2. Etappe: Bad Kissingen - Kulmbach
188 km, 2.594 Höhenmeter, 7:45 Std im Sattel Gipfel: Kreuzberg 927 Meter (Unterfranken) Nachdem mich gestern die letzten 60 km ab Würzburg, wegen dem Profil, der heißen...

Veröffentlicht: 21.07.2025
82 km, 1.518 Höhenmeter, 3:50 Std im Sattel
Gipfel: Schneeberg 1.051 Meter (Oberfranken)
Ist das gesamte Vorhaben misslungen? Aufgrund andauendem Starkregen und miesen Temperaturen, habe ich die heutige Etappe abgebrochen, bin nach Bayreuth gefahren und von dort mit dem Zug weiter zum eigentlichen Etappenziel Furth im Wald. Hm, glücklich bin ich darüber natürlich nicht!
Kulmbach habe ich bereits bei Regen, hoch Richting Plassenburg und weiter mit dem ersten Anstieg nach Heinersreuth verlassen. Die Nacht war furchtbar, Gewitter, große Hitze im Zimmer - schlimmer wäre es nächste Woche zum Bierfest auch nicht gewesen, das Wetter dann aber sicher besser. Nein, das ist nicht der richtige Zeitpunkt um übers Timing zu sprechen…
In Bad Berneck war ich schon durch bis auf die Haut und leider machte meine Schaltung Probleme. Kurz untergestellt und gegoogelt - ah, der einzige Radshop hat nur mittwochs offen. Also mit rasselnder Kette den gut zu fahrenden Anstieg hoch nach Bischofsgrün. Immer am weißen Main entlang durch den dichten Wald - das ist im Sommer sicher traumhaft! Dennoch freue ich mich über meine Fahrt im Fichtelgebirge und erinnere mich an früher.
Nicht nur der Skilanglauf im Winter sondern auch Lauftraining und Mountainbiketouren im Sommer brachten mich in diese Gegend. In Bischofsgrün, am Fuße des Ochsenkopfs und dem zweithöchsten Berg Oberfrankens, erinnere ich mich auch an den schmerzhaften Versuch vom Skilanglauf in die Nordische Kombination zu wechseln. Vielleicht hätte ich dies lieber im Winter auf Schnee, als im Sommer auf Matten versucht. Das hätte definitiv weniger Brandverletzungen gegeben… Leider kann ich nicht mit Bildern dienen, denn die Nässe machte die Nutzung des iPhones unmöglich - aufgrund des dichten Nebel hätte man eh nicht viel gesehen. 😉
Vorbei an der Höhenklinik griff ich nun die Höhenlinien frontal an. Die steile Rampe brachte mich zum Gipfel der bei gutem Wetter schon längst aufgrund seines auffälligen Fernmeldeturms zu erkennen wäre. Früher militärisches Sperrgebiet, nun Mahnmal an die Zeiten des kalten Kriegs - was haben wir daraus gelernt???
Der höchste Berg Nordbayerns wäre fast nichts besonderes, würde hier nicht die alte NATO-Funkstation und der eigentliche Gipfelpunkt, das Backöfele stehen. Dieses aus Granitsteinen bestehende Naturdenkmal steht stellvertretend für die vielen Felsformationen rund um Schneeberg, Ochsenkopf, Waldstein, Kösseine und den weiteren Bergen des Fichtelgebirges. Um den höchsten Peak ranken sich einige Sagen. Wie im Inneren vieler anderer Berge, soll auch hier ein Schatz verborgen sein, welcher von einem schlafenden Ritter bewacht wird. Wenn man diesen nicht findet, trifft man aber ja vielleicht auf den wilden Jäger, der ähnlich wie Wotan mit seinem Geisterheer durch die Lüfte zieht.
Doch auch einige Fakten gibt es. In den zahlreichen Minen in den Bergen rund um den Schneeberg wurde nicht nur Gold, Zinn, Eisen, div. Mineralien etc. abgebaut, sondern Landesvater Franz Josef Strauß startete hier das bayerische Atomprogramm mit dem Abbau von Uranerz. Dieses Vorhaben war zunächst verboten und wurde später aus Kostengründen eingestellt.
Ich habe mich inzwischen entschieden und fahre frierend die Schotterpiste ins Tal. In Neubau zögerte ich kurz nach rechts zum Biathlonzentrum abzubiegen. Hier gewann ich 1983 meinen ersten Pokal bei der Oberfränkischen Meisterschaft im Skilanglauf. Was hatten wir als Kinder nach den Wettkämpfen noch für eine Energie, um den Skihang bei der Bleaml Alm noch hoch und runter zu fahren oder, weil es ja nie zu steil sein kann, den Schanzenauslauf für waghalsige Aktionen mit den schmalen Brettern herzunehmen.
Die Bleaml Alm würde mir jetzt auch gut tun, um etwas zu essen und mich aufzuwärmen. Aber irgendwann müsste ich ja dennoch weiter im Regen.
Was ich durch den Abbruch der Etappe verpasste, war das Skilanglaufzentrum Silberhütte. Gerne hätte ich diesem mal wieder einen Besuch abgestattet. Obwohl… An die Skilanglaufwettkämpfe habe ich eigentlich keine guten Erinnerungen. Das Wetter war immer schlecht und meine Leistung ließ hier auch immer zu wünschen übrig. Dann war es ja ganz gut, dass ich mir das heute erspart habe.
Abenteuerlich ging es für mich dann trotzdem weiter, was die Fahrt mit der DB anging. Zunächst gnadenlos überfüllter Zug, danach falsche Auskunft und Fahrt statt nach Furth im Wald, in den U.TLW Ort Lam. So gehen mir morgen also nochmal 25 km durch die Lappen😇 - aber so habe ich zumindest die Hoffnung mein Rad nochmal im ortsansässigen Radladen überprüfen zu können.
Jetzt hoffe ich auf eine ruhige Nacht und besseres Wetter für das was noch kommt!
Noch mehr über Land, Leute und Gipfel erfahren? Der BR hat eine ganze Staffel über die 7 Gipfel Bayerns gedreht (Dammersfeldkuppe und Schneeberg):
