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Santa Fe


Mit Umstieg in Las Uvaz an der Panamericana und Santiago erreichte am Nachmittag das unheimlich schöne und dörfliche Santa Fe. Eines ist sofort bei der Ankunft klar, da mein kleines schlichtes Hotel 200 m vor den Toren von Santa Fe sich befindet. Musste ich für alle Aktivitäten in den kommenden beiden Tagen, ob für Essen, für den Supermarkt oder Ausflüge immer erstmal einen guten km Bergauf. 


Da Santa Fe hoch oben am Ende der Hauptstraße von Santiago sich befindet. Die erste Erkundung macht klar, auch dieses Bergdorf sollte man auf keinen Fall auf der Panama Tour verpassen. Hier geht es noch ruhig und gemächlich zu, fast so wie es die Spanier hier vor paar hundert Jahren errichtet haben. Pferde und Hühner prägen hier das Bild. Das Leben geht hier oben seinen urigen Gang. Einzig die durchweg nervenden, krachenden und röhrenden Autos, Tuning scheint hier gerade in Mode zu sein, bringen das Idyll ein wenig ins Wanken.

Nick auf den ich in El Valle traf, war derweil auch hier eingetroffen und hat seinerseits zwei Belgier kennengelernt. Die beiden waren mit dem Mietwagen unterwegs und es ergab sich das wir am nächsten Tag eine kleine Ausfahrt zu ein paar Super schönen Wasserfällen machten. 


Beim ersten halt 10 km hinter Santa Fe, auf der seit 2020 fertig gestellten Straße weiter runter ans Karibische Meer, begann es erstmal zu Regnen, was ja ganz normal ist, wenn man sich hier umschaut, stellt man sehr schnell fest das hier bis auf die Straße weitgehend und flächendeckend noch uriger Regenwald ist. Und da es auch schon die ganze Nacht über immer wieder geregnet hat, kann man sich nun sicher vorstellen in welchen Zustand, der Weg hier durch den Wald runter zu den ersten Wasserfällen war. 

Schlamm, Schlamm und noch mal Schlamm. Auf den ersten 50 Metern versuchte ich noch von Stein zu Stein zu hüpfen, was aber aufgrund der Nässe ein schwieriges unterfangen war. Also lief ich einfach querfeldein runter, bis zum Knie war Schlamm. Schon der erste Wasserfall verbesserte die Situation. Und ich konnte mich beim Durchlaufen mit meinen Trekking-Sandalen erstmal waschen. Der weitere Weg zum zweiten und dritten Fall ging immer den Flusslauf entlang. Und beim dritten sprang ich zum Abkühlen direkt mal rein. Anschließend ging es über einen Rundweg zurück zur Straße.

Wir folgten jetzt für gute 15 km weiter der Straße durch atemberaubende Landschaft und entdeckten 2 km vor dem Dorf Guabal direkt von der Straße aus, auf der rechten Seite den "Las Golondrinas" Wasserfall. Schon der erste Fall beim einstieg, war sehr schön. Wir folgten nun so nach und nach den Weg und stießen immer wieder auf einen jeweils größeren fall. Stufe vier war die fantastischste, groß und donnernd krachte das Wasser von hoch oben herunter. Dabei stand man in einer ständigen Wassergicht Sodas man erst später merkte das ja gerade wieder der Regen eingesetzt hatte.


Cerro Tute


Am nächsten startete ich mit Nick und Tommy auf Frankreich zu einer recht kraftraubenden Wanderung hoch auf den Cerro Tute. Dieser ragt gleich ein Stück hinter Santa Fe auf. Und da man hier eben wieder gut drei Stunden so gut wie nur Bergauf geht, hat man eben erst wieder richtig zu lachen, wenn man irgendwann das letzte Stück nach oben auf den Steinigen-Gipfel geklettert ist und im extrem krassen Wind, der einen hier fast die Beine wegzieht, steht. Der Rundum blick entschädigt dann ganz klar wieder von allen Strapazen.


Boquete


Am nächsten Tag nahm ich nach dem Frühstück wieder den Bus zurück nach Santiago. Eine größerer Ort an der Panamericana, welcher jedoch touristisch wenig zu bieten hat. Er dient eben für Reisende fast ausschließlich als Drehkreuz für Busse in alle möglichen Richtungen in Panama. 

Ich blieb hier für eine Nacht, bevor ich nun weiter nach David und von hier hoch nach Boquete fuhr. Ein eigenartiger Ort großflächig besiedelt von Amerikanern im eher betagtem Alter, die hier ihren Ruhestand im schönen Frühlingshaften Bergklima genießen. Ich machte hier eine schöne und interessante Tour auf eine Kaffeefarm, natürlich mit Verkostung, was ja klar ist.

Für den Abend stieg mir jetzt doch die waghalsige Idee in den Kopf, den Vulkan Baru mit einer Nachtwanderung zu besteigen. Meine Besitzerin der Unterkunft war von dieser Idee gar nicht begeistert und erinnerte mich an Jaguare und Pumas welche wohl Nachts die Wälder durchstreiften. Vielleicht hatte sie aber auch die mysteriöse Geschichte der beiden vermissten holländischen Mädels ganz hier in der Nähe im Hinterkopf, Grusselige Geschichte. Diese Geschichte hört man hier sehr oft. 

Ich änderte also meinen Plan und stellte den Wecker auf 5 Uhr morgens. Nahm mir dann unten an der Hauptstraße ein Taxi und ließ mich hoch zum Eingang fahren. Dort angekommen hieß es das ich neuerdings reservieren müsse und nur noch 70 Personen am Tag zutritt gewährt bekommen und für heute sei voll nix zu machen. Als ich meinte das ich auch einfach los laufen könnte zückte er schon sein Handy und deutete an die Polizei zu rufen.

Ich schlug mir umgehend die Idee mit dem Vulkan aus dem Kopf. Zurück in meiner Unterkunft genoss ich nun einfach mal paar Stunden in der Hängematte. Bevor ich am Nachmittag den Bus hoch zu den "Lost three Waterfalls" nahm. Hier war es ein schöner Spaziergang zu weiteren drei Wasserfällen, welche aber leider den Fällen in Santa Fe nicht das sprichwörtliche Wasser reichen können, zudem kosten die hier mittlerweile 8 Dollar Eintritt.

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