Hoi An - Day 2
Das Hotel war günstig, aber trotzdem sehr nett, wobei vor allem die sehr hilfsbereite Rezeption in Erinnerung bleibt. Das inkludierte Frühstück war allerdings etwas merkwürdig....

Veröffentlicht: 19.03.2026















Nach einiger Zeit stellte ich fest, dass meine (rassistisch konotierte?) Vorstellung einer Chinatown keineswegs der Realität entsprach. Ich erwartete zwielichtige Straßen, Feuerwerkskörper, exotische Tiere, Waffen... Tatsächlich bekam ich lediglich Shops mit traditionellen, medizinischen Kräutern, Zigaretten und Glückspiellosen zu sehen; also neben den ganz normalen Geschäften und Restaurants. Auffällig war in HCMC und eigentlich in den meisten Orten Vietnams, dass es kaum Fußgänger gibt. Die Bürgersteige werden für die Verkaufsstände und die Sitzbereiche der Restaurants und Imbisse genutzt. Die Leute fahren mit dem i.d.R. mit dem Motorroller direkt bis ans Ziel. Nach einem Bierchen am Straßenrand stolperte ich in eine Art chinesisches Kulturfestival, dass neben Essensständen und einem Tempel mit einer verrückt dekorierten Bühne aufwartete.
Per Grab fuhr ich nun zum abendlichen Flower- and Foodmarket. Hier gab es wirklich wilde Sachen zu futtern: In vielen Aquarien schwammen Fische und Meerestiere und warteten darauf, auf dem Teller der vielen Besucher zu landen. Zigverschiedene Muscheln, Schnecken, Krebstiere, Riesenasseln (angeblich besser als Hummer) werden neben gebratenen Feldratten und Hühnerfüßen (beides Delikatessen) und weiteren Grillspezialitäten angeboten. Ich entschied mich für einige ordinäre Fleischspieße, gegrillten Oktopus und Bier.
Planlos schlenderte ich weiter und traf auf einen sehr belebten und schön illuminierten Park. Ich traf den US-Veteran Rick, der 1967 in Vietnam gedient hatte, und mich einfach ansprach. Er und seine vietnamesisch aussehende Ehefrau waren sehr nett. Kritische Fragen zu seiner Zeit im Krieg traute ich mich nicht zu stellen. Auf dem Weg Richtung Hostel näherte ich mich unverhofft der Bùi Viện Walking Street - offensichtlich die Partymeile der Stadt. Hier spielten Coverband westliche Hits, Tänzerinnen und Tänzer animierten die Leute und Leuchtreklame sorgte für buntes Licht. Man konnte unangenehme Touris beobachten, Prostituierte warben Freier an und Party People bekamen an den Clubeingängen Shots direkt in die Kehle gekippt. Die Szenerie beobachte ich von einem Kiosk aus, bei dem ich Nora aus Malaysia kennenlernte, die auch alleine reiste. Gemeinsam guckten wir uns das bunte Treiben an und lachten über das dargebotene Chaos. Nach einem Gute Nacht Snack machte ich mich endgültig Richtung Hostel.
