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Auf (ein) Wiedersehen Sri Lanka

Veröffentlicht: 08.03.2019

Hallo Ihr lieben.

Tja, wir sind wieder da - Challenge accepted and completed. Check … und nun?

Bevor wir den Blog abschließen und gänzlich in den Alltag zurückkehren, möchten wir noch einmal kurz zurückschauen. Unser Wunsch ist es, die wichtigsten Momente, Ereignisse und Erfahrungen noch einmal hervorzuholen und mit etwas Abstand zu bewerten. Irgendwie fehlt noch etwas. Vielleicht ein Schlussstrich, ein Resümee, ein abschließendes Wort? Wir wissen es noch nicht, hoffen aber es irgendwann zu sehen …

Vor ziemlich genau einem Monat war „Rucksackreisen für Anfänger“ unser Aufhänger, bevor wir nach Sri Lanka geflogen sind. Für uns ging es darum, sich Zeit zu nehmen, abzuschalten und Dinge zu tun, die man schon immer einmal machen wollte. Die Erfahrung das Ganze nicht geplant und organisiert durchzuführen, sondern auf eigene Faust und vor Ort ganz spontan und völlig flexibel, hatte auf jeden Fall seinen Reiz. 

Dass wir, für gewöhnlich als klassische Pauschaltouristen aus dem unteren Luxussegment reisend, überhaupt uns getraut haben ein völlig fremdes Land mit dem Rucksack zu erkunden, war sicherlich erst einmal für den ein oder anderen verwunderlich. Gerade wir, die wir ansonsten in Adults Only Hotels einchecken, regelmäßig zum Golfen fahren und beim Essen nun auch nicht gerade sonderlich experimentierfreudig sind. Aber gerade wir sind eben auch spontan, abenteuerlustig und relativ frei von Schubladendenken. Wir kennen selten Vorurteile, kaum Hindernisse und zumeist keine Grenzen, wenn es darum geht Dinge auszuprobieren. Wir sind als Paar unglaublich stark, harmonisch und einander ergänzend.

Und genau das war es für mich nämlich auch, was ich in den letzten Wochen noch einmal sehr intensiv erfahren durfte. Es gab so viele Momente, in denen wir gemeinsam genossen aber auch mal gemeinsam gelitten haben. Es gab so viele Highlights, so viele Begegnungen, atemberaubende Natur und abenteuerliche Momente. Aber es gab zu keiner Zeit den Moment von Unsicherheit, Streit oder nicht Miteinander genießen zu können. 

Das soll jetzt hier kein Liebesbrief werden aber es war schon toll, das alles mit Sina erleben zu dürfen. Es ist genau richtig so wie es ist. Und warum Dinge manchmal nicht funktionieren oder nicht so sind wie man sie sich wünscht, wird wohl einen anderen Grund haben.

Keine Angst, ich bin nicht zum Buddhismus konvertiert und nein, wir haben tatsächlich auch weder Yoga noch Ayurveda ausprobiert. Unsere Reise führte uns lediglich einmal vom Westen (Negombo), durch die Mitte des Landes (Kandy, Nanu Oya, Ella, Uda Walawe), in den Süden (Tangale, Mirissa, Unawatuna) und an den Stränden vorbei, zurück nach Colombo. Das einzig verrückte daran war, dass jede Region völlig einzigartig und anders war. Überall sah es anders aus, die Natur veränderte sich von Ziel zu Ziel und auch die Menschen und ihre Lebensformen waren total unterschiedlich. Es fällt uns tatsächlich schwer das Ganze irgendwie zu bewerten oder auf einer Skala zu ranken. Ohne die Rundreise hätte man ja gar nicht die Unterschiede wahrgenommen und vielleicht wäre es auch anders gewesen, wenn man die Route im Süden gestartet hätte. 

Was wir aber sagen können ist, dass die Mitte des Landes absolut sehenswert ist. In Ella haben wir uns verliebt und nicht nur wir beide nochmal uns ineinander, sondern auch in die kleine Stadt und die unglaublich schöne Region. Diese Freiheit auf den Schienen zu laufen, auf die Berge zu steigen, durch Teeplantagen zu wandern und immer wieder mit den Einheimischen in Kontakt zu treten, war für uns definitiv eines der Highlights unserer Reise.

Natürlich hat uns auch das Meer fasziniert, die wilden Wellen, das Ursprüngliche und diese scheinbare Endlosigkeit von palmengesäumten Sandstränden. Auch die Nächte mitten im Dschungel waren herausragend. Zu sehen, wie die Affenherde scheinbar ungestört von unseren Blicken, sich ihren alltäglichen Weg durch die Baumkronen suchte. Wo kann man schon sonst so etwas erleben?

Ich denke ganz allgemein hat es uns die Natur angetan. Das wilde Grün, die vielen Tiere, die Geräusche und Gerüche. Das war einfach sensationell. So nah dran zu sein, das kannten wir bislang nicht.

Und last but not least waren es die Menschen, die es uns angetan haben. Wir haben so viel bekommen und am meisten von denen, die am Wenigsten haben. Bis auf ein, zwei klitzekleine Ausnahmen haben wir es nur mit freundlichen und liebenswerten Menschen zu tun gehabt. Die meisten der Sri Lankesen besitzen scheinbar eine absolute innere Ruhe und Ausgeglichenheit. 

Man muss aber auch deutlich sagen, dass es noch viel zu verbessern gibt. Egal ob es um die politische Situation mit den Tamilen, die Verteilung des Geldes innerhalb von Politik und Gesellschaft, die Rolle der Frau, den Umgang mit den Straßentieren oder die Problematik mit dem Plastikmüll geht, es gibt noch unglaublich viel zu tun. Es fehlt immer noch an flächendeckender und spezifischer Aufklärung beziehungsweise Bildung zu bestimmten Themen. Es fehlt an einer soliden und strategischen Vision für die gesamte Insel und nicht nur für die Regionen, die touristisch oder geostrategisch interessant erscheinen.

Aber genau das ist ja scheinbar auch in vielen anderen Ländern dieser Welt das große Problem. Und vielleicht war es auch genau das, warum wir uns am Ende tatsächlich wieder gefreut haben nach Deutschland zurückzukehren. 

Ich denke, uns ist manchmal gar nicht bewusst wie gut es uns geht und wie weit wir eigentlich sind. Vielmehr noch denke ich sogar, dass wir uns dadurch oftmals auf den eigenen Füßen stehen und uns ausbremsen. Wir verschwenden Zeit und Kraft durch Meckern und Lamentieren anstatt selber etwas zu ändern und die Dinge in unserem Umfeld einfach anzupacken und anders zu machen. Wir haben doch das Potenzial dazu – jeder Einzelne von uns.

Keine Ahnung, ob das die Antwort auf die Frage nach meiner Zukunftsgestaltung war. Und nein, tatsächlich bin ich nicht in die Quelle der Weisheit gefallen und habe nun die Lösungen für alle meine, beziehungsweise unsere Probleme parat. Ich weiß nur, dass es schon irgendwie wird. Ich bin positiv gestimmt … Wir sind positiv gestimmt!

Wir freuen uns auf die Zukunft und werden bestimmt noch einmal eine Rucksackreise in Angriff nehmen. Vielleicht nicht gleich im nächsten Jahr aber irgendwann bestimmt. Es gibt noch so viel zu entdecken, man muss sich nur trauen.

Im Anhang findet ihr noch einmal unsere Lieblingsfotos der letzten Wochen. Wir hoffen sehr, dass es euch Spaß gemacht hat 'dabei zu sein' und verabschieden uns bis zum nächsten Wiedersehen.

Fühlt euch animiert auf eure eigenen Abenteuer zu gehen und uns daran teilhaben zu lassen. Wir freuen uns darauf.

Wir haben euch lieb, Sina und Matti!

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