Tag 3: Kilometerfressen auf der E4 & die erste helle Nacht in Umeå
Heute stand die erste echte "Königsetappe" an. Von unserem Schloss bei Stockholm bis nach Umeå sind es rund 600 Kilometer. Das klingt machbar, zieht sich aber in die Länge, wenn...

Veröffentlicht: 23.11.2025
Heute war ein Tag der Kontraste. Wir starteten in Umeå bei bestem Wetter und endeten in Finnland in einer Sauna – und in einem Kampf gegen winzige Blutsauger. Aber der Reihe nach.
Nach dem grauen Kilometerfressen gestern zeigte sich der Norden heute von seiner Schokoladenseite. Der Himmel war strahlend blau, die Temperaturen sommerlich warm. Unser erster Stopp führte uns zum Naturschutzgebiet Bjuröklubb. Ein traumhafter Flecken Erde. Die Ostsee lag spiegelglatt vor uns – kaum zu glauben, dass das dasselbe Meer ist, das uns vor zwei Tagen an den Kreidefelsen noch so angefaucht hat.
Wir entschieden uns, Strecke zu machen, und ließen die Stadt Luleå links liegen (nur eine Durchfahrt), um ins Landesinnere abzubiegen. Der Weg führte uns zum Jokkfall, einem mächtigen Wasserfall, der sich tosend durch die Wälder bricht. Hier spürt man schon: Die Zivilisation weicht langsam der Wildnis.
Der Übertritt nach Finnland bei Kolari war völlig unspektakulär. Kein Stau, keine Kontrollen, einfach rüberfahren. Aber Achtung: Mit der Grenze kommt die Zeitverschiebung. Finnland ist uns eine Stunde voraus (EET). Zack, war es plötzlich eine Stunde später auf der Uhr.
In Finnland angekommen, konnten wir bei dem grandiosen Wetter nicht widerstehen: Wir hielten an einem einsamen Hochlandsee. Das Wasser war erfrischend, die Sonne brannte – ein perfekter Badestopp mitten im Nirgendwo.
Unser Nachtlager schlugen wir auf einem finnischen Campingplatz auf. Und was ist in Finnland Pflicht? Richtig: Die Sauna. Es war ein echtes Erlebnis. Wir kamen mit ein paar finnischen Kindern ins Gespräch, die uns – halb auf Englisch, halb mit Händen und Füßen – in die Geheimnisse der Saunakultur einweihten. Für die Kids ist die Hitze das Natürlichste der Welt. Zur Abkühlung ging es direkt in den angrenzenden Fluss. Das Wasser war eiskalt, aber nach dem Schwitzen genau das Richtige.
So entspannt der Abend in der Sauna war, so herausfordernd wurde die Nacht im Zelt.
Die Mückenplage: Man hört Horrorgeschichten über finnische Mücken, aber man glaubt sie erst, wenn man da ist. Kaum standen wir am Zelt, waren wir umzingelt. Hunderte. Nein, Tausende. Das "normale" Mückenspray schien sie eher als Gewürz zu interessieren. Es half nur die Flucht ins Zeltinnere.
Schlaflos im Hellen: Jetzt rächte sich, dass wir heute keine festen Wände hatten. Die Mitternachtssonne ist wunderschön, wenn man wach ist. Aber wenn man im Zelt liegt, das hell erleuchtet ist als wäre es 14 Uhr mittags, spielt der Kopf verrückt.
Da lagen wir also: Draußen summte das Mückengeschwader gegen die Zeltwand, drinnen war es taghell, und wir versuchten, irgendwie Schlaf zu finden. Willkommen im echten Abenteuer!
Tagesfazit:
Highlight: Baden im spiegelglatten Hochlandsee & die originale finnische Sauna.
Grenze: Unkompliziert bei Kolari (+1 Stunde Zeitverlust!).
Herausforderung: Zelten bei Helligkeit und Mückenalarm.
Wetter: Sommer pur.
