velochicas
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Huaraz, Peru

Veröffentlicht: 05.09.2016

Eine wunderschöne, recht angenehme, verschlafene achtstündige Busfahrt bringt uns nach Huaraz. Wir sehen gleichmal schneebedeckte ca 6000m hohe Berge, viele Leute auf der Straße und haben ein gutes Gefühl bei der Wahl unseres Reiseziels. Rucksäcke rauf und wie unsere Gefühl und unsere "großn Goschn" uns so schön leiten, finden wir auch gleich mal unsere Hostel :) eingecheckt und die Partynacht mit den Jungs kann starten! Wir trinken ein traditioneslles anscheinend sehr gesundes Getränk Namens "tschu tschu" und danach gefühlte zehn "Piso con limon". Ihr könnt euch vorstellen, dass wir wie die Principessas geschlafen haben.

Right now sind wir in unserem Zimmer in Huaraz! Es ist das billigste Zimmer das wir finden konnten für 10 soles die Nacht für jede von uns, was umgerechnet ca. 3€ sind. Neben uns schlafen Bauarbeiter und in dem Haus wohnt auch mindetens eine Familie. Hier in Huaraz haben wir Carlos und Alan kennen gelernt, oder besser gesagt haben mit Carlos über couchsurfing Kontakt aufgenommen! Die zwei Jungs helfen uns alle Sachen für unseren morgigen Trip zu checken. Carlos schaut aus wie ein Indianer, ist 27 Jahre alt und arbeitet in einer Brauerei, was uns natürlich von Anfang an gleich sehr symphatisch war. Alan hat ziemlich viele Jobs unter anderem führt er mit einem Freund gemeinsam die Unterkunft die wir gerade bewohnen! Es gibt nur arschkaltes Wasser und total durchgelegene Matratzen aber wir fühlen uns wohl. Wie gesagt machen wir morgen einen 4 Tages trip in die Berge, der Track heißt santa cruz und wir werden ihn auf eigene Faust gemeinsam mit zwei Burschen aus Deutschland machen. Heute haben wir alle Sachen die wir brauchen gekauft und ausgeborgt, nun sind in unseren Rucksäcken, Essen für 4 Tage, Schlafsäcke, ein Zelt und ein t- shirt und ein Unterhosal zum umziehen! Wir werden auf 4000m aufsteigen und sicher total schöne Aussichten genießen. Was wir in den letzen Tagen gelernt haben, wir sind chicas sin plan und wir werden keine Probleme haben, weil wir sind das Problem 😉

Santa cruze track Am 28.August stehen wir schon um halb sechs auf, ok wir sind schon um 5 hellwach im Bett gelegen, weil wir doch etwas aufgeregt sind. Zähneputzen, katzenwäsche und los gehts zur Avenida Antonio, wo wir an der Ecke bei der blauen Schule Max und Marius, zwei deutsche Jungs treffen! Marius und Max haben wir zufällig in einem tour Büro kennen gelernt, als wir uns über den track informiert haben! Die Burschen haben uns angequatscht weil sie uns zugehört haben und auch vorhatten denselben track wie wir zu machen. So quatschten wir ein bisschen und beschlossen zusammen dieses Abenteuer anzustarten. So saßen wir um sechs Uhr morgens in einem Colectivo das uns nach Vaqueria, welches im parque national huascarán liegt bringt. Die Fahrt dauert eine halbe Ewigkeit, wir fahren eine geschotterte wirklich brutale Bergstraße hoch. Es rumpelt und pumpelt ganz schön. Unterwegs sehen wir den höchsten Berg von Peru (Huascarán) der. 6768m hoch ist. Die Aussicht ist echt ein Traum und würde der Arsch nicht so wehtun und wäre es nicht ultra eng, könnten wir uns vorstellen noch länger im Colectivo zu sitzen. So sind wir aber ziemlich froh, dass wir nach zwei Stunden endlich ankommen. In der Höhe von 3400m essen wir ein pan mit huevo (Brot mit Ei), trinken eine instand Kaffee uns dann gehts los auf den ultimativ schönen santa cruze track. Die nächsten 4 Tage gehts mit einem Haufen Gebäck am Rücken, ganz abgeschieden von der Zivilisation Berg auf und Bergab. Gleich am Anfang haben wir uns um ein einhalb Stunden verlaufen, was sehr gut für unsere Fitness war :) Endlich auf dem richtigen Weg gehts mal drei Stunden ganz mäßig und gemütlich bergauf bis wir zum ersten checkpoint kommen. Hier tragen wir uns in ein Buch ein, ein Mann kontrolliert ob alles seine Ordnung hat. Hier machen wir auch eine kurze Pause, essen ein paar Nüsse und befüllen unsere Wasserflaschen mit frischem Wasser, das wir durch einen Wasserfilter laufen lassen. Das Marius einen Wasserfilter mithat kommt uns auf dem track öfter zugute. Noch ein bisschen Akroyoga ein paar Handstände und weiter geht der trip. Rund um uns sind mega hohe Berge, teilweise mit einer schönen weißen Schneehaube bedeckt, kleine Bergflüsse, unendlich viele Stechmücken, Lamas, Kühe, Esel und verschiedenste Sträucher und Blumen. Der sandige, steinige track schlängelt sich zwischen den Bergen durch Nebelwälder immer weiter Richtung Gletscher. Es ist wunderschön in den Bergen, Ruhe umgibt uns und das Gehen ist eine willkommene Meditation für uns. Iris und ich sind mega schnell unterwegs, unsere Fitness überrascht uns selbst, den Burschen laufen wir immer wieder davon, doch warten wir auch wieder zusammen. Max's Rucksack ist so schwer, dass er nach einiger Zeit schon fast nicht mehr kann. Ich nehme ihm den gefühlte 30kg schweren Rucksack für die letzte Stunde, wo es nur mehr gerade aus geht ab. Puh da hab ich mir was vorgenommen, echt scheiß schwer dieses Teil, aber mein Ehrgeiz ist groß, bis zum nächsten Camp trage ich den verdammten Rucksack. Wir wandern durch eine schöne bewaldete Ebene auf der sich Lamas und Esel verköstigen. Iris und ich gehen quer Feld ein und müssen über eine gatschige Fläche, "das geht schon Iris da kann man draufsteigen" patsch und schon steh ich bis zu den Knöcheln im dicken Schlamm! Iris hat's ein bisschen gescheider gemacht und bleibt Schlammfrei, dennoch haben wir eine rießen Gaude. Auf den letzten Metern vor dem Camp beginnt's zu regnen, nur ganz leicht zu unserem Glück. Wir sehen schon eine große Grünfläche neben einem Fluss, da werden wir wohl unsere Nachtlager aufschlagen. Zack zack bevor es dunkel wird werden Zelte aufgebaut, Schlafsäcke und Mätlis ausgerollt und der Gaskocher parat gemacht. Als alles steht, gibts zuerst einmal einen warmen Cocatee, es ist nämlich schweinekalt hier oben. Von der einen auf die andere Minute wirds auch schon voll dunkel. Jetzt wir das Abendessen gekocht. Es gibt instandnudel und ein Stück brot. Sogar an die Nachspeise haben wir gedacht, ein kleines Stück Schocki für jede von uns. Wow ihr könnt euch gar nicht vorstellen, um acht Uhr sind wir schon so müde, dass wir uns in die Zelte zurück ziehen. Ein Schauer zieht sich durch unsere Körper doch Arsch zu Arsch kuscheln wir uns zusammen uns binnen weniger Minuten sind wir auch schon im Land der Träume. Die erste Nacht in den Bergen war sehr angenehem, um halb Acht (schon etwas spät) stehen wir auf. Iris und ich sind natürlich beide davon überzeugt, dass wir bei dieser Kälte auch noch in den mega kalten Fluss baden müssen. Die Jungs halten uns für verrückt, wir hingegen sind ganz schön frisch und munter nach dem erfrischenden Bad. Nun gibts ein warmes echt gutes Frühstück für uns alle. Haferflocken mit Trockenfrüchten, frische Äpfel und Bananen und das ganze mit Wasser auf dem Gaskocher aufgekocht, hmmmm lecker das stärkt uns für den bevorstehenden harten Tag! Um ca. zehn Uhr gehts los. Ziemlich entspannt leicht Bergauf. Natürlich durch ein malerisches Tal. Zwei 6000der vor uns und blauer Himmel und Sonnenschein begleiten uns. Es geht schon etwas steiler hinauf und durch die extreme Höhe pumpen unsre Herzal schon ganz schön. Als wir dachten auf dem Pass zu sein legen wir eine Pause ein, warten auf die Jungs und essen eine Kleinigkeit (Stück Schocki, eine mini Banane und ein paar Nüsse)! Und weiter gehts, der Gletscher rückt immer näher und zu unserem Bedauern müssen wir feststellen, dass der Pass erst vor uns liegt- oh nein! Das Gehen wird immer schwerer, schon fast nach jedem zweiten Schritt müssen wir stehen bleiben. Iris und ich motivieren uns immer wieder gegenseitig mit Sätzen wie "nur mehr eine halbe Stunde, dann sind wir da" oder "wir haben schon mehr als ein viertel geschafft" oder "oben gibt's Sonne und Schockolade"! Unsere Burschen haben wir nun total abgehängt, wir sehen sie nicht einmal mehr, doch gehen wir weiter Richtung Gipfel! Ihr könnt euch nicht vorstellen wie dünn die Luft auf 4000m wird, da kann man echt nur mehr schwer Atmen. Nun fängt es auch noch an zu sch eien, hehe und wir in kurzen Hosen. Es ist dieser Styropor Schnee, der eigentlich ganz angenehm ist. Zwischendurch wird es echt ganz schön hart und wir müssen mit uns kämpfen, jedoch sagen wir uns immer wieder, dass wir das locker schaffen. Im Kopf kreisen Gedanken, wie "wenn das andere schaffen, schaffen wir das locker" oder "es gibt kein Zurück, da müssen wir jetzt rauf". Ganz im Gehen versunken höre ich von Iris plötzlich " nur mehr zwei Kurven und dann gibts Sonne und Schocki"! Die letzten Meter steigt sie Motivation und jawohl wir sind am Gipfel angelangt auf dem Punta union auf 4750m juuuhhhuuuuu!!!! Wir sind die stärksten velochicas 🙂 Der Anblick lässt die ganze Anstrengung vergessen, der eisblaue Bergsee am Fuße der Gletschers, die Geräusche des brechenden Eises und die wunderschöne Aussicht in das nächste Tal. So hoch oben waren wir wohl noch nie in unserem bisherigen Leben!!! Glück durchflutet genießen wir diese wunderbaren Gefühle und ja wir warten noch immer auf Max und Marius, wo sind nur unsere Burschen, es wird schon kalt hier oben! Und ja nach einiger Zeit kommt Marius zwischen dem Felstor hindurch und etwas später auch Max, beide sind etwas mitgenommen, doch freuen sie sich mega, den Gipfel erklimmt zu haben! Der Weg runter war dann nicht mehr ganz so anstregend. Leider hat es unterwegs voll zu regnen begonnen, es war arsch kalt, wir hatten kein Wasser mehr und das Zeltaufbauen im Regen war recht beschissen! Aber gut wir legten uns in unser mini Zelt, rauchten genüsslich eine Zigarette und dann gings zu den Burschen. Zu viert hockten wir in dem echt bequemen Zelt und kochten wieder mal instandnudel. Irgendwann hat es auch aufgehört zu regnen und wir legten uns schlafen. Der morgen war wunderschön, die Aussicht ein Traum, mit einer Eisschicht am Zelt und einem leckeren Frühstück. Schon früh brachen wir die nächste Etappe an. Der Tag war mega gemütlich, nach ca. zwei Stunden laufen kamen wir zu einem traumhaften blauleuchtenden Bergsee, an dem wir alle unsere Sachen zum Trocknen auslegten und ein kurzes Bad nahmen. Auf dem track blieben ein paar Schaulustige stehen und beobachteten unseren Sprung ins kühle Nass. Noch eineinhalb Stündchen wandern und da fanden wir auch schon den Platz für unser nächstes camp. Wir fühlten uns, als hätten wir eine Festung neben einem Fluss erobert, bauten alles auf, tranken Liter weise heißen cocatee und Marius machte noch ein paar voll schöne Bilder mit Sternen und Zelten, bevor es ins Bett ging. Der letzte Tag hat begonnen. Wir genossen den sonnigen Morgen und lassen uns ganz schön lange Zeit bevor wir den letzten Abschnitt des tracks angehen. Wir wandern durchs Paradis, ein eisblauer wilder Fluss neben uns, total schön bewachsene Bäume zieren das Flussbett, wilde Kühe- Pferde und Esel begegnen uns und wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Der letzte Abschnitt führt durch einen canyon, steil bergab voller Felsen und Schotter. Schon bald können wir das Tor zwischen zwei Bergen sehen. Iris " hier entlässt uns der Berg wieder". Freude durchströmt kommen wir nach Cochapampa wo der mächtige, vielseitige, wunderschöne santa cruz track endet. Die Taxifahrt nach Caraz ist ziemlich aufregend. Zu siebt sitzen wir in einem Taxi und Unterwegs haben wir einen Autounfall. Ein mototaxi fährt frontal in uns hinein. Zum Glück ist niemanden etwas passiert, doch die zwei jungen Fahrer sind ganz schön traurig. Sie tun uns Leid. Nach langem warten geht es jedoch weiter. In Caraz steigen wir in ein colectivo und ca. 3 1/2 Stunden später erreichen wir Huaraz. Ab unter die warme dusche, die wir uns jetzt leisten, noch ein Abendessen mit den Jungs und ab ins wohlig warme, extra laute Bett. Am nächsten Morgen spüren wir unseren ganzen Körper und vor allem unsere total zerstochenen Beine, Iris hat auf einem Bein 36 schmerzende, angeschwollene Moskito oder Fliegenstiche (wir sind uns nicht ganz sicher), bei mir sind es nicht ganz so viele, doch juckts uns beide abartig. Wir fahren gemeinsam mit unseren Burschen in eine "Wellnessoase" in chancos. Es gibt hier ein etwas dreckiges aber entspannendes warmes Becken und natürliche Saunen direkt im Berg, die leider etwas stärker nach Urin riechen- doch man gewöhnt sich daran und wir können und voll gut entspannen 😉 Zurück gehts nach Huaraz ein zwei "tschutschuasi", was hier unser Lieblingsgetränk ist. Hier treffen wir auch Alan und Carlos und erzählen ihnen von unserem track. Wir gingen noch einen Sprung zu den Jungs in das mega schöne hostel, tauschten Fotos aus und tranken Bier. Über einen internet Zugang haben wir uns total gefreut, leider haben wir beide aber nicht so gute Nachrichten bekommen. Iris hat nun Liebeskummer und ich Herzschmerz... aber gut so ist das Leben! Auf jeden Fall schlafen wir beide wunderbar kuscheln uns zusammen und trösten uns. Der Tag beginnt mit Tränen und Kaffee, Rucksack packen und ja, jetzt sitzen wir in einem gemütlichen Lokal und um 10 Uhr nachts gehts weiter nach Paracas !!! Ihr hört von uns, velochicas van al sur !!!!

Antworten (1)

Charakta
Wooooow! Ich hab den Track gerade mit euch miterlebt! Daaaanke!!! Dicka fetta Schmatz! Love youuuun =o)

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