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Zuletzt in Danzig

Angefaucht und eingeladen

Veröffentlicht: 20.08.2019

Wir sind im letzten Land unserer Reise angekommen: Polen.

Nach den wirklich schönen Tagen in Vilnius sind wir der Empfehlung von Bekannten gefolgt und haben kurz hinter der Grenze zu Litauen in Wigry Halt gemacht.

Der Platz ist direkt an einem See gelegen. 


Das haben wir auch mit einer kleinen Kanufahrt ausgenutzt. Es war die erste auf dieser Reise und wir waren anfangs auch sehr skeptisch ob Henry es aushält eine Stunde sitzen zu bleiben. Es gab zum Glück einiges zu sehen. Kleine Haubentaucher, Vögel, Fischer, Boote usw. und natürlich das beste Bord-Entertainment der Welt von Annika. Am Ende sind wir trocken zurück an Land gekommen und waren froh es ausprobiert zu haben.



Während unseres gesamten Aufenthalts war das benachbarte Kloster, in dem Papst Johannes Paul II. im Jahr 1999 mal ne Nacht geschlafen und dort Kanufahrt gemacht hat, allgegenwärtig. Seitdem der Papst dort war ist es ein Pilgerort und wir waren auch noch an Maria Himmelfahrt da. Entsprechend war im Kloster Remmidemmi. Den ganzen Tag wurden Messen und Hochzeiten im Akkord durchgezogen. Draußen war ein kleiner Markt aufgebaut. Es war interessant die polnischen Katholiken zu sehen. Aber die nehmen sich und die Sache auch sehr ernst. Frauen dürfen auf dem Klostergelände oder in der Kirche bspw. keine Röcke und schulterfreien Oberteile tragen(was wir vorher nicht wussten). Annika hatte natürlich eine Shorts an und so musste es dazu kommen dass eine alte Frau Annika direkt auf polnisch angemotzt hat. Naja, sollen sie halt unter sich bleiben, mir doch egal.


Abends haben wir hervorragend in dem Restaurant des Campings gegessen. Die Muttis haben leckere, deftige Küche auf die Teller gezaubert und uns mit übervollen Bäuchen ins Bett rollen lassen.

Die Nachbarn haben uns dann einen schönen Platz in den Masuren empfohlen. Den Tipp haben wir dankend angenommen und uns auf den Weg zum ‚Camping zum Teich‘ gemacht.


Dort angekommen fanden wir es genau wie beschrieben. Ein in die Natur gefasster, besonderer Ort. Der Besitzer hat in Handarbeit und 30 Jahren Zeit alles selbst aufgebaut. Die Gebäude sind alle im Blockhütten-Stil und sehr spartanisch eingerichtet. Aber es gibt alles was man brauch.


Auf dem Platz waren hauptsächlich Deutsche, aber auch Italiener und Polen. Insgesamt vielleicht 30-40 Leute. Man kannte sich entsprechend schnell und konnte nette Kontakte knüpfen.

Für Henry war es fantastisch weil er überall rumrennen konnte, ohne ständig ‚nein, tu dies nicht, tu das nicht.‘ von seinen Eltern hören zu müssen.

Unsere Nachbarn, besonders Marina, war Fan von unserem Sohn. Sie hat oft mit ihm gespielt, Seifenblasen gejagt usw.

Ein perfekter Badesee war auch fussläufig erreichbar. Das Wasser hatte die optimale Temperatur und war glasklar.

An einem Abend gab es ein gemeinsames Abend essen. Der Besitzer ist Jäger und hat sein Jagdgut zu Wildgulasch, Ente und Hirschwurst verarbeitet und den Gästen angeboten. Dazu Getränke all-in.


Ein feuchtfröhlicher Abend am Lagerfeuer, in den Masuren. So lässt sich die Zeit wirklich genießen.

Am Tag der Abreise wurden wir noch von einem polnischen Paar und ihren zwei Töchtern zum Essen eingeladen. Wir nahmen dankend an und fanden uns nachmittags bei ihnen zum Lunch ein.

In der perfekt eingerichteten, renovierten Altbauwohnung gibt es leckeres, einfaches Essen und wir unterhalten uns über Kinder, das Leben in Polen usw.

Nach ein paar netten Stunden zusammen müssen wir uns aber auf den Weg machen.

Nach kurzer Fahrt kommen wir bei dem ehemaligen Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ an und übernachten dort um am nächsten Morgen einen Rundgang zu machen.

Die Gebäude und Bunker sind alle völlig zerstört, aber man bekommt einen Eindruck wie es dort mal ausgesehen haben muss. Selbst unser Sohn ist ausnahmsweise ruhig und andächtig.


Etwas in Gedanken versunken fahren wir weiter, Richtung Danzig. Die Fahrt dorthin war leider eine Katastrophe. Wir wollten über Landstraßen fahren und uns das Land auf diese Weise etwas anschauen. Super fail! Überall Baustellen und Umleitungen die uns über Schotter- und Huckelpisten geführt haben. Meine Nerven waren völlig überstrapaziert und das Auto wurde auch bis ans Limit beansprucht. Henry hat zum Glück alles recht entspannt hingenommen, auch dank bester Unterhaltung durch Annika.

Nach unnötig langer und anstrengender Fahrt haben wir nachmittags endlich in Danzig erreicht.

Ole

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