Ribadesella
Kilometerstand: 160368 Unsere nächste Etappe entlang des schmalen Streifens zwischen dem Atlantik und der Kantabrischen Berge führte uns


Veröffentlicht: 08.09.2026
Kilometerstand: unverändert
Heute stand wieder Surfen auf unserem Programm. Ines hatte eine Surfschule ausgemacht, die für supergünstige 15 € Boards für einen halben Tag verlieh. Als wir 11.30 Uhr die sehr versteckt liegende Garageneinfahrt gefunden hatten, begrüßte uns ein älterer Herr im weißen Kittel, der offensichtlich gerade dabei war mit Farbe, Kleber oder Epoxidharz zu arbeiten, denn es roch stark nach Lösungsmittel und sein Kittel war von farbigen Klecksen bedeckt. Wir nahmen dieses Mal ein etwas anderes Board, jenes war nur 7 Fuß lang, hatte aber mit 85 Litern etwas mehr Auftrieb, als unsere bisherigen. Mal sehen, wie das werden würde, dachten wir uns. Der Bastler erklärte uns, dass er von 14.00 bis 17.00 Uhr Pause machen würde, aber dann bis 19.00 wieder beim Verleih sei, um das Board zurück zu nehmen.
Am Strand angekommen, praktizierten wir uns wieder in die Anzüge und schon konnte es losgehen.
Nach etwa einer Stunde sahen wir auf einem Stück Land östlich von uns erst nur weißen Rauch und dann dicken Qualm aufsteigen. Buschfeuer.
Ines ging hinüber zu den Rettungsschwimmern und fragte, ob man denn die Feuerwehr rufen solle. Der freundliche Kollege in Orange erklärte daraufhin, dass das dort normal sei, die Besitzer würden an dieser Stelle Baumstümpfe roden.
Hatten wir vor ein paar Wochen nicht noch ständig Waldbrandalarm?
Naja.
Den Strand begrenzte in Ribadesella nicht eine Düne, sondern wir hatten im Rücken die etwa fünf Meter hohe Mauer der Hafenpromenade. Als das Wasser um 14.00 Uhr mehrmals kurz davor war unsere Sachen zu überspülen, rückten wir so nah es ging an die Wand heran. Wir sahen nach, wann Hochwasser sein würde, 14.15 Uhr sagte der Tidenkalender. Also blieben wir bei den Sachen, um alles in Sicherheit bringen zu können, falls es nötig werden würde. Ines legte zudem um unsere Habseligkeiten herum eine Wall- und Grabenanlage aus Sand an. Wenn wir schon eine Pause einlegten, dann konnten wir auch gleich etwas essen. So ergab eins das andere und wir aßen unseren morgens vorbereiteten Reissalat mit Tomate, Avocado, Thunfisch, Mozzarella und Balsamico. Ein Rezept, dass Ines sich zwei Tage zuvor von anderen Campern abgeschaut hatte.
Es zeigte sich, dass Ines‘ Schutzwall ausreichte und wir eine günstige Stelle für unsere Decke ausgesucht hatten, die letzten 50 cm vor der Mauer blieben trocken und unsere Sachen gleichfalls.
Als gegen 15.00 Uhr die Ebbe begann und wir unseren Platz wieder guten Gewissens sich selbst überlassen konnten, ging es sofort wieder in die Wellen. Bis …, ja bis wir um 16.00 Uhr von den Rettungsschwimmern aus dem Wasser gepfiffen wurden. Alle. Surfer wie Badegäste, ausnahmslos alle sollten aus dem Wasser.
Sebb ging zu den Rettern und fragte nach, was denn los sei.
,Medusas, Jellyfish‘. War die Antwort. Am Strand waren mehrere Quallen angespült worden und da diese super giftig seien, hätten die Retter beschlossen das Baden für heute zu beenden.
Da alle anderen sich an die Anweisung hielten und aus dem Wasser gingen, taten wir das natürlich auch. Wir packten, wanderten am Strand zurück und sahen tatsächlich eine ganze Menge seltsamer, lilafarbener Tiere am Strand, die eher aussahen wie halb leere Luftballons oder Plastiktüten.
Bei der ,Portugiesischen Galeere‘ handelte es sich nicht um eine echte Qualle. Biologisch gesehen war es eine Kolonie von spezialisierten Polypen (sog. Staatsqualle). Die violette Schwimmblase und insbesondere die langen, unsichtbaren Tentakel waren hochgradig giftig. Auch angespülte, trocken wirkende oder tote Tiere, sowie abgerissene Tentakel behielten ihre Nesselzellen und konnten noch tagelang schwere, peitschenhiebähnliche Verbrennungen und Schmerzen verursachen. Das wollte hier keiner riskieren.
Wir duschten uns an der Stranddusche das Salz von der Haut und als wir unsere Sachen packten, radelte gerade unser Boardverleiher an uns vorbei. Auch er hatte seine Siesta am Strand vorzeitig beenden müssen. Er sagte uns, dass wir gerne gleich kommen könnten, um das Board zurückzugeben, er sei jetzt wieder in der Werkstatt. Das Angebot nahmen wir gerne an und brachten das Sportgerät etwas früher als geplant zurück.
Zum Abendessen gab es die Reste vom Reissalat und dann war heute sogar noch etwas Zeit, um Pandemie, Spiel des Jahres 2009, zu spielen.
