7SOBGD - Seven Summits Of Bavarian Government Districts
In ein paar Stunden geht es los. Seit sicherlich zwei Jahren spukt dieses Vorhaben in meinem Kopf. Wann, wenn nicht jetzt zu meinem 50sten, wäre sonst der richtige Zeitpunkt? ...

Veröffentlicht: 19.07.2025













254 km, 2.390 Höhenmeter, 8:47 Std im Sattel
Gipfel: Hesselberg 689 Meter (Mittelfranken)
Die Strecke startete in Nürnberg, seit nunmehr fast 30 Jahren mein Lebensmittelpunkt. Hier durfte ich meine Frau fürs Leben heiraten und mit ihr gemeinsam unseren Traum eines Häuschens mit schönem Garten verwirklichen.
Meine Strecke führte mich südwestlich am westlichsten See des Fränkischen Seenlandes, dem Altmühlsee, vorbei zur höchsten Erhebung Mittelfrankens, dem Hesselberg. Um den Berg ranken sich zahlreiche sagenhaften Legenden, welche von Generation zu Generation überliefert wurden. Fakt ist, dass er einen aufschlussreichen Einblick in die Erdgeschichte der Jurazeit vor 200 - 150 Millionen Jahren gibt. Fakt ist leider auch, dass er von den Nazis missbraucht, Aber heutzutage zum Glück von Familien, Sportlern, Modellfliegern und natürlich Von den Schafen und Ziegen, welche dafür sorgen, dass er nicht wild zuwächst, genutzt (mehr dazu siehe TV Beitrag unten)
Nach dem Hesselberg ging es nordnordwestlich, haarscharf an der Grenze zu Baden-Württemberg, nach Rothenburg ob der Tauber. Die geschichtsträchtige Stadt ist vielen (leider nur) als Weihnachtsstadt bekannt. Für mich hat sie noch eine andere Bedeutung. 2016 galt die 50 km Strecke des „Taubertal 100“ als interne (gut gelungene) Qualifikation für die anstehende 100-km-WM in Los Alcazares (ESP). Erst heute wurde ich wieder daran erinnert, wie wellig das Profil des Tauber-Radwegs ist. Die kontrolliert gelaufenen sub 3:15 Std fielen am Ende doch etwas schwerer als anfangs gedacht… Gut 25 km bewegte ich mich heute auf dieser Strecke bis Bieberehren, kurz davor verließ ich Mittelfranken und tauchte nach Unterfranken ein. Anschließend schlug ich die Richtung nach Ochsenfurth ein.
Hier stieß ich auf den längsten rechten Nebenfluss des Rheins, dem Main. Seinem Quellfluss werde ich morgen noch zu Gesicht bekommen. Hier nun radelte ich an der für die Binnenschifffahrt wichtigen Wasserstraße, welche durch den Main-Donau-Kanal das Schwarze Meer mit der Nordsee verbindet.
Hier hatte ich erstmal mit einem ordentlichen Hungerast zu kämpfen. Die Einkehr beim Griechen sorgte zwar für einen vollen Magen, aber ich hatte definitiv zu viele Mineralstoffe verloren - jetzt wurde es hart und deutlich langsamer…
Flussabwärts ging's es zur nächsten Lebensstation, Würzburg, die Universitätsstadt und katholische Mittelpunkt Mainfrankens. Weder das Eine noch das Andere waren für mich ausschlaggebend dafür, hier 2 ½ Jahre meines Lebens zu verbringen. Es war der Einstieg ins Berufsleben, dem Polizeidienst. Damit verbunden war leider auch der (befristete) Ausstieg aus dem gerade in den Startlöchern stehenden Leistungssport. Sportförderprogramme gab´s vor über 30 Jahren bei der Polizei noch nicht - die Entscheidung für diesen Verein war dennoch die Richtige (wenn auch verantwortlich für manche Talsohle 😉- wie passend, dass ich in Würzburg mit 170 ü. n. n. auch den niedrigsten Punkt meiner gesamten Tour erreichte).
Aus eben dieser Talsohle fuhr ich über den Weinberg „Am Stein“ heraus, als ich die Stadt nach Norden verließ und Höhenmeter und Strecke sammelnd u. a. durch den Gramschatzer Wald in Richtung nach Bad Kissingen fuhr. Das UNESCO-Welterbe wurde seit dem 18. Jahrhundert in Konkurrenz zu Karlsbad und Baden-Baden zum Weltbad ausgebaut und dient mir heute als Schlafstätte nach meiner ersten Etappe.
Noch mehr über Land, Leute und Gipfel erfahren? Der BR hat eine ganze Staffel über die 7 Gipfel Bayerns gedreht: https://www.ardmediathek.de/video/7-gipfel-bayerns/der-hesselberg/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9XT046MzM2OTEyNDQ0ODEzX0YyMDIyV08wMDAzODdBMDpjaGFubmVsXzI4MTA3
