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Pucón - Heiße Quellen, Kayak, Feria, Vulkantour und Nationalpark

Nach meinem ersten Praktikum bin ich über Santiago direkt nach Pucón weitergezogen. Etwa 10 Stunden hat die Busfahrt gedauert bis ich am 29. Januar gegen 8 Uhr morgens angekommen bin.

Im Hostel hat mich schließlich die erste Überraschung erwartet: Bei der Zimmerbuchung habe ich nicht darauf geachtet, wie viele andere Personen noch in meinem Zimmer sind, sondern ich habe nur auf den Preis geachtet. Also stand ich letztendlich in meinem Zimmer mit noch 15 anderen Betten. Jedoch kann ich sagen, dass man dort besser schlafen konnte als gedacht und alle sehr rücksichtsvoll waren.


Direkt nach meiner Ankunft haben mich zwei meiner Zimmergenossen gefragt, ob ich jetzt sofort mit noch vier anderen aus unserem Zimmer zu heißen Thermalquellen fahren möchte. Also bin ich mit 2 Israeli, 2 Argentiniern und 2 Deutschen zusammen zu den Termas Los Pozones gefahren. Dort gab es direkt neben dem Fluss Río Liucura insgesamt vier Wasserbecken mit verschiedenen Temperaturen. Das letzte davon war mit Abstand am heißesten und hat sich in manchen Ecken so angefühlt, als würde es gleich anfangen zu kochen. Sobald man aus dem Wasser rausgegangen ist, war daher auch der ganze Körper erstmal feuerrot. Besonders viel gab es dort natürlich nicht zu sehen, aber es war auf jeden Fall eine Erfahrung wert und ich fand es sehr beeindruckend, wie sich die vulkanische Aktivität rund um Pucón in diesen Quellen zum Ausdruck bringt.

Am nächsten Tag bin ich alleine losgegangen, um eine Kayaktour zu machen. Dort hat sich herausgestellt, dass Rajeed aus Indien und ich die einzigen Schüler dieses Tages waren. Nachdem wir passende Kleidung und Kayaks ausgesucht haben, sind wir zusammen an eine Stelle des Flusses Liucura gefahren, wo wir ohne Strömung die ersten Techniken ausprobieren konnten. Als mein Kayaklehrer mir allerdings gesagt hat, dass ich in dem Kayak nach links und rechts schwenken kann, wie ich will, ohne dass was passiert, da ich die Umfallgrenze rechtzeitig erkennen würde, habe ich es natürlich gleich ausprobiert und habe wie erwartet mein Kayak zum Umfallen gebracht. Ungünstig war, dass uns zu dem Zeitpunkt noch nicht erklärt worden war, was wir tun müssen, wenn wir mit dem Kopf unter Wasser sind, da man sich selbst nicht so einfach aus dieser Lage befreien kann. Also ist mein Kayaklehrer schnell zu mir gepaddelt und hat versucht, mein Kayak mit mir wieder umzudrehen, woraufhin sein Kayak allerdings auch umgekippt ist und er sich selber erstmal wieder auf die Wasseroberfläche drehen musste. Nach ewig langem Luft anhalten und gefühltem Ertrinken konnte er mich allerdings auch wieder über Wasser holen. Später mussten wir sogar probieren, uns durch die Eskimorolle selber wieder nach oben zu drehen, um uns im Notfall selber wieder aus der Lage befreien zu können, sollten alle anderen Kayakfahrer zu weit weg sein.


Nach einer kurzen Mittagspause, in der wir das glasklare Wasser genießen und durchatmen konnten, haben wir uns endlich in die Strömung gewagt. Ich muss zugeben, dass ich es mir nicht so anstrengend vorgestellt hatte und nicht wusste, dass man so kräftig paddeln muss, um gegen die Strömung anzukommen. Allerdings haben wir uns dabei gut angestellt und ohne Schwierigkeiten eine Stromschnelle (rapid) mit der Stufe 2,5 passiert, bei welcher normalerweise alle Anfänger mit dem Kopf unter Wasser enden.


Zurück in Pucón, bin ich zusammen mit Ranjeed auf eine Messe der Ureinwohner Kui Kui gefahren, wo man typische Gerichte probieren und Souvenirs kaufen konnte. Außerdem wurden Musik gespielt und verschiedene Spiele angeboten. Anschließend hat uns unser Kayaklehrer Federico sogar noch zu einem Bier eingeladen, sodass wir mehrere Kneipen und einen Club Pucóns besucht haben.

Feria Kui Kui
Feria Kui Kui


Den folgenden Tag habe ich mit Fede verbracht, welcher mir den Nationalpark Villarrica mit vielen Wasserfällen gezeigt hat, die die meisten Touristen gar nicht kennen.   

Salto de León
Salto de León


Am nächsten Morgen begann um 6 Uhr schließlich die Vulkantour. Wir haben uns im Büro der Agentur getroffen, wo für jeden einzelnen schon ein Rucksack mit Kleidung und Schuhen bereit gestanden hat. Mit dem Bus sind wir anschließend zusammen zum Fuße des Volcán Villarrica gefahren, wo wir entscheiden mussten ob wir die ersten paar hundert Meter laufen wollen oder lieber für 10.000 CLP (ca. 12,50€) mit dem Skilift fahren, um eine Stunde Zeit zu sparen und mehr Bilder machen zu können. Ich habe mich wie fast alle für den Skilift entschieden, da wir unsere Energie für später sparen wollten. 


Fünf Stunden sind wir insgesamt aufwärts gelaufen, wobei wir nur drei kleine Pausen á 10-15 Minuten gemacht haben, damit unsere Muskeln nicht kalt werden. Auf dem Vulkan war es unglaulich windig, weshalb wir auch unsere Schneeschuhe, Schneehosen, Jacken, Handschuhe und Schals aus den bereitgestellten Rucksäcken anziehen mussten. Die meiste Zeit sind wir mithilfe unserer Pickel auf dem Gletscher gelaufen, während wir in die Fußstapfen des Vordermanns getreten sind und haben nur unsere Pausen auf getrockneter Lava verbracht. Musste man auf Toilette gehen, haben die Guides dir den besten Stein gezeigt, hinter dem du dich verstecken konntest - eine gute Aussicht war dabei garantiert. Komplett durchgeschwitzt auf dem Krater hatten wir ein wenig Zeit, um Bilder zu machen. Leider mussten wir dort aber aufgrund der giftigen Gase immer eine Gasmaske tragen. 


Nach etwa einer Viertelstunde haben wir unseren Rückweg angetreten, bei welchem wir durch mehrere Schnee-Eis-Rinnen sitzend nach unten gerutscht sind. Manchmal habe ich dabei sogar zu wenig mit meinem Pickel gebremst, sodass ich aus der Rutschbahn geflogen bin. Wieder auf festem Boden angekommen, durften wir die Schneeklamotten ausziehen und uns mit unseren durchnässten Klamotten in den Bus zurück nach Pucón setzen, wo wir kostenlos Bier und Pizza bekamen. Natürlich war es nicht leicht, seine Motivation mit zunehmender Höhe zu verlieren, aber wir waren eine starke Gruppe, bei welcher niemand langsamer laufen oder Extrapausen machen musste. Umso mehr waren wir stolz, dass wir keinen Gedanken daran verschwendet haben, die Tour abzubrechen und es durchgezogen haben.


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