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12.12.2017: Überraschender Abschied von unserer "Alexa"

Veröffentlicht: 16.12.2017

Heute soll es für uns ein großes Stück weitergehen. 173 km sind es von Te Anau nach Queenstown. Da ich vor dem Routeburn Track keine Lust mehr darauf hatte, mich um Hostels zu kümmern, steht dies nach Rückgabe von Erics stinkigem Rucksack ganz oben auf der Liste. Dass es zur Hochsaison nicht einfach ist, spontan etwas zu finden, war mir klar, aber dass ich 12 Hostels abtelefonieren würde, hätte ich mir nicht träumen lassen. Gut, zwei davon waren verfügbar, allerdings 50 km weit vom eigentlichen Zielort entfernt, wovon eines keine Küche hatte und dass andere viel zu teuer war. Als wir die Hoffnung schon aufgegeben haben, unternehme ich nach fast einer Stunde Recherchierens und Rumtelefonierens noch einen letzten Anlauf und ergattere tatsächlich ein Doppelzimmer in Queenstown. Wohooo!

Am späten Vormittag brechen wir auf, schrubben ordentlich Kilometer und kommen pünktlich zur Mittagszeit durch den kleinen Ort Garston, wo wir uns an einem Food Truck beide einen Burger genehmigen. Yum!

Knapp 50 km vor Queenstown erreichen wir den Lake Wakatipu und halten unterwegs immer wieder für Fotos an. Irgendwann biegen wir rechts in die Straße zum Remarkables Ski Resort ein. Zum Ski fahren sind wir nicht gekommen, aber die Aussicht auf Queenstown, die Berge und den milchig blauen Shotover River entlang der extrem kurvigen (mittlerweile Gott sei Dank gepflasterten) Straße in schwindelerregende Höhe lohnt den Abstecher allemal. Wir fahren nicht bis ganz nach oben, sehen unterwegs einige Air New Zealand Flugzeuge starten bzw. landen und drehen auf etwa halber Höhe wieder um.

Stadteinwärts schwimmen wir wegen Brückenbauarbeiten eine ganze Weile im zäh fließenden Verkehr. Die alte Brücke, welche in naher Zukunft ersetzt wird, ist in der Tat in abenteuerlich schlechtem Zustand und erinnert an einen Indiana Jones Film.

Als nächstes machen wir einen unfreiwilligen, aber geplanten Stopp bei unserer Mietwagenfirma Apex. Ursprünglich nur um das defekte Navi zu tauschen, aber mittlerweile hat sich der eingangs kleine Sprung in der Windschutzscheibe U-förmig auf etwa 30 cm ausgedehnt. Der Mitarbeiter meint, dass wir damit nicht weiterfahren können, bittet uns vollzutanken und das Auto dann zurückzubringen. Gesagt, getan. Zum Glück haben wir morgens in Te Anau für 2,12 NZD vollgetankt, denn in Queenstown kostet der Sprit gleich mal 7 Cent mehr. Dann geht's zurück ins Depot. Besagter Mitarbeiter fährt nach recht langer Suche einen silbernen Toyota Corolla vor. Bei den Fotos von den Schadstellen fällt uns ein scharfer Riss in der Windschutzscheibe auf. Der Mitarbeiter zieht einen Mechaniker zu Rate und nach kurzer Inspektion steht fest, dass dieses Auto nirgendwohin (bis auf die Werkstatt) fährt. Auch das neue Navi, welches wir vorsorglich an Ort und Stelle testen lassen, funktioniert nicht und muss abermals ersetzt werden. Als nächstes versucht man, uns einen roten Toyota Yaris anzudrehen, bei dem Eric angesichts der kleinen Kofferraumgröße sofort den Kopf schüttelt. Wieder verschwindet der Mitarbeiter minutenlang in offenbar wachsender Verzweiflung, um dann mit einem roten Toyota Corolla vorzufahren. Sofort begutachten wir die Windschutzscheibe, die einen kleinen Steinschlag hat. Der Apexer steigt aus und meint gleich: "Hab ich gesehen, ich lasse es checken." Der Mechaniker gibt sein "Go", da die Stelle abgeklebt wurde und nicht weiter einreißen kann, doch beim Papierkram stellt sich heraus, dass der Wagen (aus welchem Grund auch immer) in eine höhere Klasse eingestuft wurde und der Mitarbeiter ihn uns daher nicht überlassen darf. Schließlich landen wir bei einem dunkelgrauen Toyota Corolla (leider wieder ohne Einparkhilfe), der 147.600 km auf der Uhr hat und von mir kurzerhand Cory genannt wird. Nach über einer Stunde haben wir endlich einen neuen fahrbaren Untersatz inklusive funktionierendem Navi, worüber auch der Mitarbeiter sichtlich glücklich ist. Zu guter Letzt komme ich nochmal auf das Navi-Thema zu sprechen, welches wir bezahlt haben, aber bislang nicht nutzen konnten. Der Mitarbeiter checkt meinen Mietvertrag und ist erstaunt über die ungewöhnlich niedrige Tagesrate, die ich für den Mietwagen und das Navi (2 NZD statt 10 NZD) zahle. Vielleicht liegt es daran, dass dies schon meine dritte Langzeitmiete bei Apex ist. Für das Navi habe ich 168 NZD für knapp drei Monate bezahlt; 18 Tage konnte ich es bislang nicht nutzen. Der Apex-Mitarbeiter erstattet mir großzügig 100 NZD und erklärt dies mit den Scherereien, die wir bis dato hatten. Als wir endlich vom Gelände fahren, ist nicht mehr viel von unserem Nachmittag übrig.

Nachdem wir unser Hostel bezogen haben (das bislang schmuddeligste, mit geringem Wohlfühlfaktor) bummeln wir noch durch Queenstowns lebendige Innenstadt und nehmen unser Abendessen beim Asiaten in der Shoppingmall ein. Es gibt Dumplings (gefüllte Teigtaschen). 

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