Stoppover Shanghai
Mit 300km/h ging es per Magnetschwebebahn vom Airport in die City von Shanghai. Erster Eindruck: Äußerst sauber, gepflegt, nicht überfüllt, wenig Verkehr. Mag auch daran gelegen...

Veröffentlicht: 09.03.2026
Per Bus ging es vom Flughafen in die Hauptstadt Vietnams. Gegen 20 Uhr erreichte ich die wuselige Altstadt und bahnte mir meinen Weg durch die mit Motorrollern, Straßenküchen und Touris gefüllten Straßen zum 'Little Charm Hostel'.Nach dem Bargeld und Simcard besorgt waren, schlenderte ich über den Night Market, eine langgezogene Straße voller Stände mit Gegrilltem, Fake Markenkleidung und Handwerk. Am (original) Dong Xuan Market - meine ostdeutschen und Berliner Mitlesenden wissen Bescheid - verlies ich den Touri Hotspot und gönnte mir das erste Banh Mi¹ der Reise. Den weiteren Abend schlenderte ich ziellos durch die crowded Altstadtgassen, unter zahllosen Vietnam- und Hammer-und-Sichel-Wimpeln hindurch. Nach einem Gute Nacht Bierchen verabschiedete ich mich in Richtung Senkrechte.
Nach bitter nötigen 10h Schlaf startete mein Morgen mit einem Pain au Chocolat und einem Cocos Latte in einem von Touris überlaufenen Café nahe des Hồ Hoàn Kiếm Sees - selbst Schuld wenn man den Empfehlungen des Reiseführers folgt. Während des Spaziergangs entlang des Sees lichteten sich langsam die Touri Massen und ich passierte ein Märtyrerdenkmal zu Ehren der zivilen Opfer des Vietnamkriegs sowie etliche Frauengruppen, die scheinbar anlässlich des internationalen Frauentags in schicker Kleidung mit Blumen für Fotos posierten. In Vietnam steht bald die Wahl des Nationalkongress und der Volksräte an, weshalb die Menschen auf etlichen Wahlplakaten mit sozialistischer Ästhetik der alten Schulen an ihre Bürgerpflicht erinnert - ein scheindemokratischer Schwindel im Einparteienstaat.
Nach dem sich mit Phở Lườn (Hühnersuppe) und Trà đá (Zitroneneistee) gestärkt wurde, schlenderte ich zur berühmten Train Street, die durch Instagram und Co Berühmtheit erlangte, weil sich hier mehrfach am Tag ein massiver Zug mit Diesellok nur wenige Zentimeter zwischen Cafés und Menschen sie Straße durchquetscht. Zufällig kam kurz nach meiner Ankunft auch ein Zug und bei einer ersten Bierpause wohnte ich dem social media wirksamen Spektakel bei. Kurz nach dem der Zug weg war, räumten alle Cafébesitzer hektisch ihre Stühle rein und kommandierten ihre Gäste ins Ladeninnere, denn drei Cops traten auf den Plan. Anscheinend ist die ganze Nummer nicht so ganz legal...
Gebucht über Grab (vietnamesische Über), ging es per unterhaltsamer Rollerfahrt durch die 8 Mio Metropole zum Mausoleum von Onkel Ho. Das dortige Museum über das Leben von Ho-Chi-Minh und dem mit seiner Person verbundenen Widerstand gegen die französische Besatzung und später die amerikanischen Invasoren wirkte didaktisch überholt und unstrukturiert, war aber trotzdem einen Besuch wert. Vor dem eigentlichen Mausoleum machte ich nur kurz einen Fotostopp bevor ich abermals via Grab zum imperialen Zitadelle von Thăng Nội fuhr. Das mitten in der Stadt gelegene Areal diente zeitweise als Königssitz und beherbergte im Vietnamkrieg wichtige unterirdische Kommandoräume. Im Anschluss wurde noch die zwischen zwei Seen gelegene Chùa Trấn Quốc-Pagode, eine buddhistische Heiligenstädte, besichtigt.
Nach einem Boxenstopp im Hostel und der Buchung der Tour nach Ninh Binh für den nächsten Tag ging es stilecht per Rollerfahrt zur größten Sportstätte der Kapitole dem Hang Day Stadium, denn das Hauptstadtderby Hà Nội FC vs. Công An Nhân Dân (CAHN) stand an. Das Ticket wurde für drei Euro bei einer random Frau auf der Straße gekauft, Einlasskontrollen gab es keine, dafür aber kühles Dosenbier für 60 Cent. Das Stadion präsentierte sich als ehrwürdige Betonschüssel, die auf den Hintertorseiten jeweils offen zur Stadt war. Auf der Gegengeraden zeigten sich die Fangruppen der beiden Vereine gut gelaunt und lautstark. Nach der vietnamesischen Nationalhymne wurde angepfiffen und es entwickelte sich eine unterhaltsame Partie. Mit etwas Feuerwerk feierten die Fans des Hanoi FC schließlich den etwas glücklichen 2:1 Sieg.
Zurück in der Altstadt ging es nach einer Bùn riê, einer Suppe mit Muscheln, Rindfleisch, Garnelen und Wurst (!?), schließlich ins Bett um für den kommenden Tag (der Wecker wurde auf 6:30 Uhr gestellt) genug Erholung zu finden.
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1. Ein unter dem Einfluss der kolonialen Besatzung durch Frankreich entstandenes belegtes Baguette, im Original u. a. mit Leberpastete.
