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In der Stadt des ewigen Frühlings: Medellín & Guatapé

Ohne Probleme landen wir am 6.9.22 sicher am Flughafen von Medellín. Dieser befindet sich allerdings sehr weit außerhalb der Stadt und so fahren wir mit einem netten Uber-Fahrer eine knappe Stunde zu unserem Hotel. Wir sind überglücklich der Hitze der Küste zu entfliehen und genießen das angenehme Klima hier. Und auch sonst gefällt uns Medellín auf Anhieb! Die ehemals gefährlichste Stadt ganz Südamerikas überrascht uns sehr: ruhiger Verkehr ganz ohne das ständige Hupen, das wir aus den anderen Städten kennen; modern, jung, gepflegt und unglaublich grün. Hier leben über 4 Millionen Menschen und die Stadt breitet sich schier unendlich auf die vielen umliegenden Berge aus. 

Medellín

Unser Hotel liegt im Stadtteil El Poblado, der sehr touristisch, aber auch sehr sicher ist. Die Auswahl der vielen super schönen internationalen Restaurants ist so üppig, dass uns eine Entscheidung schwer fällt. Schließlich landen wir zum Abendessen auf einer Dachterrasse mit fantastischem Blick über die nächtlichen Lichter der Stadt.

Jeder, der nach Medellín kommt, macht einen Ausflug in die „Comuna 13“, die Pablo Escobar jahrelang geprägt hat und von Militär, Guerillas, FARC und anderen Gruppen hart umkämpft war. Nach etlichen militärischen Operationen, bei denen auch zahlreiche unschuldige Zivilisten ihr Leben ließen, wurde es 2002 endlich ruhiger in diesem Stadtteil. Seither wird es immer sicherer und auch Touristen können sich hier ohne Angst aufhalten. Wir machen eine spendenbasierte Free Walking Tour und unser Guide bringt uns die Geschichte der Stadt näher. Vor allem Straßenkunst hat einen großen Teil des Wandels des ehemaligen Drogenbezirks herbeigeführt. Denn auch dadurch kamen und kommen nun statt Bandenführern Touristenführer in die Comuna 13 und bringen Geld und Sicherheit für die Einwohner.

Comuna 13

Um mehr über die Auswirkungen der Drogenkriege in Kolumbien zu erfahren empfiehlt der LonelyPlanet das Memoria Museum. Das Museum ist jedoch wegen Renovierungsarbeiten größtenteils gesperrt und unser Besuch hat sich deshalb leider nicht gelohnt.

Unser Weg führt uns weiter über den Plaza Botero, auf dem einige der Bronzestatuen des Künstlers stehen. 

Plaza Botero

Wir lassen uns ein bisschen durch die Altstadt treiben und steigen schließlich in eine der vielen zum öffentlichen Verkehrssystem gehörenden Gondeln ein. Diese sind nicht nur für die Touristen eine schöne Möglichkeit die Stadt aus der Vogelperspektive zu sehen, sondern verbinden auch die weiter außerhalb liegenden Stadtteile besser mit dem Zentrum. Insgesamt ist das öffentliche Verkehrsnetz in Medellin besser als in allen anderen kolumbianischen Städten.

Metrocable

Für den 9.9.22 buchen wir uns eine Tour nach Guatapé - eine kleine Stadt, etwa 2 Stunden von Medellín entfernt. Die Tour wurde uns wärmstens empfohlen, obwohl sie fast das doppelte von den Standardtouren kostet. Früh morgens werden wir mit einem Kleinbus abgeholt. Nachdem alle 11 Tourteilnehmer eingesammelt wurden fahren wir zum Frühstück zu einer kleinen Finca außerhalb der Stadt. 

Frühstück auf der Finca

Schon auf der Fahrt dorthin wartet die erste Überraschung am Straßenrand: der Kleinbus hält an und es steigt ein Mann mit kleiner Trommel und Mundharmonika ein um uns ein Stück zu begleiten und die Fahrt mit traditioneller Livemusik zu verkürzen.

Der nächste Halt nach dem leckeren Frühstück ist Peñol. Vor ungefähr 50 Jahren wurde das Tal in dem sich das Dorf Peñol befand durch den Bau eines Staudamms geflutet. Deshalb musste das komplette Dorf umgesiedelt werden. Anhand eines kleinen Nachbaus wird gezeigt wie das Dorf vor der Flutung ausgesehen hat. Die Aussicht aufs Wasser ist aber ehrlich gesagt interessanter als das für Touristen gebaute Dorf und so fahren wir bald weiter an einen kleinen Strand am Stausee. 

Bei dem Kreuz war früher das Dorf Peñol

Auf dem Dach eines alten Vans fahren wir über eine holprige Straße die letzten Meter bis zum Wasser, wo wir von einer ca. 5 Meter hohen Brücke direkt ins klare Wasser des Sees springen. Dann wartet schon die nächste Überraschung: in 2 Gruppen werden wir von einem kleinen Motorboot abgeholt und können die idyllische Gegend vom Wasser aus erkunden. Außerdem kann man sogar wakeboarden, was sich Carsten natürlich nicht entgehen lässt.

VanxColombia
Wakeboard

Zur Hauptattraktion der Gegend gehört der Piedra del Peñol, ein gigantisch großer Felsen, der aus der Landschaft herausragt. Über 650 Stufen gelangt man zu einem Aussichtspunkt auf dem Felsen, von dem man einen fantastischen Blick über die Seenlandschaft hat.

Ausblick auf die fantastische Seenlandschaft

 Nun haben wir uns aber das Mittagessen verdient, das schon im Haus eines unserer Guides auf uns wartet. Für uns stehen 15 verschiedene Schüsseln, Töpfe und Pfannen mit verschiedensten kolumbianischen Gerichten bereit - eins leckerer als das andere!

Mittagessen bei Rapha

Dann folgt der letzte Stopp des Tages und das eigentliche Ziel dieses Ausflugs: Guatapé. Die bunte Stadt wird auch Stadt der Sockel genannt, denn jedes Haus hier besitzt einen mit Reliefs verzierten Sockel. Das hatte ursprünglich eher praktische Gründe, damit die in dieser Gegend herrschende Feuchtigkeit nicht so schnell ins Mauerwerk einziehen konnte. Heute sind die farbenfrohen Häuser ein Touristenmagnet und das kleine Dorf ganz schön überfüllt.

Die berühmten Sockel

Nachdem sich alle mit Drinks für die Heimfahrt ausgestattet haben, treten wir mit unserer lustigen Truppe den Rückweg an. Wir verstehen uns so gut mit den anderen aus Belgien, Indien, USA, England und Deutschland, dass wir uns spontan noch für den selben Abend auf ein paar Bier in einem Hostel verabreden. Am Ende landen wir schließlich in einem Club mit Bällebad (warum gibt es sowas bei uns nicht?!)… Zum Glück finden wir irgendwann den Absprung, denn morgen früh müssen wir den Bus nach Salento erwischen…

Kolumbien

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