Thomas in der Welt
Thomas in der Welt
vakantio.de/usurpator

Tag 29-31 Chiang Mai

Veröffentlicht: 24.09.2019

Tag 29. Habe gar nicht so schlecht geschlafen. Der Zug rollt gemütlich durch ein grünes Meer und sanfte Berge. Per Sammeltaxi ins Hostel und mit ein paar anderen Reisenden ausgetauscht. Dort angekommen erst einmal geduscht. Dann, wie immer, die Stadt per Fuß erkundet, Khao Soi gegessen und Fruchtshakes getrunken (neben gerösteten, gesalzenen Erbsen das Beste hier). Später im 3D Art Museum gewesen, um auch sowas wenigstens einmal auf der Reise gemacht zu haben. Ist ganz unterhaltsam, aber für den Preis einfach zu wenig. Auf dem Rückweg eine Fußmassage gegönnt.
Am Abend mit Stefan getroffen. Webentwickler aus der Schweiz und Dauerreisender. Er kann jetzt ein Jahr für seine Firma arbeiten, ohne vor Ort in Luzern sein zu müssen, spannende Sache. Er bleibt immer so lange an einem Ort wie das Visum reicht, haben in einem guten lokalem Restaurant gegessen und dann den Abend in einer Bar ausklingen lassen.

Tag 30. Heute solle es auf den Doi Suthep gehen (700 Höhenmeter), der Kickelhahn ist ein Klacks dagegen. Gut gefrühstückt und mit ausreichend Wasser beladen erst einmal ein Fahrrad gemietet (Drecksding), um die 5 Kilometer zum Startpunkt zu schaffen. Der erste Aufstieg ging zum Wat Prah Lat (circa 45 Minuten), ein kleines Kloster und ein herrlich friedlicher Ort. Bäche plätschern und die wenigen Mönche lassen es sehr ruhig angehen. Das hat sich schon mal gelohnt. Zweite Etappe zum Wat Prah That, circa 75 Minuten durch einen Pfad im Dschungel. Oben angekommen war ich fix und fertig. Aber auch die Etappe hat sich gelohnt, tolles Kloster, tolle Aussicht. Etwas länger Kräfte gesammelt, aber dann doch mit dem Sammeltaxi zum Fuß des Berges. Und dann noch 5 Kilometer mit dem Rad in die Stadt zurück, Zeit für ein Nickerchen. Übrigens wurden die Straßen erst vor 100 Jahren zu den Klöstern gebaut. Früher musste also alles hochgetragen werden, was ziemlich unglaublich ist.
An
jeder Ecke werden einem hier Touren zum Elefanten oder Tiger streicheln angeboten. Ich bezweifle, dass die Tiere dort gut behandelt werden und werde das nicht unterstützen. Es gibt zwar auch Orte, die damit werben Zufluchtsort für Elefanten zu sein und die explizit hinschreiben, dass die Elefanten nicht geritten werden dürfen, aber da habe ich trotzdem Zweifel. Zumal für einen halben Tag Preise von 75-150€ verlangt werden.

Am Abend noch mit einer bunten Truppe getroffen: Alex (Student aus München), Dannii (deutsch-polnische Amerikanerin aus Amsterdam) und Michael (Freelancer aus New Jersey). Haben was auf einem lokalen Markt gegessen und uns gut unterhalten und ausgetauscht.

Tag 31. Eigentlich stand Motorrad fahren auf dem Plan, habe aber leider keinen internationalen Führerschein und hier wird wohl sehr stark von der Polizei kontrolliert (als "Nebenverdienst"). Am Vormittag hat es aber sowieso nur geregnet, also Netflix Zeit. Am Nachmittag dann wieder Dannii getroffen, um die Stadt zu erkunden (gibt 200 Pagoden hier). Zuerst 2 kleinere Pagoden, dann Wat Prah Singh, den Stadtpark und dann den wichtigsten Tempel der Stadt Wat Chedi Luang.

In dem Tempel gab es eine tolle Sache, nennt sich "Chat a Monk". Man setzt sich an einen Tisch und redet mit einem Mönch über was man will, aber da bin ich doch absolut dabei. Ziel ist, dass die Mönche ihre Sprachkenntnisse in Englisch verbessern. An meinem Tisch waren 4 Novizen alle um die 20, einer aus Laos, zwei aus Myanmar und einer aus Thailand. Im Prinzip habe ich das Gespräch mit den Mönchen alleine geführt, Dannii war irgendwie verstummt. Über die Grundregeln des Lebens eines Mönchs und des Buddhismus weiß ich jetzt Bescheid, klingt nicht sehr spaßig. Früh aufstehen, um Essen betteln, studieren und lernen, 1 Stunde Freizeit am Tag. Verboten sind Drogen, Sex, Musik und Tanz, Sport, Essen nach dem Mittag und alles was Allgemein Buddha unwürdig wäre. Die Jungs waren ganz witzig und aufgeschlossen und haben auch ein wenig über mein Leben in Deutschland wissen wollen. 4 Jahre bleiben sie in dem Tempel. Da ich ja sehr Religionskritisch bin, habe ich auch etwas mehr nachgebohrt. Warum ist es verboten irgendein Lebewesen absichtlich zu töten, aber Fleisch essen ist erlaubt? Oder warum gibt es keine weiblichen Mönche (die Lösung, die sind ausgestorben, aber es gibt wohl noch ein paar in Indien). Auch auf meine Frage, ob sie das freiwillig machen haben 3 mehr oder weniger zugegeben, dass es von ihnen erwartet wird und sie nur die 4 Jahre machen. Alles in allem ein tolles Erlebnis.

Abendbrot hatte ich mit May. Danach zum Muay Tahi (Thaiboxen), eigentlich wollten noch ein paar Leute mit, aber die haben dann alle einen Rückzieher gemacht. War nicht so günstig (500 Baht), aber war überraschend unterhaltsam und man fiebert richtig mit. Stimmung war gut, als die eher jungen Sportler und Sportlerinnen aufeinander eingeprügelt hatten. Kann man sich mal anschauen.

Antworten