Tag 1 Montag: Ankunft Flughafen und erster Abend in Marseille
Der Abflug aus München war etwas stressig, weil einige Teilnehmer aufgrund einer Sperrung der Stammstrecke Probleme hatten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen zu...


Veröffentlicht: 24.09.2026
Am Dienstag Vormittag waren wir das erste Mal bei AAPPI unseren Hauptansprech- und Lernpartnern hier in Marseille.
AAPPI bedeutet "Aides aux Populations Précaires et Immigrées" Hilfe für Bürger in prekären Lebenslagen und Immigranten.
Dort erklärte uns die Direktorin, Frau Soraya Bousmaha, die Zielgruppen des Vereins und deren häufigste Probleme. Die Zielgruppen sind Menschen in prekären Lebenslagen mit und ohne Migrationsgeschichte.
Die Klienten erfahren hier Hilfe und Beratung gerade auch im Sozialrecht durch ehrenamtliche Rechtsanwälte und SpezialistInnen in der Beratung. Die BeraterInnen bei AAPPI sind jeder für sich Experten im jeweiligen Themengebiet z.B. Aufenthalt, Sozialversicherungen; Sozialleistungen; Wohnen usw.
Ein großes Thema ist für die Klienten hier wie in Deutschland ist der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum und insbesondere auch die häufige geradezu "Ausbeutung" der Geflüchteten in schlecht bezahlten Jobs ohne Sicherheit. Wir verbrachten den ganzen Vormittag bei AAPPI und ließen uns in der Mittagspause das Essen in einem benachbarten tunesischen Restaurant gut schmecken.
Am Dienstag Nachmittag durften wir das Kipawa-Projekt kennenlernen. Kipawa bedeutet auf Suaheli so viel wie Talent, Fähigkeit oder auch Macht. Violine und Lena stellten uns das Konzept vor, das neben einigen anderen Angeboten schwerpunktmäßig 4-monatige Deutschkurse anbietet. Das Besondere: Die Kurse sind für alle Geflüchteten zugänglich und kostenlos, die Teilnehmer müssen aber ehrenamtlich/freiwillig/unbezahlt in kooperierenden Betrieben und Firmen mitarbeiten. Dadurch gewinnen alle, denn die Firmen/Betriebe bekommen Helfer und die Teilnehmer können Kontakt zu potentiellen Arbeitgebern knüpfen. Da viele Menschen, die zu Kipawa kommen, keinen Aufenthaltstitel und somit keine generelle Arbeitserlaubnis haben, kann das im Optimalfall ein "Schleichweg" zu einer Bleibeperspektive durch verbesserte Sprachkenntnisse und Arbeitsvertrag sein. Oder zumindest eine gute Zeit, in der die Teilnehmer nicht zur Untätigkeit verurteilt sind, Freundschaften knüpfen und Unterstützung finden können.
