Raipur (Indien)
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Wir betreiben Schwellenpädagogik, weil wir spontan vertreten müssen, und der Sparfuchs klingelt mit billigen Flügen - Woche 7

Veröffentlicht: 23.02.2026

Sehenswert
Nursery
Raipur, Indien
Sehenswert
Bibliothek
Raipur, Indien
Essen
Restaurant auf der Dachterrasse
$ · Abendessen
Essen
Eisladen
$ · Snack
Sehenswert
Wohnung
Raipur, Indien

Woche 7: 16.-22. Februar


Montag, 16. Februar:

Ab diesem Montag sind wir für eine Weile in der alten DPS. Dementsprechend mussten wir etwas früher aufstehen, um den Schulbus zu schaffen, welcher 8 Uhr kam, um uns einzusammeln. Tatsächlich brauchten wir dadurch für eine Strecke, die wir mit dem Auto normalerweise in 20 Minuten schaffen, fast eine Stunde, aber wer zählt schon? Somit sahen wir immerhin ein paar neue Straßen und Gassen und die Kinder freuen sich total, wenn wir in ihrem Bus mitfahren. In der Schule angekommen, erfuhren wir dann allerdings erst dort davon, dass wir vertreten sollten. Und zwar jeweils einzeln...in 5 Klassen/Stunden. Aber gleich am Anfang stellte sich dieser Plan als eine Fehlkonstruktion heraus, denn wenn wir morgens um 9 Uhr ankommen, um anschließend zu frühstücken, können wir nicht um 9:25 Uhr vor der Klasse stehen, weil als alles soweit geklärt war und es Zeit für das Essen wurde, war es bereits 9:20 Uhr. Deswegen wurden wir also ersetzt (es kam quasi zu einer Vertretung der Vertretung), aber bei einer Schule mit ungefähr 200 Lehrkräften dürfte das generell nicht so problematisch sein. Nun denn, wir aßen also Frühstück, bis Tina in der zweiten Stunde vertreten musste, während ich eine Freistunde hatte. Danach folgte die lange Pause, also begann mein Tag letztendlich doch erst gegen 11:00 Uhr und das in der 5c (die Grundschule geht in Indien von der 1. bis zur 5. Klasse), wo alles ganz super funktioniert hat. Die Kinder haben sich gefreut, dass ich da war, und verhielten sich vorbildlich. Wenn es zu laut wurde, habe ich ein Klatschsignal gegeben, auf das alle reagieren mussten, dann war wieder Ruhe. Normalerweise werden sie mit der lauten Stimme zur Ruhe gezwungen, aber erstens kann ich das bei 30 Kindern stimmlich gar nicht leisten und zweitens möchte ich das auch nicht, also musste eine andere Methode her und voila: ein Klatschsignal war die Antwort (am Ende viel gesünder für mich, aber auch für die Klasse, die ja sicherlich nur ungern angeschrien wird). Jedenfalls stellten die Schüler*innen einige Fragen und dann brachte ich ihnen eine Menge Deutsch bei. Darunter Begrüßungen und Verabschiedungen sowie eine Vorstellung, die Wochentage und die Zahlen bis 10. Danach ging ich in die Klasse 2f. Dort war eine EVS Wiederholung einiger Kapitel an der Reihe. Normalerweise hätten sie einen kleine Lernstandserhebung in Form eines Wiederholungstests schreiben müssen, aber so schnell konnte ich mir erstens nichts aus dem Finger ziehen und zweitens kann man ja auch spaßiger wiederholen. Dementsprechend machten wir ein Quiz. Anschließend war Zeit für die Obstpause, bevor ich in der 5. Stunde zur 1d ging. Diese Klasse war ziemlich unruhig und es gelang mir nur schwer, sie zu beruhigen. Natürlich freuen sie sich, wenn wir da sind, aber das kann auch ganz schnell anstrengend werden. Irgendwann brachte ich auch dieser Klasse deutsche Kleinigkeiten bei, aber dann kam kurz vor halb 2 plötzlich eine andere Lehrkraft und fragte, ob sie mich ablösen soll. Das verwirrte mich, denn wir hatten ja noch 20 Minuten Zeit, aber es war alles richtig so, da wohl von 13:30-14 Uhr unsere Mittagszeit sein soll. Also wurde ich als Vertretung nochmals vertreten und aus meinen 5 geplanten Stunden wurden im Nu 2,5, da meine letzte Stunde auch aufgrund des Essens übernommen worden war. Die vier Lehrkräfte der Nursery (3-4 Jährige) hatten uns ganz lieb ein leckeres Mittagessen gezaubert und unterhielten sich mit uns. Danach fuhren wir mit dem Bus nach Hause und legten uns dort kurz hin, weil wir später dran waren als wir es von Nava Raipur gewohnt sind. Anschließend machten wir etwas Duolingo, bevor es Zeit für die Abendroutine wurde. Diese begann mit unserem Spätnachmittags-Chai und dann fuhren wir zum Fitnessstudio. Danach ging es nach Hause, wo Yashoda Nudeln mit Brokkoli für uns gemacht hat, was für mich die ganze Woche sofort perfekt eingeleitete, denn ich bestehe ja zu 75% aus Pasta. Also langte ich ordentlich zu. Später schrieb ich diesen Teil des Blogbeitrags, ging duschen und las ein wenig. Danach buchten wir billige Flüge, wovon Tina einen kurzen Fiepton im Ohr hatte, was der klingelnde Sparfuchs gewesen sein muss. Unser Flug zurück nach Deutschland war das Schnäppchen des Jahres!🍝


Dienstag, 17. Februar:


Nach der alltäglichen Morgenroutine fuhren wir mit dem Bus in die Schule, wo uns Poonam (Ma'am) abholte, um uns zuerst unsere Vertretungen mitzuteilen und uns anschließend zum Frühstück zu bringen. Danach wurde ich in KG 2 gebracht und schaute mir an, wie die Kinder einige Dinge wiederholten, bevor sie einen Test schrieben. Zwischendrin hatten sie ihre Frühstückspause und ab 11 Uhr ging es für mich dann zum Vertreten in eine 5. Klasse, vor der mich drei Lehrkräfte warnten, die draußen standen. Als ich allerdings den Raum betrat, bewahrheitete sich nichts davon, denn das war die leiseste und liebste Klasse, die ich bisher hatte (Anmerkung aus der Bearbeitung aka eine Woche voller Vertretungsstunden später: die 5e ist noch immer mein geheimer Favorit und ich gebe es ganz offen und ehrlich zu: ich vermisse sie). Um den Druck rauszunehmen (ist ja Wiederholungszeit und bald schreiben sie ihre Examen) habe ich die Kinder Galgenmännchen spielen lassen, natürlich mit der Regel, dass nur Wörter zu gebrauchen waren, die sie auch in der Schule verwenden. In anderen Worten: keine Schimpfwörter. Dann hab ich das Spiel zwar gemanagt, aber die Klasse selber spielen und aufrufen lassen. Es hat wirklich ganz toll funktioniert und so viel Spaß gemacht. Leider kamen nicht alle dran, sodass ich hoffe, dass ich mal wieder eine Hindistunde bei ihnen vertreten kann. Nach meiner Stunde, in der ich sogenannte "Schwellenpädagogik" betrieben habe, weil ja niemand was gelernt hat, bin ich zu Tina in eine 4. Klasse gegangen, denn aus irgendwelchen Gründen sollte ich nur eine Vertretungsstunde machen und sie zwei. Deswegen dachte ich mir: anstatt dumm herum zu sitzen bis sie fertig ist, mache ich mich vielleicht auch mal nützlich. Dort klappte es semi gut. Die Klasse kam leider absolut nicht zur Ruhe. Am Anfang war es noch in Ordnung und wir brachten den Kindern "Zum Geburtstag viel Glück" bei, aber danach war der Fokus komplett weg, selbst als wir nur noch Spiele machen wollten. Dementsprechend waren wir vor allem damit beschäftigt, die Kinder zu ermahnen, was wirklich schade war. Danach gingen wir in die Bibliothek, um uns dort dünne Bücher auszuleihen, mit denen wir "Storytelling" betreiben können und wurden mithilfe der Bibliothekarin auch fündig. Um 13 Uhr erwarteten uns bereits die Lehrkräfte der Nursery und gaben uns Mandalas zum Anmalen. Das war eine sehr beruhigende Aktivität und hat uns sehr viel Spaß gemacht. Kurz darauf nahmen wir unser Mittagessen zu uns und unterhielten uns viel mit den Lehrerinnen, was wirklich nett war. Unser Bus brachte uns anschließend nach Hause und nach dem Mittagsschlaf folgten Chai und das Fitnessstudio, wie immer. Dann abends kümmerten wir uns noch um einige Buchungen sowie administrative Aufgaben. Wir wünschen euch ein fröhliches chinesisches Neujahr. Das Jahr des Pferdes hat begonnen, also brecht auf und gallopiert in ein Jahr voller Umschwünge und Veränderungen.🐎


Mittwoch, 18. Februar:


Müde öffneten wir unsere Äuglein und starteten in den Tag, also war alles so wie immer. In der Schule gab es Frühstück und Vertretungen standen keine an, sodass wir ab der 2. Stunde den KG 2 besucht haben. Dort bastelten wir Freundschaftskarten, wo jedes Kind eine von jemand anderem bekommen sollte und wir uns gegenseitig eine gestalteten. Dabei lief Entspannungsmusik, damit die Klasse eine Ruhephase in ihren aufregenden Tag integrieren konnten. Anschließend gab es Essen für die Kleinen, also hatten auch wir eine kurze Pause. Danach schrieben die Kinder ihre Hausaufgabe auf und tauschten die Freundschaftskarten miteinander aus. Den Tagesabschluss bildeten zwei Bewegungsspiele. Bei einem davon mussten die Kinder in Zweierteams spielen. Während eine Person eine Schachtel hielt, musste die andere einen kleinen Ball werfen und treffen. Tina und ich machten dies vor. Wir bekamen, im Gegensatz zu den Kindern, welche nur 5x pro Team werfen durften, 10 Chancen und wir nutzten jede einzelne, sodass kein Ball daneben ging. Spiel Nummer 2 heißt hier "Musical Chair" und wir kennen es in Deutschland unter anderem unter Stuhltanz. Das machte allen großen Spaß und lockerte die Stimmung nochmal richtig auf. Hier flogen wir zwei Grazien leider relativ schnell raus, aber ihr müsst euch vorstellen: die Kinder sind sehr klein und die Wahrscheinlichkeit, sich in der Eile aus Versehen auf eines zu setzen, ist leider sehr hoch, also gaben wir lieber zeitnah auf. Danach durften die Kleinen nach Hause fahren, während wir uns eine Tanzstunde von unserer Lieblingsikone Harish anschauten, bevor wir uns pünktlich um 13 Uhr mit den Lehrkräften der Vorschule und der Nursery zum Mittagsessen trafen. Das schmeckte herrlich, doch dann brach das Chaos aus. In der Stadt herrschte Stau, weswegen die Busse (welche morgens und nachmittags mehrmals fahren müssen bei so vielen Schüler*innen) stecken blieben. Dies hatte natürlich zur Folge, dass sie nicht pünktlich zurück an der Schule waren, um den nächsten Haufen Kinder nach Hause zu bringen und so wurde es ein langer Tag für die Mäuse. Wir sorgten uns ein wenig, denn deren Essenspause endete um 11. Danach hatten sie nur noch eine kurze Obstpause und mittlerweile war es schon 15 Uhr. Normalerweise fahren die Busse um 14:30 Uhr. Langsam schafften es die Busse allerdings zurück und das Verkehrschaos löste sich, sodass um 15:30 Uhr alle Kinder, deren Eltern noch nicht gekommen waren, um sie eigenhändig zu holen, endlich nach Hause konnten. Wir fuhren an jenem Tag mit Yashoda und Raghunath, denn der Bus würde noch mindestens 45 Minuten brauchen. Auf dem Heimweg kauften wir dann einige Lebensmittel und verspeisten ein leckeres Eis. Dann ruhte ich mich vorerst aus, da ich immer zwei Tage ins Gym gehe und danach einen Tag Pause mache (so der Plan). Später waren die anderen sporteln, sodass ich mich in Ruhe mit Radhika unterhielt und wir Chai tranken. Außerdem machte ich Duolingo und kurz darauf begann Cricket (Indien spielte). Ihr wisst also sicherlich wie dieser Tag ausging.🪑


Donnerstag, 19. Februar:


Auch der Donnerstag begann wie jeder andere Tag, weshalb ich die Morgenroutine hiermit einmal gepflegt überspringe. Nach dem Frühstück trennten wir uns und ich besuchte eine KG 2-Gruppe. Dort bekamen die Kinder englische Wörter des Sichtwortschatzes auf kleinen Flashkarten präsentiert und sollten diese zu sinnvollen Sätzen legen. Dies geschah als Gruppenarbeit, aber ich bin der Meinung, dass die Mäuse das Konzept einer Gruppenarbeit noch nicht wirklich durchstiegen hatten. An sich klappte die Aktivität jedoch ganz gut. Anschließend bekam die Klasse vorgebastelte Karten, die es zu gestalten und zu beschriften galt. Da am Vortag sowohl Tina Ma'am als auch Yashoda und Raghunath eine Karte von mir bekommen hatten, war an diesem Tag Radhika dran. Danach wurde es Zeit für die Vertretung. Es ging mal wieder von Null (am Vortag) auf Hundert (an diesem Tag) aka drei Stunden standen jeweils für uns an. Spoiler an dieser Stelle: Meine Stimme und meinen Hals hat es komplett zerlegt und auch Tinas Hals hat anschließend gekratzt (nochmal die Stimme aus dem Off mit Nachtrag: hab jetzt 'ne Erkältung). Na gut, aber erstmal zurück zum Moment. Die erste Vertretung fand in der 4. Klasse statt. In Deutschland mag ich es mehr, die 1. und 2. Klasse zu übernehmen, während mir hier in Indien auffällt, dass es mir in den höheren Klassen, also 4. und 5. mehr Spaß macht. Zur 3. Klasse kann ich noch keine Beurteilung abgeben, denn da war ich bisher noch in keiner. Anstatt Mathe mit den Kindern zu machen, brachte ich ihnen etwas Deutsch bei. Diese Klasse war sehr lernwillig, aber auch ziemlich laut und zerstreut. Manchmal bekommt man es kaum hin, die Schüler*innen zu beruhigen, da sie es so gewohnt sind, sich nicht leise zu melden und bei jeder Kleinigkeit aufzustehen und vor zur Lehrkraft zu kommen. Mich persönlich macht das wirklich fertig, da ich dauerhaft für Ruhe sorgen muss und somit keinen richtigen Unterricht geben kann. Nach einer angeleiteten Entspannungsübung funktionierte die Stunde jedoch recht gut. Danach kam dann der Todesstoß für meinen Hals, besser bekannt als eine 2. Klasse. Wir kamen zu Nichts, weil die Kinder so aufgedreht waren. Diese Stunde war also buchstäblich schrecklich. Der Bewegungssong klappte nicht, Deutsch beibringen funktionierte nicht, Spiele spielen war unmöglich. Das Klatschsignal wurde ignoriert, Blicke wurden nicht beachtet und somit musste ich zur Stimme greifen, die aber nicht für solche Zwecke geölt worden war. Am Ende hat sogar noch jemand geweint, weil bei einem Spiel von 30 Kindern nur 2 dran kamen. Aber trotz jeglicher Erklärungen, warum Ruhe nötig ist, hat es in dieser Klasse einfach nicht funktioniert, was mich auch echt bis ins Bett abends begleitet hat, weil man sich natürlich fragt, ob man selbst das Problem war. Allerdings sollte die 3. Vertretungsstunde mein Selbstwertgefühl bisschen retten, denn auch da musste ich in eine 2. Klasse. Dieses Mal eine andere und dort herrschte ein ganz anderes Klima mit viel mehr Stille. Versteht mich nicht falsch, ich brauche nicht 40 Minuten absolute Ruhe und mir ist auch klar, dass es für die Schüler*innen etwas unglaublich Besonderes ist, wenn wir vor ihnen stehen und den Unterricht übernehmen, aber wenn dann gar nichts funktioniert, ist es eben frustrierend. Auch Fragen kann ich nur beantworten, wenn ich sie überhaupt akustisch verstehe. Naja, zurück zur ruhigeren 2. Klasse. Auch dort lernten wir ein wenig Deutsch, bevor wir dann ein Englischquiz machten und anschließend durften die Kinder Fragen stellen. Dies war die angenehmste Stunde des Tages und damit immerhin ein positiver Abschluss. Trotzdem war ich danach bereits wirklich fertig mit dem Tag, sodass ich ihn in der Nursery mit Tina und den Lehrkräften, die uns Mittagessen gebracht hatten, auswertete. Mit dem Bus ging es dann nach Hause für einen Nap, bevor es Chai gab. Während die anderen ins Gym gingen, hatte ich mich dazu bereiterklärt, mit Disha (Tochter der Köchin) für ihr Englischexamen am nächsten Tag zu lernen. Auch das lief nur semi bis gar nicht, was aber nicht Dishas Schuld ist. Diese Angelegenheit ist allerdings zu privat, als dass ich sie hier auswerten möchte. Den Rest des Tages nach dem Abendessen las ich viel und hoffte, der nächste Tag würde besser werden.😕


Freitag, 20. Februar:


Lasst uns den Morgen von nun an einfach immer überspringen, es sei denn, etwas Außergewöhnliches passiert. Nach dem Frühstück verbrachte ich eine Zeitstunde in der Nursery (also mit den 3-4 Jährigen) und das war SO niedlich! Verständigen können wir uns leider nur mit Händen und Füßen, weil die Mäuse noch kein Englisch sprechen und ich noch nicht viel Hindi auf dem Kasten habe. Aber angefangen haben wir mit ein paar Tänzen und Bewegungsspielen, welche wir ohne Probleme alle gemeinsam machen konnten. Das war sehr süß! Anschließend durfte ich an jedem Gruppentisch ein Schwammgemälde gestalten, wobei die Kinder zuschauten und ihr weniges Englisch verwendeten, indem sie sagten: "Wow, very nice Ma'am!", was ganz niedlich war. Nach der Pause unterrichtete ich in einer 5. Klasse Deutsch und beantwortete Fragen. Dies wiederholte ich später in einer 2. Klasse. Das ständige Aufstehen der Schüler*innen ist wirklich eine Herausforderung, genau wie das dauerhafte "Ma'am", weil sie sich nicht leise melden können. Es geht mir gelinde gesagt wirklich auf den Geist, aber man bekommt es nicht unterbunden und kann hier den Kindern auch keinen richtigen Vorwurf machen, denn sie haben es einfach nicht anders gelernt. In der vierten Stunde trafen sich Tina und ich in der Bibliothek, um dort etwas Ruhe und Kraft zu tanken, bevor es danach eben in die 2. Klasse für mich ging. Nach der Obstpause waren wir fertig für den Tag und bekamen Mittagessen serviert, dieses Mal von den Lehrkräften des KG 1. Mit einem indischen Ritual wurden wir willkommen geheißen und bekamen sogar ein kleines Geschenk. Auch die Lehrkräfte der Nursery und des KG 2 leisteten uns Gesellschaft, wodurch ein schönes Zusammensein entstand. Kurz darauf ging es zum Bus. Dieser Nachmittag und Abend verliefen entspannt. Wir haben geschlafen, Chai getrunken, waren im Fitnessstudio, fusionierten Tinas liebstes indisches Gericht (Chapati - also Brot) mit Ofenkäse, was ihr Komfortessen in Deutschland ist (danke an Tinas Eltern an der Stelle), lasen, machten Duolingo und ich schaute eine Folge meiner Serie. Tatsächlich beendete ich an diesem Tag auch mein Buch, sodass ich mich am nächsten auf ein neues freuen konnte.🫟


Samstag, 21. Februar:


Erstens frage ich mich an dieser Stelle: Wie kann es denn jetzt schon Ende Februar sein? Das ist ja verrückt! Uns verbleiben noch ungefähr zwei Monate in Indien von den ursprünglichen 3,5 Monaten. Ansonsten merke ich hier mal an, dass wir uns noch immer nicht an die 6-Tage-Woche gewöhnt haben. Samstag um kurz vor 7 aufstehen macht einfach keinen Spaß. Aber in die Schule ging es dennoch. Bei mir entwickelte sich so ganz nebenbei auch noch eine Erkältung, die sich vor allem durch einen Schnupfen bemerkbar machte, welcher von 0 auf 100 auftauchte. Nach dem Frühstück in der Schule (wieder mal eine riesige Portion, von der ich nur die Hälfte schaffte) fand auch hier das Abschlussprogramm der Clubs statt, aber ohne zusätzliche Ausstellung, sodass nicht alle Clubs etwas darbieten konnten, was ich etwas schade für die Kinder fand. Trotzdem war das Programm total ansehnlich und schön. Nicht nur die Tänze und Musik sowie der Gesang, sondern auch die Outfits der Performenden waren, wie immer, unglaublich. Anschließend verbrachte ich meine restliche Zeit des "halben" Tages in der Nursery-Gruppe vom Vortag, wo die Kleinen ihr Essen verspeisten und nebenbei Tom und Jerry schauten, bevor sie nach Hause fahren durften. Tina und ich warteten dann einige Zeit im Konferenzraum, bis es für uns alle Mittagessen gab. Danach fuhren wir noch ein paar Besorgungen erledigen und erreichten gegen 16 Uhr endlich unsere Wohnung. Dort schlief ich erstmal für 1,5 Stunden, weil die Erkältung mich ziemlich ausknockte und nahm nach dem Aufwachen eine heiße Zitrone zu mir sowie etwas Schokokuchen. Tina betrieb ein bisschen Handwäsche und bügelte, während ich nach sieben Wochen endlich damit anfing, die Gemälde und Briefe der Kinder durchzugehen. Alles behalten können wir einfach nicht, auch wenn es sehr schade ist. Das Übrige klebte ich in ein Notizbuch ein, damit ich dieses als Andenken mitnehmen kann. Grundsätzlich hab ich nicht viel aussortiert. Am Abend ging es für uns dann in ein Restaurant und dort waren wir auf der Dachterrasse, was total schön war, denn es gab sogar Live-Musik, auch wenn das Unterhalten dadurch schwieriger wurde. Es schmeckte ganz hervorragend. Nach einer weiteren heißen Zitrone am Abend, fielen wir ins Bettchen, sehr froh darüber, am nächsten Tag ausschlafen zu können.🍋


Sonntag, 22. Februar:


ES WAR SONNTAG! Das bedeutete, wir schliefen aus. Ich startete mit einer wohltuenden Dusche in den Tag und scrollte ein wenig durch Instagram. Danach standen wir auf und ließen es uns mit Wassermelone, Mandeln, Chai und Keksen richtig gut gehen, während wir nebenbei Kreuzworträtsel und Sudoku lösten. Es hat richtig Spaß gemacht und war total entspannend. Danach kümmerten wir uns um ein paar administrative Aufgaben, wofür Tina ihre Eltern (die wieder gut in Deutschland angekommen sind nach ihrer Rundreise durch Delhi und Agra) anrief. Ich schrieb an meinem Blog, hörte Musik und rätselte weiter bis zum Mittagessen. Anschließend taten wir dies und jenes, bevor wir zum Eisladen fuhren. Dort gönnte ich mir eine Kugel Schokolade mit Stückchen sowie eine Kugel Himbeere, was auch in Deutschland meine liebste Kombination ist. Nach diesem leckeren kurzen Ausflug gab es daheim Chai und Cricket, wo England gegen Sri Lanka gewann. Nachdem ich das neue Blogupdate von der vorhergehenden Woche endlich soweit vorbereitet hatte, gab es Abendessen, wobei wir bei der Resteverwertung kreativ wurden und uns quasi eigene Subs (wie von Subway) zusammenstellten. Abends war es dann soweit: Indien spielte gegen Südafrika (aka meine beiden Favoriten der Weltmeisterschaft trafen aufeinander) und Indien verlor sein erstes Spiel, sodass die Stimmung plötzlich gedrückt war. Dies musste allerdings so kommen, denn während des Spiels griff uns eine Armee aus Mücken an (lass es so 30 Stück gewesen sein). Yashoda bekämpfte sie mit ihrem Elektroschläger, um sie zu rösten, und ich schlug mit meinem Schuh um mich. Später unterstützte uns auch Tina, die die Mücken mit ihren Händen zerquetschte. Ihr merkt also, dass Indien sicherlich gewonnen hätte, wenn wir dabei gewesen wären, aber wir mussten Cricket mit Mücken spielen. Immerhin fielen wir mit der Aussicht ins Bett, am nächsten Tag nochmal etwas länger schlafen zu dürfen, da nun nach und nach die Examen der Kinder beginnen.🪰


➡️ Tschau Kakao und bis nächste Woche!✨

Auf einen Blick

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Dauer
7 Tage
Wetter
Winter
Begleitung
Mit Freunden (2)
KulturellEntspannendSparsam
  • spontane Vertretungsstunden in mehreren Klassen
  • ruhige Zeit in der Nursery mit den Kleinen
  • Restaurantbesuch auf der Dachterrasse mit Live-Musik
  • Eis essen am Sonntag
  • Cricket schauen und Mücken bekämpfen
KulturFamilieEssenTransit
Antworten (2)

Annevor 3 Monaten
Lieb euch Sparmäuse doch! Und hoffe auch, dass die Erkältung nur kurzweilig ist 🫂

vor 3 Monaten
Manchmal muss man die Schnäppchen aktiv jagen.😎

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