Tag 5: Das Ziel aller Träume – Rentier-Dinner und rosa Wolken am Nordkap
Heute war DER Tag. Nach tausenden Kilometern, kurzen Nächten und Mücken-Attacken stand das große Ziel auf dem Programm: Das Nordkap (Nordkapp).

Veröffentlicht: 23.11.2025
Nach der gestrigen Nacht-Aktion (wir waren erst gegen 03:00 Uhr im Bett) startete der Tag heute ganz im Zeichen der Erholung: Ausschlafen!
Es ist ein unglaublicher Luxus, bei einem Roadtrip mal zwei Nächte im selben Hotel (in Repvåg) zu bleiben. Kein Kofferpacken, kein Tetris im Kofferraum, einfach entspannt in den Tag starten. Da wir das große Ziel "Nordkap" gestern Nacht abgehakt hatten, konnten wir uns heute ganz ohne Zeitdruck der Insel Magerøya widmen. Denn die hat mehr zu bieten als nur die Weltkugel.
Als wir gegen Mittag losfuhren, zeigte sich das arktische Wetter von seiner wilden Seite. Zwar strahlte die Sonne vom knallblauen Himmel, aber der Wind war brutal. Er fegte mit einer Wucht über die karge Insel, dass man sich gegen die Autotür lehnen musste, um sie aufzubekommen.
Auf der Strecke Richtung Norden spielten sich regelrechte Dramen ab. Die Straße zum Nordkap ist im Sommer voll mit Tourenradlern, die sich ihren Lebenstraum erfüllen wollen. Heute war das Schwerstarbeit. Die Böen waren so stark, dass die vollgepackten Räder immer wieder aus der Spur geworfen wurden. Für uns als Autofahrer hieß das: Höchste Konzentration. Überholen war ein Geduldsspiel, da man nie wusste, wann der nächste Windstoß einen Radler einen Meter zur Seite drückt. Ganz ehrlich: Ich war heilfroh, im warmen, schweren Auto zu sitzen und nicht auf dem Sattel.
Statt zum Kap fuhren wir nach Honningsvåg. Es ist der Hauptort der Insel und fühlt sich nach der Einsamkeit der Tundra fast wie eine Metropole an. Hier legen die berühmten Hurtigruten-Schiffe an, es gibt Cafés und Leben. Ein schöner Ort, um einfach mal am Hafen zu stehen, den Fischkuttern zuzusehen und die Zivilisation am Ende der Welt zu spüren.
Doch viel spannender waren die kleinen Abstecher. Wir verließen die Hauptstraße und besuchten einige der kleineren, unbekannteren Fischerdörfer auf Magerøya. Hier findet man das Postkarten-Norwegen: Winzige Häfen, bunte Holzhäuser, die sich an die schroffen Felsen klammern, und Stockfisch-Gestelle. Es war herrlich ruhig dort, fernab der Touristenbusse, die meist nur schnurstracks zum Nordkap durchfahren.
Tagesfazit:
Start: Sehr spät (der 3-Uhr-Nachts-Effekt).
Wetter: Sonnig, aber extrem stürmisch.
Beobachtung: Radfahrer am Nordkap sind die wahren Helden (oder Wahnsinnigen).
Aktivität: "Insel-Hopping" auf Magerøya und Besuch in Honningsvåg.
Feeling: Entschleunigung am nördlichsten Ende Europas.
