Narsarsuaq - ein verlassener Flughafen in der Wildnis
Der lange Tag endet in Narsarsuaq, einem Flughafen der US-Amerikaner in den 1950/60er Jahren. Danach wurde er von Dänemark und Grönland genutzt, bis im April 2026 Qaqortoq...


Veröffentlicht: 21.07.2026
Der Hostelbetreiber bringt mich morgens zum Anleger, wo schon das Boot liegt. Der Bootsführer hat sich die Wartezeit mit Angeln vertrieben, lässt mich selbst angeln, als ich interessiert schaue und frage. Ich fange aber nichts. Er auch nicht.
Wir fahren einmal quer über den Fjord nach Brattahlíð, eine Gruppe abholen. Zum ersten Mal ein Boot voller Menschen, nachdem ich bislang ja oftmals allein oder mit 2-3 anderen gefahren wurde. Anschließend geht es, richtig geraten, fullspeed durch die Eisbergreste Richtung Narsaq. Das fühlt sich in etwa so an, als würde man mit einem Rennrad eine mit Schlaglöchern übersäte Straße hinunterrasen und dabei versuchen, diesen auszuweichen. Wenn man es nicht schafft, rumst es halt. Gewaltig.
Aber wir kommen an. Narsaq, etwas über 1000 Einwohner/innen, sieht nach den drei Tagen Wildnis richtig städtisch aus. Hafen statt Anleger, Krankenhaus, zwei Supermärkte, Hotel. Nach dem Check-in durchstreife ich den sehr weitläufigen Ort, der wie die meisten Orte sehr hügelig ist. Kein Wunder, dass die Einwohner/innen ständig mit Auto oder Quad unterwegs sind. Im Hafen liegt ein gewaltiger Zweimaster; man sieht dem Schiff deutlich an, dass es für solche Gegenden wie hier konstruiert ist. Wie sich nach kurzer Recherche herausstellt, ein Forschungsschiff. https://www.forel-heritage.org/en/
Beim Abendessen treffe ich auf einen amerikanischen Kapitän, der mir mit einer Anekdote die Bedenken vor den rasanten Bootsfahrten nimmt: Ein Bootsführer hätte ihm erzählt, er sei einmal (fullspeed!) auf einen Felsen aufgefahren, das Boot sei durch die Luft geflogen, der Motor zerstört worden. Das Boot selbst hätte alles ohne Schäden überstanden. Nun, dann kann ja nichts mehr schief gehen!
Tipp Hotel: Das Hotel Narsaq ist empfehlenswert. Vom Hafen rechts die Straße hinauf, hinter der Linkskurve sieht man schon das gelbe Gebäude vor sich.
Tipp Ausflüge: Direkt am Hafen bietet ein lokales Büro diverse Angebote an.
