trijotravel

und das Alles für einen Stempel...
Alle Artikel

Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)

Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)mit genügend Bewässerung lässt sich (fast) alles anbauenund vlt will man es auch kaufen^^Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)Göbeklitepe und Sanliurfa (Tag 4 der Weltreise)

08.09.2019


Heute gab es für mich zum Frühstück weder grüne noch schwarze Oliven – allerdings aus Versehen Tomaten :D Also, nicht dass ich erwarten würde, dass man sich meinen Vorlieben anpasst aber wenn man seinen Teller nicht leer ist, erntet man schnell vorwurfsvolle Blicke… :D

Nach dem Frühstück ging es ins 90km entfernte Urfa (Kurzform vom offiziellen Namen „Sanliurfa“ bzw. früher auch Edessa genannt). Urfa ist eine Stadt mit mittlerweile fast 1.000.000 Einwohnern, voll mit architektonisch interessanten Konstruktionen, Parks mit kleinen Wasserfällen und Linienbussen, wie man sie eben in einer großen Stadt erwarten. Aus Nizip kennen wir bisher nur den Dolmus, einen kleinen 8-10 Sitzer, der v.a. die Einheimischen von A nach B bringt.

Die Fahrt nach Urfa war zunächst die gleiche Strecke wie gestern aber ich war erleichtert, dass wir nicht wieder über die Staubpiste mussten, sondern stattdessen die voll ausgebaute Landstraße nutzen konnten^^ Nach den typischen Reihen von Obstbäumen auf trockenem Boden, folgte landschaftlich eine Wüste mit viel braun, gelb und grau. Umso erstaunlicher war es, als wir kurz vor Urfa dann in eine komplett grüne Ebene fuhren. Ein Kanal versorgt die Gegend mit ausreichend Wasser, sodass trotz der Trockenheit im Sommer verschiedenste Gemüse- und Obstsorten angebaut werden können – Mais, Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Weizen.

Außerdem fuhren wir (wie immer hier in der Gegend) nahe der syrischen Grenzen und konnten ein riesiges Flüchtlingslager aus Militärzelten sehen. In dem umzäunten Areal gab es auch zwei Solarparks für die Stromerzeugung. Ich weiß nicht, warum ich das so erwähnenswert fand aber irgendwie passte Solarstrom nicht in meine Vorstellung von einem Flüchtlingscamp. Aber klar, hier in der Gegend ist das durchaus sinnvoll! :)

Wir fuhren zunächst durch Urfa durch ins etwa 12km entfernte Göbeklitepe, eine zweite archäologische Stätte, die wir besichtigen wollten. Sie liegt oben auf einem Hügel und als wir dort ausstiegen, gab es eine leichte Brise, sodass man nicht sofort ins Schwitzen geriet :D Leider ist diese Stätte anders als die in Karkamis touristisch bereits voll ausgeschlachtet, d.h. es gibt ein Museum, einen Souvenirshop und ein Gebäude, in dem man ein Video für zusätzliches Geld anschauen konnte. Auch der Eintrittspreis war mit 36 TYL über dem, was wir bisher „gewohnt“ waren. Side Note: Senioren ab 60 haben freien Eintritt, allerdings nur Türken und keine Ausländer ;-)

Vorbei an den Reisebussen, erreicht man das Drehkreuz, bei dem man den QR-Code des Tickets scannt, um zur „Bus Waiting Area“ zu gelangen, von der aus kleine Shuttle Busse die Touristen den 1km bis zur tatsächlichen Stätte kutschieren. Jonas erinnerte das Ganze stark an Stonehenge. Eine typische Touristenfalle :(

Anstatt den 1km mit dem Bus zu fahren, entschieden wir uns (als einzige dort) zu laufen. Dabei hatte man einen recht schönen Ausblick auf das Tal und Mehmet erklärte uns, wie die Stätte gefunden wurde. Ein Privatmann wollte auf dem Hügel Obstbäume pflanzen. Dazu musste/wollte er den Boden begradigen und stieß dabei auf Fels. Als er sah, dass sich auf dem Fels Schriftzeichen befanden, verwarf er sein Vorhaben und naja. Nun gibt es dort die Ausgrabungsstätte, bei der man z.B. 12m hohe Monolithen sehen kann. Die Stätte selbst war also ziemlich cool, auch wenn sie eben recht klein und sehr touristisch ist.

Nach der Besichtigung der Stätte ging es noch in den Souvenir Shop, um Wasser zu kaufen und wir fanden dort eine Gruppe von kurdischen Studenten, die auf Gitarre, Geige und einem anatolischen Instrument, das aussieht wie eine Mischung aus Banjo und Gitarre mit abgeknicktem Hals, musizierten. Nach unserer Stärkung im gut aushaltbaren Schatten fuhren wir schließlich nach Urfa, um dort ein bisschen rumzulaufen.

Vorbei an einem ärmlich wirkenden Viertel, in dem auch zwei Waffenshops waren (ich weiß, die gibt es in jeder Großstadt aber irgendwie ist das Gefühl so nah an der Grenze zu einem Land, in dem Bürgerkrieg herrscht, etwas anderes…) sowie an einem super fancy Hilton Hotel, fuhren wir in eine Tiefgarage. Die Schranke an der Einfahrt lag auf dem Boden und wir stoppten kurz, um zu sehen, wie wir nun weiterkommen. Hinter uns waren bereits andere Autos, sodass Umdrehen keine Option war. Schließlich zog Mehmet einfach ein Ticket und tada! Die Schranke öffnete sich ganz normal und zwar um fast 180°, also bis sie auf der anderen Seite wieder den Boden berührte. Interessant^^ Ein paar junge Männer wiesen uns einen Parkplatz zu und als Mehmet einen Moment benötigte, um in die enge Parklücke zu kommen, wurde einer von ihnen ungeduldig und übernahm kurzerhand das Steuer, um in einem fixen Tempo perfekt einzuparken. Beeindruckend :)

Aus der Tiefgarage heraus gelangten wir in einen kleinen Park, in dem es auch eine große Moschee, einen Basar und zahlreiche Fischteiche gab. Während Mehmet zum Beten ging (er betet tatsächlich 5 Mal am Tag aber wenn wir unterwegs sind, kann er das Beten auch später „nachholen“. So hat er Freitag z.B. nach unserer Rückkehr abends gebetet, Tee getrunken und dann, mit nur 1 Stunde Pause, sein Nachtgebet angeschlossen. Im Garten hatte er eine auf einem Plastikstuhl sitzend mit einer Plastikfolie auf dem Boden gebetet z.B. Ich kenne mich mit dem Islam nicht sooo gut aus, aber finde es interessant und irgendwie auch „schön“, dass Mehmet seinen Glauben ausübt und wir das ein bisschen mitbekommen), gingen wir ein bisschen spazieren, gönnten uns ein Eis und machten ein paar Fotos. Hinterher führte uns Mehmet noch durch ein Gebäude, in dem selbst hergestellte Kunst verkauft wird, zu türkischen Preisen (ein Kühlschrankmagnet für 1 Lira – also ca. 16 Cent). Außerdem erfuhren wir ein bisschen etwas zu der (religiösen) Geschichte des Ortes (für die Interessierten: s. Foto mit der Tafel zur Erklärung ;-) ).

In die Moschee selbst durfte ich nicht mit rein aber Mehmet nahm Jonas mit, um ihm ein bisschen etwas zu erklären. Die Geburtsstätte Abrahams, eine Höhle, in der er angeblich versteckt wurde, bis er 15 Jahre alt war, befindet sich ebenfalls dort. Zur Besichtigung gibt es einen Eingang für Männer und einen für Frauen. Die beiden Bereiche sind mit einer Holzwand getrennt, sodass man sich auch nicht zufällig sehen oder begegnen kann. Ich musste außerdem mein Tuch aufsetzen, was aber für mich absolut kein Problem war, zumal ich das hier zum Sonnenschutz eh andauernd mache ;-) In der Höhle konnte man nicht so viel sehen eigentlich aber in meinem Teil saßen viele Frauen vor der Wand mit dem Koran im Schoß und beteten.

Zum Abschluss unser „Urfa-Tour“ führte uns Mehmet noch über den Basar. Hier gibt es von den klassischen Ständen, an denen Gewürze und Stoffe oder Handwerkskunst verkauft werden, mittlerweile auch Parfüm, BH‘s und andere westliche Dinge zu kaufen. Als Mehmet dann mitten im Bazar in einer kleinen Moschee beten war, unterhielten Jonas, sein Papa und ich uns darüber, wie schade es ist, dass diese Basare der Globalisierung zum Opfer fallen. Aber auch der moderne Türke kauft mittlerweile alles was er braucht im Supermarkt, sodass diese Basare zum größten Teil nur noch Touristenattraktionen darstellen und auf der ganzen Welt ähnliche Artikel anbieten. Der Basar in Tunesien und Märkte in Thailand auf denen Jonas und ich bisher waren hatten zumindest ein sehr ähnliches Sortiment wie hier. Nach Mehmet´s Rückkehr aus der Moschee gingen wir allmählich zum Auto zurück. Im Parkhaus herrschte Chaos als wir zum Auto kamen und waren froh, dass wir Mehmet dabei hatten der uns das Auto aus dem Parkhaus und aus dem Feierabendverkehr aus Urfa fuhr. Am Straßenrand vor einer Tankstelle wechselten wir dann Fahrer und Jonas Papa kam ans Steuer. Auf dem Rückweg lotste uns Mehmet nach Birecik an die Flusspromenade vom Euphrat. Dort gingen wir kurz eine Runde spazieren. Auf dem Grünstreifen zwischen Straße und Promenade hatten sich zahlreiche Familien auf mitgebrachten Decken versammelt und grillten dort. Das sei wohl jeden Samstag und Sonntag so erzählte uns Mehmet. An einer Stelle lief uns eine Gruppe kleiner Kinder über den Weg. Sie rannten begeistert auf uns zu und umzingelten uns. Es fiel immer wieder das Wort „Tourista“ und es wurde die Hand aufgehalten um ein wenig nach Geld zu betteln. Sie ließen erst von uns ab als Mehmet ihnen laut entgegen rief. Nach dem Spaziergang gingen wir in ein Restaurant. Wir nahmen platz und sofort kam ein Kellner zu uns. Mehmet fragte uns was wir essen wollen. Jonas fragte nach einer Speisekarte. Gibt es nicht war die Antwort. Er bestellte also für uns alle Kebab um Komplikationen zu vermeiden, da in der Türkei alles immer sehr schnell gehen muss, hatten wir den Eindruck. Vorweg gab es als Vorspeise ein dünnes Fladenbrot, Köfte und Salat. Die Hauptspeise bestand aus zwei Hackfleischspießen, Tomaten, Petersilie, Zwiebeln, Reis und scharfer Paprika. Dazu stand ein Korb mit Brot bereit. Zum Essen verteilte man die verschiedenen Zutaten auf dem Brot und wickelte es wie einen Wrap zusammen. Dazu gab es Ayran und Wasser zum trinken. Nach etwa 40 Minuten waren wir aus dem Restaurant wieder raus. Gemütlich Essen gehört definitiv nicht zur türkischen Kultur. Yalla, yalla ist hier das Motto :D

Die Fahrt nach Hause gestaltete sich auch dank des türkischen Verkehrs sehr spektakulär. Eine Spur, vier Linksabbieger in einer Reihe, die alle gleichzeitig losfahren und die Karosserie der anderen immer nur knapp verfehlen. Es war bereits dunkel aber dennoch kamen uns aus der Dunkelheit immer wieder Autos und Motorräder ohne Licht entgegen. Zu Hause angekommen wurde natürlich wieder eine Runde Tee geschmissen und von den Highlights des Tages berichtet, bis wir ins Bett gingen.

0

Kommentare

Noch keine Kommentare

Dinge, die du vor Ort erleben kannst: