vogel-fliegt-aus
vogel-fliegt-aus
vakantio.de/vogel-fliegt-aus
Zuletzt in Indonesien

Phnom Penh – im Dschungel der Grosssdtadt

Veröffentlicht: 28.04.2026

Unterkunft
Sun and Moon Urban Hotel
Hotel · Phnom Penh
Sehenswert
Riverside
Phnom Penh, Cambodia
Sehenswert
Heartbreak Bar
Phnom Penh, Cambodia
Sehenswert
Phnom Penh
Phnom Penh, Cambodia

Auf meiner Reise durch Südostasien kam ich am 18. Dezember 2024 zum erstenmal nach Phnom Penh. Ich stieg im "Sun and Moon Urban Hotel" ab, einem modernen Viersterne-Haus mit Pool und Bar auf der Dachterrasse, Spa und Gym, das trotzdem nur etwa 40 Euro pro Nacht kostet. Das "Sun and Moon" liegt im Quartier Riverside und mitten im Rotlichtviertel. Hier reiht sich eine Nachtbar an die andere, dazwischen einzelne Restaurants, Open-Air-Friseure, Massagesalons und in den Strassen Stände, an denen Essen zubereitet oder Früchte und Gemüse verkauft werden, Tuktuks, Taxis, Motorräder, Transportkarren.

Vor jeder Bar sitzen, dicht gedrängt, Frauen auf Stühlen und Barhockern und versuchen, Passanten anzulocken. Wenn man hier als alleinreisender Mann, sogar im Grossvateralter, abends auf die Strasse tritt, wird man aus allen Richtungen mit "Darling" angerufen, und einige Frauen stellen sich einem in den Weg und versuchen theatralisch, einen in ihr Etablissement hineizuziehen.

Das Angebot ist hier grösser als die Nachfrage; es gibt bedeutend mehr Frauen als potenzielle Kunden, und die Frauen, viele von ihnen vom Land, versuchen verzweifelt, ein paar Dollars zusammenzukratzen, um sich und ihre Familien am Leben zu erhalten. (In Kambodscha ist der US-Dollar neben dem lokalen Riel offizielles Zahlungsmittel; an jeder ATM kann man wählen, in welcher Währung man das Bargeld beziehen will.)

Somaly hat einen Uni-Abschluss in Banking and Finance und arbeitet am Internationalen Flughafen, doch das Gehalt von etwa 500 US-Dollars im Monat reicht nicht für den Unterhalt ihrer Mutter, ihrer Tochter und ihrer selbst. Also kommt sie abends in die Heartbreak Bar an der Street 130 in Riverside, rund eine Motorrad-.Stunde von ihrem Haus entfernt. Hier spielt sie Pool-Billard mit Touristen und lässt sich sogenannte Lady Drinks spendieren: Diese kosten fünf US-Dollars, von denen Somaly zwei behalten darf. Somaly geht notfalls auch mit aufs Hotelzimmer. Was dort passiert (und ihr etwa 50 Dollar einbringt), hasst sie aber zutiefst.

Prunk und Elend

Noch mehr als Reisfelder und Ochsengespanne, Palmenhaine und Flusslandschaften faszinieren mich in Südostasien die Millionenstädte wie Bangkok, Kuala Lumpur, Manila, Hanoi, Ho Chi Minh Stadt (ehemals Saigon) oder Phnom Penh: In den einen Quartieren protzen sie mit Wolkenkratzern, Shopping-Centers, Hotelpalästen, Boulevards, Pärken und Plätzen mit Denkmälern und Springbrunnen und Prachtbauten aus der Kolonialzeit wie dem Präsidentenpalais in Hanoi oder dem zentralen Postamt in Ho Chi Minh Stadt.

In Hoh Chi Minh Stadt bestaunt man auf einer Bootsfahrt auf dem Saigon-Fluss die mächtigen Büro- und Wohnsilos, die sich an den Flussufern türmen. Oder man besucht den ehemaligen Palast des südvietnamesischen Präsidenten mit seiner Parkanlage und den sowjetischen Panzern, mit denen die kommunistischen Nordvietnamesen 1975 die Hauptstadt des mit den USA verbündeten Südens eroberten.

In Phnom Penh wiederum flaniert man durch die prachtvolle Anlage des Königspalastes mit ihren golden in der Sonne schimmernden Gebäuden und üppigen Gärten.

In anderen Stadtteilen verliert man sich in schmalen Gässchen mit schiefen Häusern, Strassenküchen, Hostels, Gemüseläden, Coiffeuren, Schneidern und dem Gedränge von Menschen, Handkarren, Motorrollern und streunenden Hunden und Katzen. Nimmt man noch den Strassenlärm hinzu, die Musikfetzen, die aus Lokalen schwappen, das Gebell der Hunde und die Geruchsmischungen aus Frittieröl, Gewürzen, Abgasen und Düften, die aus der Kanalisation emporwabern, entsteht ein Amalgam, wie man es nur in Grossstädten findet.

Doch dann schlendere ich durch das Rotlichtviertel in Phnom Penh, schäkere mit den Bargirls, spiele Pool-Billard mit ihnen, lasse mir ihre Geschichten erzählen, spendiere den einen oder anderen Lady Drink. Und mir wird bewusst, wie ungemein privilegiert ich bin, dass ich, der keine finanziellen Sorgen hat, mir diesen tausendfachen Überlebenskampf von Tausenden Menschen wie ein Theaterstück vorführen lassen kann.  

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
1 Tag
Budget
40 € pro Tag
Begleitung
Allein
KulturellAbseits der PfadeSolo
  • Erste Ankunft in Phnom Penh
  • Aufenthalt im Sun and Moon Urban Hotel
  • Abend im Rotlichtviertel von Riverside
  • Pool-Billard und Lady Drinks in der Heartbreak Bar
StadtEssenNachtlebenGeschichte
  • Hotel pro Nacht40 €
  • Lady Drink5 $
vogel-fliegt-ausWie ein Newsletter: jeder neue Beitrag kommt per Mail.
Antworten

Kambodscha
Reiseberichte Kambodscha
#grossstadt#hanoi#saigon#phnom-penh#redlight#bars#pool-billard