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"Wie gefällt dir Guatemala?", "Was denkst du über Guatemala?", mit diesen Fragen tat ich mich immer schwer, vor allem wenn man nach nur 24 Stunden damit konfrontiert wird. Den ersten Tag verbrachten wir in der Hauptstadt Guatemala City. Gerade im Vergleich mit Mexiko entfaltete Guate, wie die Einheimischen es nennen, seinen Reiz erst auf den zweiten Blick.

Schon beim Landeanflug fiel auf, das Guatemala wesentlich von der Landschaft geprägt wurde: Berge, Hügel und Vulkane umringten Täler und Hochplateaus im Inland. Städte, Siedlungen, Straßen, Serpentinen sowie Felder und Plantagen füllten den freien Raum. Für Wachstum blieb in dem Land, das seine Einwohnerzahl seit den 80er Jahren verdoppelt hatte, wenig Raum.

Die Höhe der Bauten in der Altstadt war aufgrund der Erdbebengefahr auf zwei Stockwerke begrenzt. Renovierungen und Neubauten blieben während des dreißig Jahre andauernden Bürgerkriegs wohl weitgehend aus. In den vergangenen Jahrzehnten wurden diese Versäumnisse aufgeholt. Am Stadtrand, entlang der großen Verkehrsachsen, wucherten moderne Malls, abgeschlossene Wohnsiedlungen, Systemgastronomie, Supermärkte, Apotheken, Einkaufszentren usw., zumeist nach amerikanischen Vorbild. Hauptstädte akkumulierten immer Wohlstand. - Berlin blieb bisher die glückliche Ausnahme von dieser Regel. 

Nachdem wir den ersten Tag ein wenig durch das alte Stadtzentrum wanderten, freute ich mich auf eine Stadtführung am Donnerstag. Daraus wurde leider nichts. Der Stau auf dem Panamerika-Highway in die Stadt machte uns einen Strich durch die Rechnung. Was für ein Verkehr? Noch eine Schattenseite des rapide Wachstums.

Stattdessen besuchten wir in den Tagen zwei von Andys Freunden und ich bekam einen Einblick, wie Guatemalteken der oberen und unteren "oberen Mittelschicht" lebten, jedenfalls nach meiner bescheidenen Einschätzung. Auch in Andys Dorf Lo de Diegez gewann ich einen Eindruck davon, wie sich der Alltag sowohl in Blechhütten als auch in Mehrfamilienhäusern, in eingerichteten Küchen wie auch an offenen Feuerstellen gestaltete.

Jedoch stieß ich hier ebenso ob meiner nicht vorhandenen Spanischkenntnisse an Grenzen.

Um die eingangs gestellte Frage zu beantworten, Guate war keine schöne, aber dafür sicherlich eine interessante Stadt. Die ersten Stunden machten mich sehr neugierig, auf Guatemala und die Chapines, so der umgangssprachliche Name der Guatemalteken.

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