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Tag 17: Ålesund – Ein Parkhaus im Berg und das deutsche Paradoxon

Veröffentlicht: 23.11.2025

Unterkunft
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Hotel · Ålesund
Spaziergang
Ålesund → Aksla
Ålesund, Norwegen
Attraktion
Aksla
Ålesund, Norwegen
Attraktion
Ålesund
Ålesund, Norwegen

Heute stand Ålesund auf dem Programm. Wir haben zwar das Hotel gewechselt (aber sind in der Stadt geblieben), doch das eigentliche Abenteuer war heute historischer und architektonischer Natur.

Das "Batcave"-Parkhaus & Nieselwetter

Der Tag begann grau. Es nieselte immer wieder – dieses typische, feine Fjord-Wetter. Aber da es windstill war, reichte der Regenschirm völlig aus. Bevor es zu Fuß losging, musste das Auto geparkt werden. Und selbst das ist in Ålesund spektakulär. Ich stellte meinen Kleinwagen in ein Parkhaus, das über drei Etagen tief in den massiven Berg hineingebaut wurde. Man fährt quasi in den Fels hinein – das hat fast schon James-Bond-Flair und zeigt wieder mal, wie die Norweger den Kampf "Mensch gegen Stein" meistern.

Die zwei Gesichter des Hafens

Beim Stadtspaziergang fielen mir sofort die Kontraste am Wasser auf. Auf der einen Seite der moderne Kreuzfahrthafen, wo die riesigen schwimmenden Hotels liegen und tausende Touristen in die Stadt spülen. Auf der anderen Seite der "normale", arbeitende Hafen mit den Fischkuttern und kleineren Booten. Ålesund ist immer noch eine der wichtigsten Fischereistädte Norwegens (Stichwort: Klippfisch), und es ist schön zu sehen, dass die Stadt nicht nur Kulisse ist, sondern hier noch echtes Leben stattfindet.

418 Stufen zum Glück: Der Aksla

Trotz des Nieselregens ließ ich mir den Hausberg Aksla nicht nehmen. 418 Stufen führen vom Stadtpark hinauf. Oben angekommen, hat man diesen berühmten Blick auf die Inselkette und die Stadt, die wie hingegossen im Wasser liegt. Selbst bei grauem Himmel ist diese Aussicht majestätisch. Von hier oben sieht man auch die einzigartige Architektur der Stadt besonders gut – und die führt zu einem nachdenklichen Thema.

Zerstörung im Norden, Aufbau im Westen: Ein deutsches Paradoxon

Wenn man durch Ålesund läuft, fällt sofort auf: Alles ist im Jugendstil gebaut. Türmchen, Verzierungen, bunte Fassaden. Das ist untypisch für Norwegen. Der Grund dafür ist eine Katastrophe – und deutsche Hilfe. 1904 brannte die Stadt bei einem verheerenden Großfeuer fast vollständig nieder. Der deutsche Kaiser Wilhelm II., ein großer Norwegen-Fan, schickte sofort Schiffe mit Hilfsgütern, Baumaterial und Handwerkern. Ålesund wurde mit deutscher Hilfe in diesem wunderschönen Stil wieder aufgebaut. Hier waren die Deutschen die Retter und Baumeister.

Dieser Gedanke begleitete mich heute ständig, denn er steht in einem brutalen Kontrast zu dem, was ich auf meiner Reise im hohen Norden (Finnmark/Troms) gesehen bzw. nicht gesehen habe. Dort oben wüteten die deutschen Truppen im Zweiten Weltkrieg beim Rückzug unter dem Decknamen "Unternehmen Nordlicht". Sie wandten die Taktik der "Verbrannten Erde" an. Fast jede Stadt, jedes Dorf (wie Hammerfest oder Teile von Alta) wurde von der Wehrmacht zwangsgeräumt und restlos niedergebrannt, damit die Rote Armee nichts vorfindet.

Es ist ein seltsames Gefühl:

  • Im Norden fahre ich durch Orte, die ihre Geschichte verloren haben, weil deutsche Soldaten sie zerstört haben.

  • Hier im Westen stehe ich in einer der schönsten Städte Norwegens, die ihre Schönheit der Tatsache verdankt, dass Deutsche sie aufgebaut haben.

Dieser Tag in Ålesund war also mehr als nur Sightseeing. Er war eine Lektion darüber, wie unterschiedlich die Spuren sind, die eine Nation in einem anderen Land hinterlassen kann.

Tagesfazit:

  • Parking: Spektakulär im Berg (3 Etagen!).

  • Wetter: Nieselregen, aber windstill (Regenschirm-tauglich).

  • Aussicht: Aksla ist Pflicht, auch bei Wolken.

  • Geschichte: Der bewegende Kontrast zwischen dem Aufbau hier (1904) und der Zerstörung im Norden (1944).

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
1 Tag
Wetter
Sommer
KulturellEntspannend
  • Parkhaus tief im Berg
  • Aksla mit 418 Stufen
  • Jugendstil-Architektur in Ålesund
  • Kontrast zwischen modernem Kreuzfahrthafen und Fischereihafen
  • Wiederaufbau nach dem Großbrand von 1904
Regenschirm
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