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Abenteuer-Wanderung um die Lagune von Peri

Veröffentlicht: 17.05.2017

Die Lagoa do Peri ist ein großer klarer See inmitten eines Naturschutzgebietes mit unzähligen "trihlas" (Wanderwegen). Einer dieser trihlas sollte um den See herumführen und ca. 3 Stunden dauern. Diesen Weg suchten wir uns aus und meinten ihn auch ohne Karte oder Guide bewältigt zu bekommen. Schon bald verließen wir den unmittelbaren Pfad direkt am See und liefen immer weiter in den Wald hinein. Die Natur faszinierte uns, der Wald wurde immer wilder, der Weg immer schwieriger. Wir mussten über quer liegende Baumstämme drunter und drüber klettern. Links und rechts des Weges gab es Lianen. Der Wald änderte sich von mediterraner Flora zu einem tropischen Regenwald. Ein Schild wies auf die "Zone mit Schlangen" hin. Ich trug die gesamte Zeit Vincent im Tuch vor mir her und hoffte, dass der schwere Abschnitt bald vorbei sei und wir den See hoffentlich bald umrundet haben. Dennis trug die Kamera, die Wickeltasche und unsere Picknicksachen. Nachdem wir noch über dünne Holzlatten über zwei Flüsse rüber balancieren mussten, kamen wir in einen Abschnitt mit 20 m hohen, laternenpfahl-dicken Bambusbäumen die sich im Wind bogen und dadurch laut quietschten. Der Weg wurde sumpfiger, aber etwas weniger anstrengend. Ich wartete auf den See oder ein Schild, dass uns anzeigt wie weit es noch war. Wir machten Pause an einem Wasserfall, wo wir Vincent gegen Gepäck zwischen uns tauschen wollten. Mein Rücken machte langsam nicht mehr mit. Wir waren bestimmt schon insgesamt schon 4 Stunden unterwegs. Ganz so langsam waren wir doch nicht gelaufen? In der kurzen Pause tranken wir unser Wasser und aßen den letzten Apfel. Ich freute mich schon auf das Abendbrot am Auto. Heut Nacht würde ich bestimmt gut schlafen können. Nach wenigen Metern erreichten wir ein Schild mit der Aufschrift "fim da trilha" (Ende des Wanderwegs). Der Weg hörte einfach auf. Wir standen mitten im Jungle! Plötzlich war uns auch aufgefallen, dass uns schon länger niemand mehr entgegengekommen war. Es war bereits später Nachmittag. Ich bekam plötzlich Panik, dass wir die Nacht hier im Jungle mit den Schlangen alleine verbringen müssten. Der einzige Ausweg aus dieser Lage war es den Weg zurück zu gehen. Der Adrenalinausstoß vertrieb bei uns alle Wehwehchen und Müdigkeit. Vincent war die meiste Zeit des Hinwegs am schlafen gewesen und jetzt in bester Plapperlaune. Er merkte nichts von der brenzligen Lage in der wir uns befanden. Mit der Angst im Nacken, dass uns die Nacht überfallen könnte und mit getauschtem Gepäck machten wir uns auf den Rückweg - durch den Sumpf, an den quietschenden Bambusbäumen vorbei, über die Flüsse, über die hohen Steine, über die Baumstämme, vorbei an den Lianen,.. . Dennis war mit Vincent auf dem Arm deutlich schneller unterwegs als ich beim Hinweg. Wir waren wieder auf dem richtigen einfachen Pfad angelangt. Für den Hinweg hatten wir für diese Strecke etwa drei Stunden gebraucht, zurück schafften wir es in unter einer Stunde. Wir sahen den See! Hier waren Häuser, wir konnten uns zu Not ein Taxi nehmen. Dennis hatte sofort seine Orientierung wieder und wusste wie wir zur großen Straße kamen, die auf kürzestem Weg zu dem Parkplatz wo unser Kalle stand führte. Dort angekommen fuhren wir mit Autostopp dort hin und kamen pünktlich an, bevor Vincent nach seinem Abendbrei verlangte. Puh, das war ja gerade nochmal gut gegangen. Ab jetzt nur noch Wanderungen mit Karte oder Guide ;)
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