10. Etappe: Caldas de Reis - Padron
Montag morgen - wir starten wieder früh (7.10h) und gut eingecremt (auch die Öhrchen - O-Ton Schischi), denn es ist wieder ein heißer Tag mit 33 Grad gemeldet. Den Camino-Pfeil...


Veröffentlicht: 24.06.2025













Auf geht's zur letzten Etappe, denn wir wollen nun einfach ankommen, das Ziel erreichen, auch wenn manchmal der Weg das Ziel ist.
Wir haben nun schon einige Kilometer seit Porto in den Knochen. Wir entschließen uns daher, die letzte Etappe mit weniger Gepäck zu laufen und nutzen für ein Gepäckstück den Hotel-zu-Hotel-Transport, was prima funktioniert.
Das ist etwas, das wir auf dem Weg gelernt haben, klug mit unseren Ressourcen zu haushalten. Und wir haben noch ein (Arbeits-)leben nach dem Camino!
Bei km 13.580 hat mir ein Freund, der im Mai den Camino ging, einen beschrifteten Stein hinterlassen, was mich sehr gefreut hat (auch wenn ich dafür ein Stück des Weges zurückgehen musste und mich ein besorgtes Wanderpärchen fragte, ob ich ok wäre; der Camino kennt halt nur eine Richtung 😀).
Jetzt laufen auch die Kilometer runter, gehen in den einstelligen Bereich vor dem Komma, was ein tolles Gefühl ist. Immer wieder treffen wir Fast-Bekannte wie Natalia (die Argentinierin) und andere aus vorhergehenden Hostals/Hotels.
Es fühlt sich wie ein Zieleinlauf an...die letzte Mittagspause, dann die letzte Rast vor Santiago. Ca 2,3 Km vorher gabelt sich der Weg, ein mexikanischer Pilger empfiehlt uns den rechten...it's beautiful...Ich frage mich kurz, woher er das weiß, denn eigentlich geht der Weg ja nur in eine Richtung.
Auch hier sind die letzten Kilometer die anstrengendendsten, da kann auch der erste Blick von der Ferne auf die Kathedrale nichts ändern.
Wir laufen dann am späteren Nachmittag bei bedeckten Himmel und drückenden 27 Grad in die Altstadt ein, statt Muschel-Kacheln oder Schilder sind nun goldfarbene Muscheln im Boden eingelassen.
Und plötzlich kommen wir von der Seite auf den Platz vor der Kathedrale. Hier herrscht eine ganz eigene Stimmung, wir setzen uns beide erst einmal ebenfalls auf den Boden, atmen durch, brauchen kurz Zeit, um auch innerlich anzukommen. Dann aber fallen wir uns freudig in die Arme und beglückwünschen uns, dass wir es geschafft haben! Das war nicht immer sicher und keine Selbstverständlichkeit, das wissen wir beide!
Zur unserer Freude treffen wir hinter der Kathedrale auf Fabian und Rita (die Schweizer) und gratulieren uns 😀
Unser Hotel heute - Casa de Balconada - ist nur ca 40 m von der Kathedrale entfernt; erstmal eine Dusche, dann wieder in die bewährte Abendgarderobe, unsere Compostela abholen (der Pilgerausweis wurde sehr geprüft!) und unsere Zielerreichung feiern!
Heute musste es eine Jakobsmuschel sein (der wir mal nicht hinterherlaufen :-)) und deren Schale wir als Andenken mitnehmen.
PS: Ich war heute der 980. Pilger, der seine Urkunde abgeholt hat.
