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Heute war Ausflugstag. Immer wenn ich an Bangkok gedacht habe, hatte ich die Bilder von kleinen Holzbooten in denen ältere Thais sitzen, auf kleinen Flüssen herum paddeln und ihre Ware an andere Boote verkaufen im Kopf. Liegt vielleicht auch daran, dass das immer ein beliebtes Fotomotiv in Reisekatalogen war, die ich ja beruflich des öfteren in die Hand genommen habe. Auf jeden Fall stand für mich fest, dass wenn ich mal nach Bangkok reise unbedingt so einen Markt sehen möchte. Auch wenn im Internet viele Bewertungen davon abgeraten haben, da es mittlerweile zu touristisch wäre, habe ich mir schon vor meiner Abreise so einen Ausflug gebucht. Sonntagabend teilte man mir mlt, dass ich Montagmorgen um 06:00 Uhr an meinem Hostel abgeholt werden würde. Puh, okay .... Als ich um kurz vor sechs dann an die Rezeption kam, stand schon ein kleiner Bus vor der Tür und meine Reiseleiterin, Miss Sarah, eine kleine, super mega freundliche Thailänderin, erwartete mich. Das schöne war, dass sie sehr gut Englisch sprach und man sie auch gut verstehen konnte. Als sie mich fragte wo ich her kommen würde und ich mit "Germany" antwortete, war es sehr lustig wieder mal fest zu stellen wie begrenzt die Vorstellungen sind, denn ihre Gegenfrage war "From Berlin or Munich?'. Da musste ich erstmal schmunzeln. Da ich so früh abgeholt wurde, hatte ich schon die Befürchtung, dass wir nun eine kleine Rundfahrt durch Bangkok machen würden um an unzähligen Hotels die Teilnehmer einzusammeln. Doch zum Glück führen wir noch zwei Stopps an und sagen dann komplett. Wir waren nur eine Gruppe von 7 Teilnehmern (USA, Schweiz und Deutschland), was ich sehr angenehm fand. Nach dem alle an Bord waren, stellte sich Miss Sarah nochmal vor und als sie uns die Details über unseren Tourverlauf erzählt hat, würde ich hellhörig. Denn entgegen der Beschreibung meiner gebuchten Tour (Floatingmarket) erzählte sie auch etwas von Train Market. Mit diesem Ausflugsziel hatte ich bei Buchung auch geliebäugelt, mich dann aber dagegen entschieden um Zeit zu sparen, denn beide Märkte liegen außerhalb von Bangkok. Auf jeden Fall war ich jetzt auf der Tour zu beiden Märkten ohne für den Train Market noch bezahlen zu müssen. Entweder war meine eigentlich gebuchte Tour nicht zu Stande gekommen oder man hatte mich falsch zugeteilt. Ich habe dann auch nicht weiter gefragt und mich gefreut, dass ich nun doch noch zum Train Market kommen würde. Nach einer guten Stunde Busfahrt raus aus der Stadt sind wir dann in einen Zug, "Local Train" ohne Klimaanlage gestiegen. Mit diesem Zug fuhren wir nach einer guten halben Stunde am Train Market ein. Miss Sara wurde kurz vor Ankunft ganz hektisch, platzierte uns jeder ab ein Fenster und befahl uns die Kamera zu zücken. Was dann geschah war ein unbeschreibliches Spektakel. Den Train Market macht aus, dass er, wahrscheinlich auf Grund von Platzmangel in dem Dorf, rund um die Bahngleise stattfindet. Jedes Mal wenn der Zug ein- oder ausfährt, müssen die Händler ihre Stände kurzweilig zurück bauen. Wir haben die Einfahrt vom Zug aus erlebt und dann nochmal die Ausfahrt stehend und zusammen gefurcht unter einem Verkaufsstand. Das umher Schlendern zwischen den Ständen war eine Herausforderung für die Geruchsnerven aber auch für die Augen. Dagegen war das was ich in China gesehen und gerochen habe easy-peasy. Warum man frische Mango direkt neben Fisch, der alles andere als frisch war, verkauft, ist mir ein Rätsel. Naja, aber die Katzen dort denken auch, dass sie Hühner sind und bewachen die Eier. Nachdem der Zug dann, ohne uns, wieder ausgefahren waren, sind wir zu einem landestypischen "Thai-House" gefahren um demonstriert zu bekommen wie aus Kokosnüssen Zucker und Öl gewonnen wird und wie es weiterverarbeitet wird. Das war zum Glück nur ein sehr kurzweiliger Stopp, nachdem es dann zu einem Bootsanleger ging an dem wir in lautmotorisierte Langheckboote umgestiegen sind um damit den Rest der Strecke bis zum "Floating Market" gefahren sind. Miss Sarah sprach immer von James Bond Booten, da diese wohl in einigen James Bond Filmen vorkommen. In der Hinsicht bin ich überfragt. Aber auf jeden Fall war das keine entspannte Bootsfahrt, sondern dieses Boot hatte schon ordentlich Speed drauf und vom Nass werden war es ungefähr so wie wenn man im Freizeitpark Wildwasserbahn fährt. Der kleiner thailändische, zahnlose Steuermann hatte sichtlich seinen Spaß. Am Floating Markt selbst ging es, wie im Internet auch schon vorgewarnt, seht touristisch zu aber sie waren da. Die kleinen, alten Thais, die aus ihren Booten heraus frisches Obst, gebratenes Fleisch, gekochte Suppen, Sticky Rice mit  Mango und Coconut Ice Cream heraus verkauften. Das war es was ich sehen wollte und den Rest habe ich einfach ausgeblendet. Danach ging es im, zum Glück, klimatisierten Bus zurück nach Bangkok. Die Busfahrt dauerte 1,5 Stunden. Ich habe mich dann erst einmal zurück zum Hostel bringen lassen um eine Verschnaufpause zu haben und mich frisch zu machen, denn abends wartete noch ein spannender Programmpunkt auf mich. Ich hatte mir vorab eine Fahrradtour by night durch Bangkok gebucht. Nachdem ich das letztes Jahr in Dublin richtig toll fand, denn bei so einer Fahrradtour nimmt man die Stadt nochmal ganz anders war, fand ich das für Bangkok im Vorfeld eine coole Idee, bis ich wusste wie heiß das hier ist. Aber ich hatte ja Hoffnung, dass es ganz erträglich ist wenn die Sonne dann weg ist und auf dem Fahrrad hat man ja dann auch noch einen leichten Fahrtwind. So war es dann auch, so lange wir gefahren sind, aber wenn wir gestoppt haben, lief der Schweiß nur so. Unsere Gruppe bestand aus vier Teilnehmern (2x Südkorea, 1x Bangladesch und mir) und unseren Guide. Wir sind zum Glück kaum auf den Hauptverkehrsstraßen gefahren, sondern eher in kleinen Gassen und auf Nebenstraßen und das Fahrradfahren im Linksverkehr kannte ich ja auch schon aus Dublin. Die Tour führte entlang einiger Hauptsehenswürdigkeiten, die ich schon im Hellen gesehen hatte und am Abend wunderschön beleuchtet waren. Einmal haben wir mit der Fähre übersetzen müssen. Dadurch, dass wir durch viele Nebenstraßen und Gassen gefahren sind, haben wir auch Einblick in das nicht touristische Bangkok bekommen und gesehen wie die Einheimischen so leben. Wirklich verrückt zum Teil. Fast zum Ende der Tour waren wir noch auf dem Flower Market. Dieser hat 24 Stunden geöffnet und da ist ordentlich trubel. Denn dort werden die Blumendekorationen für die Buddha-Altäre zusammen gestellt, verpackt und für den Versand vorbereitet. Mir war erst gar nicht bewusst wofür diese ganzen Blumen benötigt werden. Gegen 21:45 Uhr waren wir wieder am Ausgangspunkt zurück. Auf dem Weg zum Hostel habe ich mir noch eine eiskalte Cola gegönnt und als ich nach einer nötigen Dusche im Bett lag, war ich ziemlich k.o..

Thailand

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