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12 Grenzübergänge

RV Tour Balkan August 2017

Mazedonien, Ohrid See am 20.8.2017, Camping Sunrise

Inzwischen sind wir seit einer Woche unterwegs. Nun finde ich endlich Zeit meinen Reisebericht zu beginnen.

Gestartet sind wir am 12.8.2017 um 13.00 Uhr in Pfaffenhofen. Das Team sind Prinzessin B, König M. und der Fahrer A. Geplant ist eine Rundreise über den Balkan. Aufgrund einer schweren Gewitterfront über Ungarn und Serbien, haben wir unsere Reiseroute geändert und fahren weiter westlich über Innsbruck/ Brenner nach Ancona. Am Tag zuvor haben wir noch eine Fähre von Ancona nach Igoumentisa gefunden, die sogar eine Kabine angeboten hat.

Also auf nach Italien.


Unser Bolide, 130 PS, großer Kühlschrank und drei geräumige Schlafkojen

Kurzer Halt nach München. Die Heizung läuft, es hat 13 Grad

Die Strecke über Garmisch ist voll, aber zumindest läuft es. In Österreich haben wir noch schnell Wasserflaschen ohne Pfand geladen und dann ging es nach kurzem Tankstopp den Brenner hinauf.

 Kalt und Regen am Brenner

Im Etschtal bei Affi war das Wetter dann schon besser und wir kamen zügig bis nach Mantua.

Als Übernachtungsplatz hatten wir uns San Benedetto ausgesucht. Nur hat uns das Navi schon vor dem Po von der Autobahn gezogen. Ein Fehler, denn die Brücke über den Po ist baufällig und nur 2,30 m breit. Und davor gibt es mit Leitplanken eine Breitenbegrenzung. Im Dunkeln definitiv eine Herausforderung, denn da bleiben bei unserem Dickschiff links und rechts nur ein paar Zentimeter. Besser erst nach dem Po die Autobahn verlassen. Da ist die Anfahrt problemlos und der Übernachtungsplatz ist schön und ruhig.

Kommune San Benedetto - schöner Platz, zentral

sogar mit Abwasserentsorgung. Vorbildlich!

Sonntagsstau auf der Strecke Bologna-Ravenna. Da wären wir besser am Vorabend noch bis Ravenna gefahren.

Aber Ancona haben wir problemlos erreicht. Das Schiff hatte sowieso 2,5 Stunden Verspätung.

Kleine Runde im Hafen  - nichts besonderes ...

außer das es heiß war. Nur gut das unser Kühlschrank gut gefüllt und schön kalt war.

Beladung der Fähre um 19.00 Uhr. Das Schiff ist groß

und die Wohnmobile müssen alle auf die zweite Ebene

und natürlich Stopp auf der Rampe. Das erfordert dann Konzentration.

Sunset noch immer in Ancona - inzwischen ist es 20.15Uhr

Irgendwann war auch der letzte LKW verladen und es ging los. Belohnt wurden wir mit einem schönen Sonnenuntergang.

Zum Schiff der Minoan kann man nur sagen: Es schwimmt schon lange und die Küche ist katastrophal und teuer.

Am Morgen waren wir dann schon an der albanischen Küste


und haben mit 1,5 Stunde Verspätung, also schon pünktlich in Igoumentisa angelegt. Hier ging das Entladen schnell, da die LKW alle bis Patras weiter fuhren.

Lust auf eine größere Fahrt hatten wir nicht und haben deshalb den 40 km südlich gelegenen Camping Sofas Beach angesteuert.
Wie erwartet rappelvoll, aber ein Eckchen haben wir noch gefunden.

Am Strand war trotzdem gut Platz und die Küche war lecker. Am 15.8. war in Griechenland ebenfalls Feiertag und die Feier der Griechen und ihrer Gäste ging mit Life-Musik bis 2.30 Uhr am Morgen. Und das natürlich alles Andere als leise.

Also ging es am nächsten Morgen etwas müde zum Archeron. auf der Fahrt entlang der Küste waren wir doch erstaunt, dass wirklich jeder Strand total überfüllt war. Scheinbar war ganz Griechenland noch in den Ferien.

und so war auch unser Ziel, der Acheron mit seinen Quellen nicht gerade einsam.

Ausgerüstet mit Badeschuhen und Shorts ging es trotzdem los. Die Hoffnung auf ein kühles Bad hat uns bei der Hitze angetrieben.

und das Wasser ist kalt, vielleicht 13-14 Grad. Am Anfang taten die Beine richtig weh,

doch dann war die Abkühlung schön.


Nach dem zweiten zu durchschwimmenden Becken (gegen die an dem Tag nur geringe Strömung) wurden die Aufwärmpausen dann schon länger und auch der heiße Wind hat nicht ausgereicht. Nach 35 Minuten aufwärts war Schluss und wir kehrten schnatternd um.

Und dann kamen uns Menschen, Menschen

und immer mehr Menschen entgegen.

Sogar der wirklich großzügige Parkplatz war voll. Uns war es egel. Wir genossen sogar das aufgeheizte Wohnmobil. Ein paar Würstchen und dann nichts wie weg nach

Meteora.

Die bestens ausgebaute Autobahn fast ohne Verkehr brachte uns schnell dorthin.


In Kastraki haben wir den großzügigen und nur halb belegten Camping Vrochos angesteuert. Ein günstiger Ausgangspunkt für den Besuch der Klöster. Der Bus hält vor der Tür, denn bereits um 10.30 Uhr ist bei den Klöstern kein Parkplatz für ein Wohnmobil mehr zu bekommen.


Zwei Stunden haben wir uns das Metamorphosis-Kloster angesehen. Dann waren meine Beiden müde und haben sich nach dem Pool von Vrochos gesehnt.


Meteora ist sehenswert. Dafür sind die Beiden dann am nächsten Tag sogar freiwillig früh aufgestanden und wir haben bei Agios Stefanos gefrühstückt. Nach der Besichtigung ging es Richtung Norden, über Landstraße

Richtung Kastoria. Am See entlang - sehr schön. Nur war mein Akku leer.

Aber das ist uns dann schon besonders aufgefallen. Ob das eine Werbegeck ist?

Etwas schlecht zu erkennen - Warnschilder vor Bären!


Dann durch das Gebirge Richtung Bitola, bereits in Mazedonien.

Die Grenze war problemlos.


Von Bitola ging es weiter Richtung Ohrid. Landschaftlich sehr schön. Leider führt die Umgehungsstraße von Bitola mitten durch qualmende Müllberge. Man ist halt nicht mehr in der EU.

Nach weitern 2 Stunden waren wir dann an unserem Ziel. Dem Camping Sunrise am Westufer des Ohrid-Sees.

Standplatz direkt am Wasser!

 Blick aus der Womo-Tür!

Am nächsten Tag war erstmal Baden, Frösche und Fische fangen angesagt. Außerdem haben wir direkt am Strand Schlangen und Bisamratten gefunden. Der See bietet Einiges.

Über das Wasser hört man den Muezzin, der zum Gebet ruft. Netter kleiner Platz, der von einer Familie geführt wird. Sanitär ist einfach, das Restaurant hat nur 3 Gerichte. Uns hat es trotzdem gefallen!

Sonnenaufgang!

Sonnenuntergang!

M.'s Leibspeise: Kebab mit Käse gefüllt und Pommes

Die müde Prinzessin versucht das Hühnchen. Konnte sie aber nicht überzeugen. Die Pommes waren aber gut.

Am 19.8. sind wir dann Abends zum Essen nach Struga. Anreise mit dem Taxi für 1,60€. Dafür lohnt es sich nicht das Womo zu bewegen.


Ziemlich lebhaft der Ort. Hier hat beim Abendessen das einzige Mal in Mazedonien die Rechnung nicht gestimmt. Ich glaube nicht, dass das ein unbeabsichtigter Fehler war. Das Essen war auch nur mittelmäßig. Allerdings saßen wir schön direkt an der Drim.

Am nächsten Morgen waren wir dann in Ohrid. Wieder mit dem Taxi. 9 € für die 17 km. In Ohrid ist es eh schwierig einen Stellplatz für das Womo zu finden und so wurden wir bis direkt vor die Tore der Altstadt gefahren.

Da wir zuerst auf die Festung hochwollten, hatten wir damit bereits 2/3 des Anstieges geschafft. Sonst hätte König M. wohl revoltiert. Der Weg ist durchaus steil und im August auch um 10.00 Uhr schon ziemlich schweißtreibend.


Die Basilika 



Die Aussicht von der Festung ist toll, trotz das der Morgen etwas diesig war. Von der Festung aus ist der Weg nach Sv. Jovan, dem berühmtesten Fotomotiv Mazedoniens nicht weit.

Schöner Badestrand bei Sv. Jovan

Schöne Ecke, aber bestimmt besser am Abend und noch besser zum Sonnenaufgang, wenn niemand das Bild verstellt.

Es war halt Sonntag im August. Auch der Strand entlang des Sees war brechend voll. Nach einem Stop in einem Strandrestaurant, wo wir wirklich schön gesessen haben, ging es über den Holzsteg entlang des steilen Seeufers in die Altstadt von Ohrid. Und hier war es wie im  Backofen.


Was hilft da die besondere Atmosphäre - die Beiden streikten und wir nahmen nach 20 Minuten das Taxi zurück zum Campingplatz.

Hier ging der Wind und es war viel erträglicher. Das Wasser tut natürlich das seine zur Abkühlung. Außerdem gibt es interessante Tier und man kann Kanufahren!


Ansonsten haben wir noch gefunden: Aale, Bisamratte, Wasserschlangen und verschiedene Fische - ohne uns groß zu bewegen, sozusagen vor dem Liegestuhl!

Am 21.8 ging es in das Land der Skipetaren, nach Albanien. Das Wetter hatte umgeschlagen und es gab kräftig Wasser von oben


Moschee bei Struga in Mazedonien

Grenze nach Albanien, 10 Minuten Wartezeit


Aus dem Gebirge zieht sich die Straße dann in vielen Kurven nach Elbasan. Es war eine angenehme Fahrt. Die Straßen sind gut,


bis kurz vor Tírana. Die Umgehung war gesperrt und Alles drückte sich durch die sowieso schon am Verkehrsinfarkt leidende Stadt.

Hat mich stark an Athen in den 70ern des letzten Jahrhunderts erinnert. Vollkommen chaotisch und nein,

das ist kein Parkplatz 

Mal mit Esel, mal mit Pferd, aber immer flott unterwegs im Verkehrsgewühl.

Nach fast zwei Stunden hatten wir Tirana "durchschlichen". Aber auch danach ging es nur zögerlich auf der Straße nach Shkodra voran. In Albanien schafften wir einen Durchschnitt von knapp 20 km/h. Man braucht also viel Geduld.

Ziel war eigentlich der Strand von Tala. Doch hier war Sandsturm. Man konnte kaum aussteigen. M. hätte den Kopf gar nicht aus dem Sand bekommen. 


Also sind wir wieder eigestiegen und haben uns auf den Weg ganz in den Norden an den Strand von Viluna gemacht.

Hoxhas Bunker finden sich überall - hier eine große Anlage

Im Camping Laguna e Vilunit war es unter den Pinien gut auszuhalten. Der Wind hat zwar gelegentlich Staubfahnen durch den Platz geblasen. Aber der Aufenthalt war problemlos.


Die Hängematte kam zu ersten Mal zum Einsatz und war hart umkämpft.

Der Platz ist ruhig. Der Strand hat mich dagegen schon stark an die italienische Adria erinnert - für mich nur begrenzt geeignet.



Das Wasser war aber schön und durch den ablandigen Wind überraschend kühl!

Zum Abendessen sind wir dann in ein Fischrestaurant am Ende der Lagune gegangen. Die Kinder wollten eigentlich Spagetti (gedacht mit Tomatensauce)!


Kann man das essen?

Ja, ganz hervorragend! Frischer Fisch vom Feinsten!

Bis zum 23.8. blieben wir in Viluna. Dann fuhren wir das kurze Stück bis zum Skutari-See.

Camping Shkodra-Lake ist hervorragend. Da wir früh dran waren, fanden einen Platz weit vorne zum See hin unter dem Schilfdach, das etwas Schatten spendet. Bei reichlich 35 Grad ein wesentlicher Vorteil.


Die ganze Anlage ist großzügig und hervorragend gepflegt,

 mit eigenem Steg in den See.

Hier kann man Bootfahrten


am Seeufer spazieren gehen

und die Seele baumeln lassen.

und in Hängematten dösen ... . 

Auf jeden Fall gibt es viele Möglichkeiten. Auch wenn der Platz gut besucht war, war es sehr angenehm und ruhig!

Nach zwei Nächte zog es uns weiter. Meine Beiden streikten und wollten Shkodra nicht besichtigen! Vielleicht ein paar Strandtage am Meer zur Stimmungsverbesserung? Montenegro, die Ada Bojana ist ja nicht weit!



Aber, die Grenze hat uns dann genervt. Fast zwei Stunden hat die Einreise nach Montenegro gedauert. Nur gut das wir Toilette und einen gut bestückten Kühlschrank dabei haben.

Unser Ziel war an diesem Tag gerade 65 km entfernt, aber wir haben fast 5 Stunden gebraucht.

Auf Ada war nicht viel los, reichlich Platz. Im Vergleich zu Albanien aber relativ ungepflegt.


Aber der Strand war wie versprochen, vom Feinsten!

 

Wind gab es auch nur am Nachmittag. Vier erholsame Strandtage!

Abendessen an der Bojana. Das Essen war gut, aber deutlich teurer als in Albanien.


Dafür waren die Sonnenuntergänge super

und an der Bojana war immer etwas los: Kitesurfer, Fischer, Windsurfer, Wasserskifahrer ...

Gut das die Saison sich schon den Ende zuneigte.

Am 29.8 ging es dann morgens um 5.30 Uhr schon los Richtung Norden. Immerhin hatten wir 3 Grenzen vor uns und die Warterei bei der Einreise nach Montenegro war uns noch gut in Erinnerung.

Über Bar und Budva in es die Küstenstraße Richtung Norden. Mit der Fähre überquerten wir den Fjord von Kotor.

 Kotor am frühen Morgen

Um kurz vor 8.00 Uhr waren wir dann an der Grenze nach Kroatien: 45 Minuten Wartezeit - als wir durch waren 1,5  Stunden: Glück gehabt

Schnell waren wir auf der Küstenstraße bei Dubrovnik

Traumhaft - ich hätte noch einen Tag angehängt. Aber der Protest der Majestäten war zu groß.

Also weiter zur nächsten Grenze:

nach Bosnien-Herzegowina

und dann nach kurzem Tankstopp eine halbe Stunde später

wieder nach Kroatien.

Die Küste wurde immer schöner: Buchten, Wasser in allen Blautönen, Berge, Steilküste, die Insel Hvar

bis wir gemütlich die Markarska-Riviera südlich von Split erreichen.

Vielleicht der schönste Streckenabschnitt unserer ganzen Reise!

Um es geniessen zu können, suchten wir uns einen kleinen Camping


zwar mit wenig Platz, aber für eine Nacht vollkommen ausreichend. Nebenbei: es war auch der Teuerste mit 31,00 € für die Nacht.

Blick vom Strand ins Gebirge

wirklich schön

und am nächsten mMorgen sollte es nach Hause gehen. Die Küste haben wir kurz vor Brela Richtung Autobahn verlassen. Die Strecke bis zur slowenischen Grenze ist nun bestens ausgebaut und lies sich in knapp 5 Stunden bewältigen.

Nix los, :-)

auch am Grenzübergang am Karawankentunnel nach Österreich

Abendstimmung am Tauern

Der Rest war unproblematisch.


Daten: 

- 18 Tage

- 3.250 km

- 12 Grenzen


Highlights und was wir uns vorgenommen haben:

- Ohrid, Galicia-Nationalpark und Prespasee zum Wandern. Am Besten im Frühjahr zur Apfelblüte, wenn im Galicia oben noch der Schnee liegt. Dann aber mit dem Mietwagen, denn die Straßen sind für unser Dickschiff einfach zu schmal.

- die Runde um den Skutarisee fahren

- die Adriaküstenstrasse von Nord nach Süd, damit man auf der Meerseite fährt!

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