34. und letztes Kapitel, letzte Streifzüge und letzte Bilderflut
Die letzten zwei Tage waren reserviert für meine Lieblingsplätze in Kyoto. Eigentlich wollte ich ja noch zu den Stromschnellen in Arashiyama, aber es war einfach zu kalt. So...
Veröffentlicht: 12.03.2026






















Nachdem ich nun mal wieder dem Tod von der Schippe gesprungen bin (das wievielte Mal😳?), fand ich, ich brauche ein paar Tage Venedig für meine Seelenruhe.
Die Tage zwischen Karneval Mitte/Ende Februar, und Ostern, dieses Jahr Anfang April, sind schön ruhig, und wirklich: keine Menschenmassen auf dem Canale grande, relativ friedlich der Markusplatz, leider sind einige Palazzi mit Planen verhüllt und under construction, auch vor dem Eingang des Markusdoms ist einiges unter Plastikfolie verborgen, das Licht ist, wie manchmal im Sommer, milchig und die Sonne kommt nicht richtig zum Vorschein, aber im Großen und Ganzen ist Venedig herrlich und macht mich glücklich wie immer.
Mit dem Bus Nr.5 geht es direkt vom Flughafen zur Piazzale Roma, wo man ein Wochenticket für die Vaporetti erstehen kann, und dann gleich aufs Boot und einmal den ganzen Canale Grande herunterfahren bis zum Markusplatz, unter der Rialtobrücke und der Accademia-Brücke hindurch, am Fischmarkt und bei Peggy Guggenheim vorbei bis zur Haltestelle am Dogenpalast. Erster Blick auf die herrlichen Fenster und fleckigen Fassaden in allen erdigen Farben, die man sich vorstellen kann und die Gondeln, die meist noch eingepackt friedlich an den Kanalufern schaukeln.
Ein kurzer Gang vom Dogenpalast zum Campanile, der mir diesmal eine Spur zur Seite geneigt scheint, aber das ist wahrscheinlich eine optische Täuschung, er wird hoffentlich nicht noch einmal zusammenbrechen.
Keine Tauben mehr auf dem Markusplatz, man hat streng durchgegriffen und den Spaß meiner Kindheit endgültig verboten. Das Café Florian und das andere auf der gegenüberliegenden Seite sind ziemlich menschenleer. Die beiden Glockenschläger stehen aber noch auf ihrem Dach, und dieses Gebäude ist endlich fertig restauriert.
An der Seufzerbrücke vorbei (auch diesmal nicht eingepackt!) zur nächsten Vaporetto-Haltestelle und weitergeschippert nach Giudecca und zu meinem Lieblingsrestaurant La Palanca, wo der Wirt einen strahlend entgegennimmt und Ratschläge gibt, was es heute Gutes aus der Küche gibt. Ich glaube, manchmal kocht er auch selber. Vor allem Fischer und Leute aus der Nachbarschaft kehren hier ein. Es ist laut und voll und fröhlich, und das warme Chicorée-Gemüse, die Pasta mit Oktopus-Sauce und der Schokoladen-Mandelkuchen sind ein Genuss. Ich mache sofort eine Reservierung für den nächsten Tag, dann aber draußen am Wasser, und werde herzlich mit „A domani, Susanne!“ verabschiedet.
Giudecca ist viel ruhiger und einfacher als der Rest von Venedig, irgendwie gute alte Zeit. Hier liegt auch mein ziemlich gemütliches, blitzsauberes Hostel mit Blick auf das gegenüberliegende Venedig mit Türmen, Fassaden und Palästen.
