Kajak, Mountainbiking, Wandern & Co.
06. Mai bis 30. Mai 2021

Veröffentlicht: 09.06.2021








































Mit dem Kajak zur Insel Randøya, Kajak auf offener See und ein historischer Rundgang über die Insel
Es ist Montag, der 31. Mai, und wir brechen zu unserem letzten Uni-Trip auf. Leider haben sich die Corona-Bestimmungen am Wochenende vor dem Trip geändert, weshalb wir nicht wie geplant mit den norwegischen Outdoor Education-Studenten zusammen den letzten Trip von Montag bis Freitag auf Randøya verbringen können. Stattdessen sind wir nun von Montag bis Mittwoch auf der Insel und die norwegischen Studenten von Mittwoch bis Freitag.
Um 9 Uhr morgens treffen wir uns mit dem Gepäck vor dem Unihauptgebäude, wo uns der Reisebus abholt. Der Bus bringt uns nach das nur 15 Minuten entfernte Kongshavn, wo wir all unser Gepäck in ein größeres Motorboot laden. Da unsere Kajaks ja auch irgendwie mit auf die Insel müssen, mache ich mich fürs Kajak fahren fertig. Ich und 14 weitere aus dem Kurs paddeln mit den Kajaks auf die Insel, während die anderen mit dem Motorboot auf die Insel gebracht werden. Das erste Mal paddeln wir auf dem Meer und nicht in einem Fluss. Wir paddeln ca. 30 Minuten zu einem kleinen Strand auf Ost-Randøya, wo unser Camp liegt. Die anderen, die mit dem Motorboot gefahren waren, warten schon auf uns und helfen uns die Kajaks an Land zu tragen. Wir laufen zur Unterkunft, die nur etwa 100 m vom Strand entfernt liegt und essen alle gemeinsam erst einmal Mittag. Um 14 Uhr startet dann unser Programm. Insgesamt haben wir vier verschiedene Einheiten in diesen Tagen, die von vier unterschiedlichen Professoren der Uni begleitet werden: Kajakfahren, Motorbootfahren, Biologie und Ruderbootfahren inklusive Fischen. Ich bin heute Nachmittag mit Kajakfahren dran. Zunächst achtet Thomas auf unsere Paddeltechniken und verbessert uns hier und da ein wenig. Nach ein paar Paddeltechnikübungen zwischen den Inseln, also im seichten Wasser, fahren wir aus den Inseln raus auf das offene Meer. Hier ist es gar nicht mehr so ruhig und windstill, sondern sehr windig und auch ein ganz schöner Wellengang. Wir fahren eine Weile um die Inselgruppe herum und paddeln dann wieder in die Gewässer zwischen den Inseln hinein, da das Paddeln auf offener See gegen gegen Wind und Wellen ziemlich anstrengend ist. Trotzdem ist es cool, das Kajakfahren einmal unter solchen Bedingungen zu erfahren. Wir paddeln langsam wieder zu unserem Steg zurück. Doch bevor die Kajakeinheit zu Ende geht, müssen wir noch einmal durch das Kentertraining durch. Beim letzten Kentertraining mit Len, durften wir nach dem Kentern sofort auf den Steg klettern und er hat dann unser Kajak festgehalten und herausgezogen. Doch dieses Mal müssen wir weiter entfernt vom Steg kentern und uns gegenseitig draußen auf dem Wasser die Boote entwässern und herumdrehen. Dazu bilden wir Zweierteams. Ich kentere zuerst und Leo führt die Rettungsübung durch. Das Wasser hat nur 8° C und trotz nur relativ dünnen und kurzärmligen Neoprenanzügen, lässt es sich im Wasser besser aushalten als gedacht. Nachdem ich wieder zurück in mein Kajak gekrabbelt bin, ist Leo dran mit Kentern. Nun ziehe ich ihr Kajak auf mein Bootdeck, um das Wasser herauslaufen zu lassen und um es zurück zu drehen. Leider verliere ich dabei mein Gleichgewicht und kentere ebenfalls. Bis eins der anderen Zweierteams bei uns ist und unsere beiden Kajaks umgedreht hat, dauert es einige Minuten und ich spüre am Ende einen meiner Finger nicht mehr. Danach versuche ich die Rettungsübung noch einmal und dann klappt es. Damit ist die Kajakeinheit zu Ende.
Nachdem wir Abend gegessen haben, machen wir mit einem der vier Dozenten, mit Kjetil, noch einen historischen Rundgang über die Insel. Randøya war während des zweiten Weltkrieges zeitweise von den Deutschen besetzt und man kann auf der Insel noch einige Bauten entdecken, die den Deutschen früher als Abwehrpunkte gedient haben. Später, im Kalten Krieg, haben die Norweger auf der Insel eine unterirdische Kommandozentrale errichtet. Dieses spannende Tunnelsystem mit den verschiedenen Räumlichkeiten besichtigen wir sogar.
Als wir wieder an der Unterkunft ankommen, bemerken wir, dass wir alle unglaublich viele Zecken haben. Manche von uns haben sogar über 20 Zecken an ihren Beinen gezählt!
Kjetil erzählt uns, dass es nicht einmal Wild auf der Insel gibt aufgrund der vielen Zecken. Mehrmals am Tag nach Zecken absuchen ist hier also angesagt!
Nach dem historischen Rundgang über die Insel, suche ich mir einen Schlafplatz. Theoretisch könnten wir in den alten Soldatenkasernen übernachten, aber draußen ist es natürlich schöner. Ich finde geeignete Bäume, um meine Hängematte aufzuhängen und entscheide mich deshalb, nicht auf dem Boden, sondern in der Hängematte zu schlafen.
Es ist meine erste Nacht in einer Hängematte. Ich mag es erstaunlich gerne, auch wenn ich öfter mal aufwache, um mich umzudrehen.
Motorbootfahren und Biologieeinheit
Am nächsten Tag, Dienstag, dem 01. Juni, steht als Vormittagseinheit Motobootfahren auf dem Plan. Zunächst sprechen wir mit Kjetil über die verschiedenen Zeichen auf einer Seekarte und darüber, was sie bedeuten. Anschließend erklärt er uns nur kurz und knapp, wie man die Motorboote startet und schickt uns los. Ich bin ein bisschen überfordert und habe Angst, dass Boot irgendwo gegenzusetzen und etwas kaputt zu machen. Aber glücklicherweise fahre ich mit Willemijne zusammen in einem Motorboot und da Will Seglerin ist, kennt sie sich dementsprechend auch gut mit Motorbooten aus. Sie erklärt mir nochmal alles in Ruhe. Das Motorbootfahren macht mir tatsächlich Spaß! Wir fahren einige Zeit in dem Gewässer zwischen den Inseln umher und üben das Steuern und das Landen am Steg. Mit der Zeit bekomme ich ein besseres Gefühl für das Boot.
Leider fangen nach einiger Zeit die Motoren aller drei Boote an, zu meckern und auszufallen. Kjetil erklärt uns, dass die Motorboote schon einiges durchmachen mussten und wohl an ihrem Lebensabend angekommen sind. Ein paar Mal müssen wir uns gegenseitig abschleppen und von den Felsen wegziehen, damit das ausgefallene Boot nicht von der Strömung gegen die Felsinseln getrieben wird. Mit sicherem Abstand zu den Felsinseln versuchen wir dann den Motor wieder in Gang zu kriegen. Gegen Ende der Stunde geht bei zwei von drei Booten rein gar nichts mehr. Das noch funktionierende Motorboot schleppt die anderen beiden zum Steg zurück und wir beschließen, es gut sein zu lassen. Dennoch war das Motorbootfahren eine coole Erfahrung!
Am Nachmittag ist meine Gruppe mit der Biologieeinheit an der Reihe. Gemeinsam mit Svein, dem Biologieprofessor, laufen wir zu einem Strand mit seichtem Gewässer. Wir haben Kescher, See-Binokulare, Plastikboxen und einiges mehr dabei. Auf dem Weg zum Strand hört Svein den Gesang eines Weidenlaubsängers, dem häufigsten Vogel Norwegens, den wir daraufhin auch kurz zu Gesicht bekommen. Am Strand angekommen, beauftragt Svein uns damit, uns auf die Suche nach Lebewesen im Wasser zu machen und diese zu sammeln.
Anschließend setzen wir uns zusammen und betrachten unsere Funde. Da Svein zu Beginn der Einheit nach unseren Studiengängen gefragt hat und so mitbekommen hat, dass ich unter anderem Biologie studiere und wir uns danach noch weiter über mein FÖJ an der Nordsee unterhalten haben, möchte er, dass ich den anderen etwas zu den Muscheln, Schnecken, Krabben etc. erzähle. Svein hilft mir lediglich manchmal beim Übersetzen der Artnamen ins Englische.
Am letzten Tag auf Randøya ist meine Gruppe mit Ruderbootfahren und Fischen an der Reihe. Wir treffen uns mit Petter an den Ruderbooten und er erklärt uns zunächst wie wir mit der Angel umzugehen haben. Zum Ruderbootfahren selbst erklärt er gar nichts, denn er möchte, dass wir durch unser Tun selbst Lernen. Es wird in Zweierteams gerudert. Tatsächlich klappt das mit dem Fortbewegen und Steuern bei Laura und mir relativ ok, aber dennoch fühlt es sich schwieriger an als es aussieht. Wir fahren ein Stückchen in das Gewässer zwischen den Inseln heraus und fangen dann mit Fischen an. Es dauert tatsächlich keine Minute bis Lauras und meine Angelschnur anfängt zu zittern. Tatsächlich haben wir einen Dorsch/Kabeljau gefangen!
Weil der Fisch unsere ganze Aufregung und Aufmerksamkeit auf sich zieht, bekommen wir gar nicht mit, dass uns die Strömung aus den Inseln und in Richtung offenes Meer heraustreibt. Schnell fangen wir an zu rudern, aber trotzdem treiben wir weiter raus. Schnell merke ich, dass wir gegen die Strömung nicht ankommen und für einen kurzen Moment kommt Panik in mir auf. Da uns der Wind und die Strömung gegen eine Felsinsel treibt, halten Laura und ich uns an den Felsen fest, um nicht noch weiter herauszutreiben. Wir heben eine Hand und rufen nach Hilfe. Nach ein paar Minuten kommt uns Petter zu Hilfe und übernimmt Lauras Ruder. Dann rudern Petter und ich zurück zu unserem Steg.
Wir haben den Wind heute echt unterschätzt. Zurück an Land, erklärt uns Petter kurz, wie man den Fisch zubereitet und wir sprechen darüber, dass wir den Wind nicht richtig eingeschätzt haben und welche Sicherheitsvorkehrungen wir - wenn wir später vielleicht einmal selbst mit Gruppen unterwegs sind - treffen müssten.
Nach dieser letzten Einheit ziehen wir uns nur schnell um und holen unsere bereits am Morgen gepackten Rucksäcke. Da neben den drei kleinen Motorbooten, das große Motorboot, das uns und unser Gepäck auf die Insel gebracht hatte, inzwischen auch nicht mehr anspringt, müssen wir in den Norden der Insel laufen und werden dann dort von einem Taxiboot abgeholt. Das Taxiboot fährt uns rüber nach Kongshavn, wo der Bus, der uns wieder zurück zum Campus fährt, schon wartet.
Dieser abwechslungsreiche Insel-Trip ist neben dem großen Skitrip und dem Preikestolen-/Stavanger-/Brufjellhålene-Trip definitiv einer meiner Lieblingstrips!
Es ist der 02. Juni als wir von dem Randøya-Trip zurückkommen. Am 10. Juni ist die mündliche praktische Prüfung und dann ist mein Auslandssemester offiziell zu Ende.
Über die letzten beiden Wochen am Campus erfahrt Ihr in meinem nächsten Blogbeitrag!
Bis dahin, Sara
