USA 2022 - The Great Comeback
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29. Tag - 11.03.2022

Veröffentlicht: 12.03.2022

Der Morgen beginnt nicht gut. Die Dusche ist ziemlich kalt. Ich lasse das Wasser für 5 Minuten laufen aber es tut sich nichts. Nun ja, dann beiße ich eben in den sauren Apfel und gönne mir eine gesunde Portion kaltes Wasser. Was nicht tötet härtet ab. Und da meine letzte Etappe ansteht, nehme ich es sportlich. Heute Nacht schlafe ich in keinem Hotel. 

Die Fahrt führt eine Weile durch Joshua Tree Terrain. Nach 15 Minuten verschwinden diese aber und tauchen auch nicht mehr auf während der Fahrt. Sie wachsen zwar noch an anderen Stellen, aber ihr Bestand ist wohl gefährdet bedingt durch den Klimawandel. 

Ich habe 4 Stunden um zurück zu kommen, und fahre deswegen nicht auf der Autobahn, sondern Landstraße Richtung San Diego. Es geht durch felsiges Gebiet nach Palm Springs und Palm Desert, 2 Städten, denen man den Reichtum ihrer Einwohner leicht ansieht. Großzügige Villen sind umgeben von Grünflächen, die dem Rasen von Wimbledon jederzeit Konkurrenz machen können. Es dauert auch eine ganze Zeit durch diese beiden Städte durch zu kommen, da die Ampelanlagen keine grüne Welle haben. Beide Orte sind allerdings von Wüste umgeben, was zumindest den Wasserverbrauch nur erahnen lässt.

Nach Palm Desert führt die 74 in zahlreichen Serpentinen nach oben und von dort hat man einen fantastischen Ausblick auf diese grüne Insel. ich bin jetzt wieder auf circa 1000 m Höhe, und Schnee liegt hier aber nicht mehr. Dafür ist es auch wirklich zu warm, selbst jetzt sind es hier oben deutlich über 15°. 

Durch Pinienwälder geht es jetzt gemächlich über die 371 und 79 nach Temecula, einer größeren Stadt zwischen Los Angeles und San Diego. Auf der ganzen Strecke vermisse ich Picknicktische, die ich in New Mexico und Arizona an jeder Ecke gesehen habe. Trotz des immer schönen Wetters scheint man hier kein Interesse zu haben, diese zu installieren. Da ich Tom gesagt habe, dass ich keinerlei Ausflüge mehr machen will, möchte ich noch einen Blick auf den Pazifik werfen. 

Der am nächsten gelegene Strand von meiner Autovermietung ist Solana Beach. Je näher ich komme, desto mehr nimmt der Verkehr zu. Das Fahren gefällt mir so nicht in diesen Metropolregionen. Es ist wenig entspannend, weil die Autofahrer auch wesentlich aggressiver sind. Und dauernde Staus sind auch die Folge. In Solana Beach verfahre ich mich erst, und habe dadurch nur noch ein paar Minuten Zeit. Trotzdem finde ich einen Aussichtspunkt, der an diesem wunderschönen Tag den Pazifik in seiner schönsten Form zeigt. 

Von hier sind es dann noch 20 Minuten bis zu der Auto Rückgabe, und die brauche ich auch deutlich. Nach dem Tanken verfahre ich mich wieder, und so dauert es noch einmal 15 Minuten, bis ich wieder an dem Ort bin an dem ich gestartet bin. Die Rückgabe ist wiederum völlig entspannt, hier wird einfach kein großes Trara gemacht. Ignazio, der hier arbeitet sagt mir, er wäre ein großer Liverpool Fan. Sein Vater ist aus dem Baskenland, seine Mutter aus Wales. In beiden Regionen war er noch nie. es ist schon interessant wie viel Amerikaner ihr Land nie verlassen. Auf der anderen Seite haben Sie eine so großartige Auswahl von Zielen im eigenen Land, dass man das ein wenig verstehen kann.

Nach einer guten Stunde werde ich abgeholt und die Fahrt nach El Cajon dauert ewig. Es ist Rushhour und man steht dauernd im Stau. Statt 30 Minuten dauert es 90. Tom und Jen wiederzusehen ist großartig. Es sind beide so herzliche und freundliche Menschen. Abends gehen wir ins black Angus, einem Steakhouse in der Nähe. Nach zwei tollen Vorspeisen, die wir uns teilen, bereue ich meine Hauptspeise. Ich bin schon satt. hier kann man wirklich nur von Vorspeisen leben ohne zu hungern. 

Tom bringt sein eigenes Brot und eigene Chips mit. Beides kohlenhydratarm. Hier ist das kein Problem, bei uns wäre das schon ein wenig seltsam. Da ich richtig müde bin, verabschiede ich mich schon um 9:30 Uhr ins Bett. Dort ist es richtig gemütlich und ich habe die erholsamste Nacht seit ich in Amerika bin. Was für ein Glück solche Freunde zu haben. Die drei Tage hier werden wir gut tun. Auch wenn es nicht so spektakulär sein wird wie sonst auf meiner Fahrt. Dafür bin ich von lieben Menschen umgeben.

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