Mormonen, Bratwurst und FuĂball
Der Grund, warum wir genau an diesem Tag in Salt Lake City sein mussten, war das FuĂballspiel zwischen den Utah Royals und Orlando Pride in der NWSL Soccer League der Frauen. Es...


Veröffentlicht: 14.05.2018









































Zugegeben, von den Dinosauriern đŠ konnten wir nur noch die Knochen sehen, die Hirsche und BĂŒffel spĂ€ter in voller Lebenskraft.Â
Unser Weg durch die Nationalparks der USA fĂŒhrte uns zunĂ€chst zum Dinosaur National Monument im Grenzgebiet von Utah und Colorado. Wir waren nur im Utahteil. Der Park ist, wie immer, sehr gut gemacht. Man sieht im Besucherzentrum erst einmal einen Film ĂŒber die vielen Dinosaurierknochen, die vor Ort gefunden wurden. Die mussten teilweise nicht einmal ausgegraben werden, sondern lagen an der OberflĂ€che. Die Knochen wurden in den AnfĂ€ngen der Ausgrabung oft gestohlen und wagenweise in die groĂen StĂ€dte gekarrt und dort als Attraktion verkauft. Recht schnell erkannte man die SchĂ€tze im Boden und schĂŒtzte den ganzen Bereich. HauptbesichtigungsstĂ€tte ist eine Felswand, aus der die Knochen herausgegraben wurden. Nur teilweise, so dass sie ĂŒbereinander liegen. Drumherum wurde eine Halle gebaut, um die Ausgrabung zu schĂŒtzen.
Etwas weiter in den Park hinein kann man auch Wandmalereien frĂŒher Indianerkulturen finden.Â
Ein paar Stunden verbrachten wir in Boulder Colorado. Ein wirklich schönes StĂ€dtchen fĂŒr amerikanische VerhĂ€ltnisse, incl. FuĂgĂ€ngerzone. Und echtem deutschen Rauchbier, wie wir uns bei einer kleinen Bierprobe đș ĂŒberzeugen konnten. Schmeckt uns in Deutschland nicht, hier auch nicht đł
Weiter gingâs zum Colorado National Park. Nicht spektakulĂ€r, aber eine schöne, geschĂŒtzte Landschaft mit vielen Tieren. Der Park liegt hoch, die Touristenstrassen verlaufen auf ca. 2500 -3000 Metern. Daher lag auch noch teilweise Schnee, es war nur ein einziger Campingplatz geöffnet. Ausserdem verlĂ€uft die kontinentale Wasserscheide direkt durch den Park: Das bedeutet, dass das Schmelz- und Regenwasser auf der Westseite in den Pazifischen Ozean flieĂt, das Wasser auf der Ostseite des Parks aber in den Golf von Mexiko und den Atlantik. Wir sind den kurzen Weg zum noch teilweise zugefroren Bear Lake gelaufen und haben endlich auch mal einen Hirschen đŠ gesehen.Â
Und schlieĂlich machten wir uns auf, um weiter in den Nordenosten zu fahren. In die Black Hills, eigentlich heiliges Land der Cheyenne und Sioux. Die hatten das Land 1868 von der US Regierung auch als unantastbar erhalten. Wie fast ĂŒberall: was kĂŒmmert mich mein Vertrag von gestern, es wurde Gold gefunden, die Siedler kamen, die Indianer wurden verdrĂ€ngt.Â
Die Sioux wehrten sich und errangen 1876 in der Schlacht am Little Bighorn River gegen General Custer einen Sieg, alle Soldaten wurden getötet. Die Black Hills aber blieben verloren und nach den folgenden Massakern - z.B. Wounded Knee 1890 - mussten die letzten Ăberlebenden in die Reservate ziehen.Â
Im Wind Cave National Park haben wir uns die Höhle nicht angeschaut. DafĂŒr aber den Park und den angrenzenden Custer State Park mit seinen wieder angesiedelten Bisons. Zu Beginn des 19 Jahrhunderts gab es in der ganzen PrĂ€rieregion etwa 60 Millionen Tiere. Nach den Ausrottungsaktionen der Siedler und JĂ€ger blieben noch ca. 600 ! Hier im Park kam man zu der Erkenntnis, dass die Landschaft fĂŒr die Tiere ideal ist und man startete ein - erfolgreiches - Wiederansiedlungsprogramm mit Tieren aus Yellowstone und dem Zoo in der Bronx. Wir konnten uns ĂŒberzeugen, dass es wieder einige Herden Bisons gibt đđ
Die Landschaft hier ist einfach unglaublich weit. Das Grasland stöĂt an den Himmel. Nicht spektakulĂ€r, aber man hat ein sehr freies GefĂŒhl. Da wohnen nicht so viele Menschen, aber die, die man trifft, sind sehr freundlich. Heute war ja Muttertag, das ist hier ein groĂes Ding. In einer kleinen Tankstelle/Shop/Restaurant auf dem Weg machten wir Pause. Die Tische mit weiĂer Tischdecke, Buffet fĂŒr 14.99 Dollar (total billig, es gab schon allein 3 Sorten Fleisch) und es war knallvoll. Trotzdem hat die Bedienung auch uns nett behandelt und mit uns geschwatzt. Ich hatte ein sehr gesundes Essen, KĂ€setoast mit Pommes. Auf Sandras Burger đ war immerhin Salat. Alles war lecker und frisch, dafĂŒr billig. So macht die Pause in einem Ort mit 96 Einwohnern SpaĂ đ
Insgesamt wird hier der Wilde Westen hochgehalten. Es gibt GeisterstÀdte und Cowboyshows. Dazu in den nÀchsten Tagen mehr.