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und das Alles für einen Stempel...

Kalt erwischt :D :D (Tag 87 der Weltreise)

30.11.2019


Solange man unter der Decke lag, war es schön warm aber wehe man streckte einen Arm oder ein Bein raus dann brrr :D :D

Bis 4:30 Uhr konnte ich gut schlafen aber dann ergaben sich im Hotel verschiedenste Geräusche (ein Kleinvogel, Hunde, ein Akkuschrauber…)^^ Ich gönnte Jonas noch zwei weitere Stunden, bis ich anfing, mich mit meinem Handy zu beschäftigen und ihn damit leider auch weckte :p

Nach einem eher mäßigen Versuch, meine Bauchübungen durchzuziehen, gab es zum Frühstück den Erdbeer-Joghurtdrink, auf den ich mich seit gestern Abend gefreut hatte und zu meiner Freude war er auch noch richtig lecker!! Durch die niedrige Zimmertemperatur war er sogar gekühlt^^ Dann gab es für jeden noch einen Apfel und aufgrund von Nachschubmangel war damit das Frühstück schon beendet :(

So langsam trainieren wir die Schokokekse ab :p

Wir schauten im Internet nach, wann das Hotel Check-Out hat – angeblich 10-12 Uhr. Also wollten wir die Chance nutzen, uns Sapa ein wenig anzuschauen. Als wir das Hotel ohne Gepäck verließen, schaute die Rezeptionistin etwas verunsichert und verwirrt aber es war gerade einmal 8:30 Uhr, also hatten wir noch genug Zeit, um rechtzeitig zum Check-Out zurückzusein.

Als wir dann auf die Straße gingen, wurde direkt der Reißverschluss der doppelten Jacke (Fleecejacke und darüber die Regenjacke) hochgezogen, denn es war ganz schön frisch :D Außer im Himalaya hatten wir ja in den letzten drei Monaten durchgehend Sommertemperaturen.

Während Jonas das Wetter direkt missfiel, fand ich die Abwechslung zunächst gar nicht so schlecht. Allerdings war es diesig, feucht und durch den Nebel konnte man nicht besonders weit sehen. Diese etwas mystische Stimmung war doch perfekt für einen letzten Novembertag – auch wenn das nicht unbedingt die Idee von gutem Reisewetter ist ;-)

Der erste Gang führte zu einem ATM, von denen es im Ort richtig viele gibt. Sapa ist ein richtiger Touristenort mit vielen Hotels und Cafes, wobei die Zielgruppe vor allem Asiaten sind. Sie scheinen es cool zu finden, einmal ihre Winterkleidung präsentieren und heiße Schokolade trinken zu können^^ Letzteres kann ich sehr gut nachvollziehen und auch die Weihnachtsdeko und Lichterketten waren wirklich toll anzusehen :)

Naja. Das erste ATM, das wir ausprobierten, war direkt gnädig. Wir konnten die gestern geplanten 5.000.000 Dong abheben, die hoffentlich eine Weile reichen werden^^ Nun mit Bargeld ausgestattet fühlte ich mich noch ein bisschen mehr „angekommen“. Und wer ist nicht gerne im Handumdrehen fünffacher Millionär? :p

Mitten in Sapa gibt es einen kleinen See, der wohl ein beliebtes Fotomotiv ist. Heute Morgen allerdings sah man fast nur Nebel und wenn man das Wasser doch erhaschen konnte, sah man eher eine grüne Suppe aber naja. Wir sind vielleicht einfach in der falschen Jahreszeit hier^^

Für knapp eine Stunde spazierten wir also durch das Herbst-/Wintermärchen der asiatischen Touristen und sahen nur eine handvoll Europäer. Der Anblick der Gebäude und des Wetters war wie gesagt eigentlich ganz nett (zumindest für mich :p), weil es einfach mal eine Abwechslung zum Dschungel war ;-) Besonders traurig, dass wir nicht in Sapa selbst bleiben würden, war ich aber zu keinem Zeitpunkt :D So hübsch oder beeindruckend fanden wir die Stadt nicht :D

Am Ende unseres Spaziergangs gingen wir noch in einen Supermarkt, der auch recht chic und modern aussah. Dort fanden wir zu unserem größtem Schock keine Maxipackung an Schokokeksen!!!! :O Dafür gab es eine große Packung Margarine (wie wir gelernt haben, muss man mit solchem Aufstrich immer großzügig im Kauf sein, da man nie weiß, wann man ihn wieder findet ;-) ) und Milchbrötchen, die wir dann zurück im Hotel als zweites Frühstück verdrückten :p

Nach einem unkomplizierte Check-Out zog es uns dann raus auf die Straße, um ein Taxi zu suchen. Die Unterkunft, die wir schon von Nong Khiaw aus gebucht hatten, befindet sich in Hau Thao, einem Dorf 10 km außerhalb von Sapa. Manche Touristen kommen wohl zu Fuß dorthin aber mit unserem Gepäck schien uns das nicht allzu einladend^^

Als wir ein freies Taxi fanden, kannte er weder unser Homestay, noch konnte er mit der Karte auf Maps.Me etwas anfangen. Eine Gruppe von traditionell gekleideten Frauen, die überall herumlaufen, um Schmuck oder Stoffe an Touristen zu verkaufen, kam zu uns und half dem Fahrer, zu verstehen, wo es hinging. Die Frauen sprechen übrigens alle recht gutes Englisch – eine gute Marketingstrategie ;-)

Als klar war, wo es hinging, teilte uns die Frau den Preis mit. 300.000 Dong. Von unserem Homestay hatten wir gehört, dass wir 200.000 Dong erwarten sollten, also probierte ich es mit 250.000 Dong. Die Frau lachte, teilte es dem Taxifahrer mit und führte eigentlich die Verhandlung mit uns, bis sie dann meinem Preis zustimmten. Ha! :D :D

Der Weg aus der Stadt heraus führte durch schmale Gasse mit vielen Viewpoint-Hotels, von denen man den 3.000er Berg Fansipan sehen kann. Mit dem Nebel heute hatte man dafür aber keine Chance. Am See hatten wie zuvor ein Infoschild gesehen, wo stand, dass in Sapa jeder Tag alle vier Jahreszeiten erlebt – frühlingshafter Tau/Nebel am Morgen, sommerlicher Sonnenschein am Mittag, herbstliche Abkühlung gegen Abend und dann eine kalte Winternacht. Das klingt sehr romantisch und wir fragten uns, ob wir diesen Sommer-Sonnenschein erleben würden ;-)

Sobald das Taxi die Stadt verließ, wurde die Straße deutlich schlechter aber man konnte sehen, dass auch hier Sanierungsarbeiten in Gange sind! Wie sich das ganze unter anderem finanziert wurde dann ein paar Minuten später klar, als wir zu einem Checkpoint kamen.

Um die Straße zu benutzen (bzw. im Taxi dort durchgefahren zu werden), muss man 75.000 Dong, also ca. 3€ / Person zahlen. Im Internet hatte ich gelesen, dass man sagen kann, dass man nur zu seinem Homestay möchte und dann die Gebühr hinfällig wird aber leider funktionierte das nicht. „Homestay, walking, doesn‘t matter. Always fee for village“ hieß es. Na dann! :)

Da das Geld wohl wirklich für die angegebene Sache genutzt wird, zahlten wir den Wegzoll dann gerne ;-) Die Stücke, wo die Straße aber noch in ihrem Rohzustand (Holperstrecke mit Schlaglöchern) ist, machten Jonas und mir fast ein schlechtes Gewissen. Unser Taxi war nämlich ein normaler (Klein-)Wagen und die meisten (oder alle?) anderen Vierrädler hier waren SUVs oder Trucks. Ups! :D :D Vielleicht kannte unser Fahrer den Weg nicht, weil er sonst wirklich nur innerhalb der Stadt fährt? :O Armer Kerl^^

Nach gut 45 Minuten kamen wir dann schließlich heile (Insassen und Fahrzeug!) an unserem Homestay an :)

Während Jonas die kleine Roller-Auffahrt zu unserer Blockhütte hochging, sprach mich direkt ein einheimisches Mädchen an, das mir etwas verkaufen wollte. Wie die Frauen in der Stadt sprach auch sie recht gutes Englisch. Nicht schlecht! Aber abkaufen wollte ich ihr trotzdem nichts ;-)

Die untere Etage der Hütte besteht aus einem großen Gemeinschaftsraum mit Billard-Tisch in der Mitte, einer kleinen Bar und einem Bad und Privaträumen wie z.B. der Küche. Über eine Holztreppe mit nostalgisch leicht knatschenden Dielen kommt man dann auf eine Art „Heuboden“. Hier liegen vereinzelt Matratzen mit warmen Decken und jeder Schlafplatz hat noch ein Moskitonetz. Das ist der Dorm.

Jonas und ich hatten aber für 5€/Nacht (!!!) ein Doppelzimmer mit Frühstück gebucht. Von diesen Doppelzimmern gibt es drei Stück und sie sind durch Türen von der große Schlaffläche getrennt. Die Einrichtung ist simpel aber gemütlich und wenn die Decke so warm ist, wie sie aussieht, wird es auch hier schön kuschelig^^

Ach so. Ein Bad mit Dusche gibt es natürlich auch noch – eins für alle. Aber vielleicht haben wir Glück und es gibt keine Stoßzeiten^^

Nach dem Check-In schnappten wir uns Laptop bzw. Handy und setzten uns für die nächsten Stunden in den Gemeinschaftsraum, wo ich den endlos langen Blogeintrag von gestern schrieb. Die Ereignisse hatten uns doch noch nicht ganz losgelassen :D :D

Als ich endlich fertig war, gingen wir immerhin noch für ein Stündchen die Straße entlang. Zu beiden Seiten sieht man kleine Hütten und anschließend Reisfelder – ein echt hübscher Anblick, solange der Nebel es erlaubt! :) Den Hügel hinab gibt es ein Tal, durch das ein Fluss fließt, welcher von einem Damm kontrolliert wird. Anders als die Dämme in Laos sieht es aber so aus, als wäre das ganze mehr oder weniger geplant gewesen ;-)

Die Straße, auf der wir liefen, war in recht gutem Zustand eigentlich. Sie gehört zu dem unfertigen Teil aber ab und zu sahen wir Bagger oder eine Walze, die dafür sorgen, dass es auch hier weniger holprig wird demnächst :)

Als wir irgendwann umdrehten, begleitete uns minutenlang wortlos ein Mädchen, das Süßigkeiten in einer Plastiktüte transportierte. Vielleicht war sie zu schüchtern, um uns zu überholen aber irgendwie war es ganz niedlich^^

Ich hielt mich davon zurück, wieder andauernd die freilaufenden Hühner und Hähne zu fotografieren (obwohl sie mich immer noch begeistern :D ) aber dafür kamen uns drei Rinder entgegen, die ohne Besitzer am Rand der Straße ihre Wege zogen. Sehr beeindruckend!

Außerdem kam uns mal wieder ein vielleicht 10-jähriger Junge als alleiniger Fahrer auf einem Roller entgegen und ich sah einen alten Roller mit Vietnam-Stern und Jonas machte mich auf einen anderen Roller aufmerksam, der einen Babysitz hatte. Süß <3

Wie so oft, beendeten wir den Spaziergang wieder mit einer kurzen Shoppingtour^^ Es gab eine große Packung Schokotörtchen (hoffentlich schmecken sie :D ), Baguettes (und wir haben ja Margarine jetzt! Ha!) und eine Tüte Obst. Als das Obst auf die Waage kam, packte die Verkäuferin noch einen Apfel dazu, um das Gewicht bzw. den Preis rund zu machen. Echt nett :)

Zum Bezahlen wurde ihre Tochter herangewunken, die uns die ein Bündel Geldscheine in der Hand hielt und uns dann die Noten zeigten, die wir zahlen mussten. Kreativ! Anschließend kauften wir für fast den gleichen Preis zwei Flaschen Wasser (Wasser ist sooo teuer hier!!! :O Die Familien haben alle Wasserspender mit 20 Liter Behältern aber 1,5 Liter Flaschen kosten fast 1€ das Stück. Schade, dass wir nicht so einen Spender haben :p ).

Zurück im Homestay verzogen wir uns dann nach oben aufs Zimmer, damit ich den zweiten Blog heute schreiben kann – deutlich kürzer als der erste! ;-)

Morgen wollen wir dann wohl eine Wandertour auf eigene Faust machen – Möglichkeiten gibt es dafür wohl genug und ich kann mich wohl nicht beschweren, dass es mir bei 16°C Tagestemperatur zu heiß wäre :D :D

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