamen wir bereits das erste Mal ordentlich ins Schwitzen.
Auf dem weichen und feuchten Lehmboden entdeckten wir die Abdrücke von Crossmotorrädern. Wie sich herausstellte, waren es aber nicht die Spuren von Enduros, sondern Abdrücke der Ketten an den Hinterrädern der kleinen Mopeds der Kaffeebauern, die ihren Feuerstühlen somit mehr Gripp beim Herunterfahren der Ernte und beim Erklimmen der Berge verleihen sollten.
Wir konnten erahnen, welche Arbeit hier nicht nur während der Ernte geleistet wird. Und das für folgenden Lohn: Die Bauern erzielen für 1 kg Kaffeebohnen umgerechnet weniger als 1 US-DOLLAR, verkauft wird das Kilo gemahlener Kaffee in unseren Supermärkten für 16 Euro. Ein weiterer Grund, zukünftig wieder öfter Fairtrade zu kaufen und bewusster mit Dingen umzugehen.
Weiter ging es 2 Stunden lang bergauf u.a. an jahrtausendealten Bäumen vorbei, die auch im Red Book der UNESCO zu finden sind. Wir sahen traumhafte Schmetterlinge, kleine Leguane und Eichhörnchen, lauschten dem gewaltigen Orchester der Zikaden - erstaunlich, wie laut ein so kleines Insekt sein kann - erfuhren, wie heilsam und gefährlich Pilze des Dschungels sein können oder ließen die Atmosphäre einfach nur auf uns wirken. Dabei lief uns das Wasser in Bächen vom Körper - feine Sache, denn so kamen wir wenigstens noch zur gewünschten Ausdauereinheit. Unsere Sachen standen vor Dreck, wir sahen aus, wie man eben aussieht, wenn man draußen spielt.
Ein wenig erinnerte uns die Urwüchsigkeit an die Wildheit des Darßwaldes.
Auf dem Gipfel angekommen, trafen wir eine weitere Gruppe: Franzosen (Vater, Tochter ) mit ihrem vietnamesischen Guide. Die Tochter lebt in Berlin. Wir waren uns nicht sicher, ob sie die Tour auch so toll fand wie ihr Vater.
Schließlich stiefelten wir weiter dem Ziel entgegen. In 2 Stunden möchten wir unser Ziel, einen traumhaft gelegenen See, den PARADISE LAKE, erreichen. Wir wollen die Strecke schnell bezwingen und nicht durch weitere Pausen zeitlich verlängern. Die Strecke ist anspruchsvoll aber sehr schön. Unser Guide hat Glück, dass wir fit sind. Wir kämpfen uns weiter durchs Dickicht, rutschen über Wurzeln, bis sich uns endlich Licht am Ende des Waldes zeigt. Glücklich stehen wir inmitten einer geschützten Welt, die bis vor wenigen Jahren noch von Brandrodungen bedroht war.
Wir sehen den See und spüren den Hunger. Nach weiteren 45 Minuten an wilden Pferden vorbei und unter Pinien hindurch, sitzen wir endlich am Ufer des PARADISE LAKEs, blicken auf eine tolle Landschaft und lassen uns die selbst zubereiteten Sandwiches mit Gurke, Tomate, Käse, Chilli, Pork und Kräutern sowie das Dessert aus Kuchen und Obst schmecken. Mingh, unser Tourguide, zauberte die vielen leckeren Dinge eins-zwei-drei aus seinem Rucksack, inklusive eines Erste Hilfe Sets, hervor.
Wir erfuhren, dass Land hier hektarweise an Banken verkauft wird und der Bodenpreis top secret ist.
Die ersten Exemplare moderner Architektur konnten wir am Flussufer bewundern. Wenn das die neue Richtung sein soll, wäre sie aus unserer Sicht keine Sackgasse. Moderne Häuser, gut aufeinander abgestimmt, in einer bezaubernden Landschaft.
Müsste man aus Deutschland fliehen oder einfach nur ausreisen, wäre Da Lat ein schöner Ort zum Leben.
Da uns der Rückweg ausschließlich an der Straße entlanggeführt hätte, ließen wir uns von Phuog abholen und gemütlich ins Hotel schaukeln; schließlich hatten wir bereits 14 km hinter uns und um 16 Uhr bereits den nächsten Termin: Unser Honeymoon Bad von gestern. Nur eins sei an dieser Stelle gesagt: Die Vietnamesen wissen wie SPA geht. Ein wohltuender Abschluss eines anstrengenden Tages.
Mit Than, unserem Guide durch den Nationalpark vom 9.-11.11., besprechen wir die Details für die kommenden Tage und finden nach einem leckeren Dinner gerade noch die Zeit für den Tatort vom Sonntag. Wir sind glücklich HIER sein zu können.
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