Salam ya Amman
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Petra, die Dritte.

Veröffentlicht: 29.01.2020

Montag, 20. Januar

5:45 am. Es gilt mal wieder, einen frühen Bus zu bekommen. Also schnell duschen, Brotzeit einpacken, und los zur Haltestelle zwischen 2nd und 3rd Circle. Pünktlich fahren wir von dort zu heller werdendem grauen Himmel und Nieselregen los. 

Dieses Mal kommen wir ganz ohne Zwischenfall knapp 4 Stunden später in Petra an. Der Himmel hat sich zwischendurch immer mal wieder aufgeklart und zugezogen – vielleicht wird es ja doch nicht den ganzen Tag regnen, wie in der Wetterprognose eigentlich vorhergesagt. Für unsere Unterkunft habe ich dieses Mal Kontakt zu Muath aufgenommen, dem Besitzer der Falafel-Bude in Petras Visitor Centre, den ich mit Hanni das letzte Mal kennengelernt hatte. Er bietet seine Wohnung auf AirBnB an, in der wir nun unterkommen können. Er holt uns mit seinem Auto von der Bushaltestelle ab, bringt uns zu seiner Wohnung, wo wir unser Gepäck abstellen können, und fährt uns dann noch einmal zu Petras Eingang. Was für ein Service!

Das Wetter hält bisher, wir können sogar größtenteils blauen Himmel genießen, weshalb wir beschließen, heute schon so viel wie möglich von Petra zu sehen. Wir gehen also den mir schon vertrauten Weg durch Petras Schlucht, vor zur Treasury und immer weiter durch, geradewegs zu den Treppen, die am Ende hoch zur Monastery führen. Es fühlt sich definitiv besser an, den gesamten Weg heute ohne Esel zu gehen. Generell ist (vermutlich wegen des Wetters und Nebensaison) heute im Vergleich zu meinen letzten Petra-Besuchen sehr viel weniger los. Auch viele der Souvenir-Stände am Wegrand haben geschlossen, sodass wir mit sehr viel Ruhe die Treppen hochsteigen können.

Als wir an der Monastery ankommen bricht dann wie auf Aufforderung der Himmel auf, sodass wir die Attraktion hier oben in den Bergen zu Sonnenschein genießen können. Hamdulillah! Wir gehen natürlich auch wieder zum „Best view of the world“ und außerdem noch zu einem anderen Aussichtspunkt etwas weiter hinten, den wir beim letzten Mal ausgelassen haben. Und die paar Extra-Meter waren es definitiv wert. Von hier aus kann man den Canyon noch einmal aus einer anderen Perspektive bestaunen. Unser Soll für heute ist also erst einmal erfüllt, und wir machen uns wieder auf den Rückweg.

Nachdem wir auf unserem Weg zurück noch zu einem Tee in Muath’s Falafel-Bude eingeladen werden, ruhen wir uns ein wenig in seiner Wohnung aus, in der man es mit der kleinen Elektroheizung in seiner gemütlichen Sitzecke sehr gut aushalten kann. Wir gehen dann noch einen Shawarma essen und beschließen spontan, auch heute die Petra by Night Erfahrung mitzunehmen.

Wir laufen also an den mir schon bekannten Kerzen-Tüten vorbei, durch Petras Schlucht, bis vor zur Treasury, die wieder von großen Strahlern bunt erleuchtet ist. Es folgt dann die gleiche Show: Musik, Gesang, besinnliche Worte. Dazu, überzuckerter Tee, der von den Beduinen ausgeteilt wird. Danach wird die Treasury wieder als Fotomotiv freigegeben. Und heute ist das Publikum besonders kreativ. Irgendjemand fängt an, für ein Bild eine der Kerzentüten in die Hand zu nehmen, was nun von allen anderen nachgeahmt wird. Auch wenn einige Papiertüten dabei abbrennen, lässt sich niemand davon abhalten. Was man nicht alles für ein hübsches Foto macht. Wir schauen uns das Schauspiel aus sicherer Entfernung an und machen uns dann zu Fuß auf den Weg zurück zu unserer Wohnung.

… wo überraschenderweise Muath schon auf uns wartet. Wir wussten gar nicht, dass er heute auch in der Wohnung schlafen wird. Wir setzen uns also noch mit ihm zusammen neben das Elektro-Öfchen in seiner Sitzecke, er packt jordanischen Wein und Bier aus und unterhält sich dann mit Papa übers Jagen – er ist selbst nämlich auch ein Jäger, wie sich herausstellt. Was hier für Jagdmethoden verwendet werden, will ich aber lieber nicht weiter ausführen. Es war auf jeden Fall ein sehr unterhaltsamer Abend.

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