14. Tag - 24.02.2022
Das war keine gute Nacht. In dem Zimmer nebenan war ein Hund und hat die ganze Nacht gebellt. Mit Ohrstöpseln ging es zwar, aber der arme tat mir leid. Ich hatte auch an die Tür...

Veröffentlicht: 26.02.2022
































Ohne Hundegebell erwache ich trotzdem zu früh. Das liegt aber nicht am Motel - das Zimmer ist super. Eher an meiner inneren Uhr die immer noch nicht ganz umgestellt ist. Zu viele Zeitzonen in kurzer Zeit. Ich nutze die Gelegenheit und schreibe meinen Blog heute Morgen. manchmal habe ich abends einfach keine Lust.
Das Frühstück hier ist deutlich besser als das in El Cajon. Es gibt einen Waffelback Automaten und alles ist irgendwie netter und fürsorglicher angerichtet. Sie haben allerdings die gleichen hart gekochten Eier im Kühlschrank wie das in San Diego. Das scheint wohl eine Masche von Days Inn zu sein. Ich kann jedenfalls darauf verzichten. Dafür gibt es Peanut Butter. Und alles ist auch gut aufgefüllt.
Um 9:30 Uhr mache ich mich auf den Weg und fahre erst einmal aus dieser großflächigen Stadt hinaus. Das dauert eine viertel Stunde. Der Weg führt über einen Pass zwischen zwei großen Felsen hindurch, und danach wird es wirklich unglaublich. Es öffnet sich eine Ebene die ich so noch nie gesehen habe. Man könnte fast meinen man hat ein 360° Panorama vor sich. Leider kann man erst weiter unten anhalten um diese Aussicht zu fotografieren.
Die 70 bringt mich direkt zum White Sands National Park. Der Eintritt ist mit 25 $ einigermaßen happig, aber irgendwie scheint das Internet nicht zu funktionieren. Jedenfalls gibt die junge Frau an der Kasse mir meine Karte zurück und meint online geht nicht . Ob ich damit gar nicht bezahlen muss weiß ich erst wenn ich die Abrechnung bekomme. 25 $ ist der Park aber dreimal wert.
Das ist mit Abstand der weißeste Sand den ich je in meinem Leben gesehen habe. Er ist so surreal dass man meint, es liegt Schnee. Auf einem der Bretter Wege die gelegt wurden um nicht im Sand laufen zu müssen treffe ich Mark und Debbie aus Kansas. Sie nutzen wie jedes Jahr die Zeit um dem schrecklichen Wetter ihrer Heimat zu entfliehen. Mark meint, dass es im Moment -10° hätte und sie eingeschneit wären.
Nach einem kurzen Smalltalk fahre ich den Loop weiter, der circa 5 km hinein in diese Sandwüste führt. Trotz einiger Besuche ist es immer noch unglaublich friedlich und ruhig hier. Ein paar Kinder nutzen die Dünen und fahren Schlitten. Einzelne sieht man in den Dünen herumlaufen und sie wirken wie kleine schwarze Schatten in dieser weißen Pracht.
Nach 2 Stunden die eigentlich so lange gar nicht eingeplant waren, fahre ich wieder hinaus. Um ein unglaubliches Erlebnis reicher. Die 70 mündet kurz in die 54 bevor es dann rechts in die 82 geht. Das Ziel ist der Lincoln National Forrest und schnell gewinnt man an Höhe. Es geht über 2600 m hoch, Las Cruces liegt gerade 1200 m über dem Meeresspiegel. Mit der Zeit wird die Temperatur deutlich kühler und es liegt eine Menge Schnee. Bei Cloudcroft biege ich auf die 130 und es geht wieder langsam bergab. Der Schnee wird immer weniger und macht Platz für zahlreiche Ranchs die hier liegen. Schließlich komme ich wieder auf die 82 und der Wald endet und die Bewachsung wird wieder strauchartig. Gleichzeitig werden die Ebenen wieder größer.
Nach ein paar Kilometern hinter Mayhill werden die Sträucher immer kleiner und ich fahre durch eine unendliche Prärielandschaft. Man sieht auf beiden Seiten bis zum Horizont. Zusammen mit dem blauen Himmel ist das ein einzigartiger Anblick. Der Verkehr ist absolut wenig. Man kann in der Mitte der Straße stehen und das Spektakel betrachten. Straße, Horizont und Landschaft bilden eine große Ebene umrandet von strahlend blauem Himmel. Schöner kann man das wirklich nicht malen.
Bei Artesia geht es rechts auf die 285 und die Prärie wird nun durch zahlreiche kleine Ölfördermaschinen verschandelt. Wie Aliens sehen sie aus wenn sie immer wieder ihre Nase nach unten neigen, um sich dann wieder aufzurichten. Besonders romantisch ist das nicht.
Nach kurzer Zeit komme ich dann in Carlsbad, meinem Domizil für heute Nacht an. Das Modell ist eine Ansammlung von Containern die relativ kleine Zimmer haben. Bani aus Indien, die mich herzlich empfängt, ist aber ausgesprochen freundlich. Und die Zimmer reichen auch wirklich aus wobei ich einen Nachtisch vermisse. Das ist aber das einzige Manko. Ansonsten ist es total sauber und zum Frühstück erwartet mich ein Burrito.
Auch hier tut das Internet nicht, und meine Gastgeberin meint, da wäre irgendein Kabel durchgeschnitten. Naja, kann man nichts machen. Immerhin habe ich noch Netz hier. Ich starte den hiesigen Walmart einen Besuch ab und auf dem Rückweg sehe ich die Guadalupe mountain brewery company und kehre für ein kurzes Bier ein. Der Laden ist einigermaßen voll obwohl es erst 6:00 Uhr ist. Aber hier gehen alle deutlich früher weg. Als ich um 7:00 Uhr aufbreche ist die Hälfte schon nicht mehr da und zahlreiche Tische leer.
