4. Etappe: Vila do Castello - Caminha
"Jeder Tag, an dem du morgens die Augen öffnest, ist ein Geschenk'. Diesen Satz habe ich kürzlich in einem Seminar gehört (Kristallgespräche - Sandra Mantz). Sabine hat...


Veröffentlicht: 17.06.2025
Bom dia ..
Gestern Abend haben wir noch den Hotel-Angestellten gefragt, wie wir von hier (Caminha/Portugal) nach A Guarda/Spanien kommen....mit einem Taxi-Boot, die Fähre ist nicht in Betrieb. Auf meine Frage, wie lange man ins Zentrum läuft, antwortet der junge Mann: über Spanien hat er keine Informationen. Ich frage ihn, ob er denn keine spanischen Freunde hat: nein. Und ob er vielleicht schon mal den Camino (er geht direkt am Hotel entlang) ging: nein, aber sein Onkel, der war danach 2 Wochen krank..😅...Eine Grenze in vielerlei Hinsicht...nicht nur als Fluß
Unweit vom Hotel spricht uns die Frau mit Camino-T-Shirt am Fluß an wegen Überfahrt, 6 Euro geregelter Preis, das Boot kommt gleich...wir dürfen uns noch ein Geschenk als Andenken aussuchen...einen Rucksack-Anhänger... aber da habe ich schon das Bändchen als Amreif an☀️...sie bittet uns um ein Selfie und um Werbung...also falls jemand mal hier sein sollte und eine Überfahrt braucht, wir können Popeye Sailor empfehlen😊
Das Taxi-Boot bringt uns und einen weiteren Pilger in 5 minütiger Motorboot-Fahrt schnell an das spanische Ufer. Das uns beim Aussteigen behilfliche Personal sagt bei der Ankunft: Bienvenidos en España und zack ist es eine Stunde später und wir sind wieder in 'unserer Zeit'.
Der Ort A Guarda befindet sich nur ca 3km ( über einen Berg) vom ausgestorbenen Anlegeort. Wir haben wieder mal Glück,, denn hinter einer Kurve wartet schon der Bus nach Baiona (ca 30 km, 30 min und 2,60 Euro, nur Barzahlung).
Für die lange Busfahrt haben wir uns entschieden, weil wir unbedingt die letzten 100km voll laufen wollen. Mit den Erkenntnissen der letzten Lauftage wissen wir, dass unsere körperliche Grenze mit Rucksack und Hitze bei 17km liegt - dies müssen wir wohl so akzeptieren.
In Baiona angekommen fühle ich mich wie plötzlich an einen spanischen Urlaubsort ausgespuckt und ich brauche ein bisschen, um mich an das andere Lebensgefühl zu gewöhnen.
Wir merken beide, dass wir eigentlich weiterziehen wollen, aber wir haben für heute ein Hotel in Baiona gebucht, das wir leider nicht mehr kostenfrei stornieren können...Gestern hatten wir Glück und booking.com bzw das Hotel hatte unsere Reservierung kostenfrei kurzfristig storniert.
Wir essen erstmal ein italienisches Eischen (seit Pescara liebe ich 'Fresa' oder ital. Fragola, Sabine ist glücklich mit 'Dark Chocolate') und beschließen mit dem Hotel direkt zu reden (Tipp eines Freundes: immer reden mit den Leut😊). Stornieren geht nicht mehr..die Rezeptions-Dame schlägt uns vor, weiterzuwandern und heute Abend mit dem Bus oder Taxi zurückzukommen - so würden es die anderen machen. Aha, andere scheinen auch die Situation zu kennen, ein Hotel im voraus reserviert zu haben und dann passt es nicht mehr in den Camino-Plan, der mittlerweile wirklich nur noch ein Plan ist.
Vielleicht ist das etwas, das wir lernen dürfen, einfach darauf los zu laufen. Sabine und ich sind beide gut im Planen, das gibt uns Struktur.
Wir bleiben in Baiona und 're-framen' die Hotel-Situation als 'Reha-Pause' für unseren Körper...immerhin haben wir letztes Jahr gemeinsam eine NLP Practioner-Ausbildung gemacht, das lässt uns die Situation gut annehmen (auch das Bergauf-Gehen sehen wir mittlerweile als Waden-Dehn-Übung).
Nachtrag: Wir haben unsere weiteren Hotel-Reservierungen storniert bis auf Vigo morgen und Santiago (unsere letzte Nacht vor dem Rückflug) 😀...vamos a ver!
