Klippenwanderung
Kilometerstand: unverändert Für heute hatten wir uns eine größere Wanderstrecke herausgesucht. Wir wollten die Halbinsel von Peniche einm


Veröffentlicht: 29.09.2026
Kilometerstand: unverändert
Heute wurden wir vom Geräusch der Regentropfen auf dem Autodach geweckt. Beim Frühstück berieten wir, was wir an diesem Tag tun wollten. Eigentlich war ein Strandtag geplant, da das Wetter jedoch nicht so aussah, als würde heute ein schöner Tag für den Strand werden, wollten wir weiter sehen. Ines recherchierte, dass es Überfahrten zur Insel Berlengas gab, die etwa zehn Kilometer vor der Küste lag.
Wir packten Verpflegung und die Jacken in den Rucksack und machten uns auf den Weg zum Hafen. Das erste Fährbüro erteilte uns eine Absage, das Wetter sei zu schlecht, daher habe man alle Fahrten für diese Woche abgesagt. Mittlerweile schien die Sonne und es waren mindestens 25 Grad, aber abgesagt, war eben abgesagt. Man verwies uns an die Kollegen über die Straße. Hier bekamen wir unsere Überfahrt. Der Katamaran würde kurz nach zwei ankommen und 14.45 Uhr abfahren, dann hätten wir auf der Insel etwa drei Stunden Zeit, bis wir 18.30 Uhr wieder zurück zum Hafen gebracht würden. Man bot uns an, direkt beim Ausstieg in kleine Boote mit gläsernem Boden umzusteigen, um dann in die Felshöhlen der Küste zu fahren. In Erinnerung daran, dass Sebb beim letzten Mal ganz schlimm seekrank geworden war, lehnten wir das jedoch ab.
Nun war es 12.30 Uhr und wir hatten noch zwei Stunden Zeit bis es losgehen würde. Also spazierten wir einmal um das ,Fortaleza‘, die alte Hafenfestung, in der mittlerweile das ,Museu Nacional Resistência e Liberdade‘ untergebracht war. Heute war leider Montag und das Haus blieb geschlossen, damit kamen wir gar nicht erst in Versuchung die Ausstellung im Schnelldurchlauf zu besuchen. So tranken wir noch einen kleinen Kaffee in einem Café an der Straße, um uns die Zeit zu vertreiben und dann ging es auch schon zurück zum Hafen.
In beachtlich kurzer Zeit setzten wir mit dem Katamaran zur Insel über. Obwohl das Meer gar nicht so sehr aufgewühlt aussah, kamen wir Landratten nicht ohne Beschwerden an. Ines hatte nur ein flaues Gefühl im Magen, aber Sebb war am Limit seiner Seetauglichkeit angekommen und rang mit seinem Gleichgewichtssinn. Der Umstieg auf ein kleines Boot hätte jetzt das Fass zum Überlaufen gebracht, wir hatten uns also richtig entschieden.
Am Hafen wurden wir gleich mit einem großen Schild begrüßt, dass wir uns nun im Naturschutzgebiet befänden und daher die angelegten Wege bitte nicht verlassen werden sollten.
In den nächsten Stunden wanderten wir zum Leuchtturm, den Zisternen, welche bis zur Einrichtung einer richtigen Wasserversorgung hier die Inselbevölkerung versorgt hatten und den Aussichtspunkten der Vogel- und Höhlenforscher.
Auffällig war, dass wir hier auf den Wegen so viele Eidechsen wie noch nie sahen. Irgendetwas mussten Insellage und Naturschutzgebiet an sich haben, dass hier die Eidechsen auf den Wegen lagen, sich sonnten und erst, wenn man sich auf Armeslänge näherte, die Flucht ergriffen.
Den Besuch beim ,Forte de São João Baptista‘ ließen wir aus. In der kleinen, ehemaligen Festung war mittlerweile ein Hostel untergebracht.
Nach zwei Stunden hatte sich Sebbs Magen wieder soweit normalisiert, dass wir in die kleine Bar oberhalb des Hafens einkehrten, uns einen Kaffee und ein Eis dazu bestellten. In einer Stunde sollte es ja schon wieder zurück gehen. Um die Sache komplett zu machen, bestellten wir dann noch für jeden von uns ein Radler, während die Männer unserer Bootscrew, die am Nachbartisch saßen, mittlerweile beim vierten Bier angekommen waren.
Als wir unser Boot wieder bestiegen, sicherte Ines uns - durch schnelle Schritte - sehr gute Plätze in der ersten Reihe, ganz vorn auf dem Oberdeck. So hatten wir ausgesprochen gute Sicht auf unseren Zielhafen und nach der Rückkehr auch sehr wenig Magenprobleme.
Unsere Küche blieb heute Abend wieder einmal kalt, es gab ein SnackAbendEssen aus Dosenfisch, Oliven, Salami, Käse und Brot.
