Pannen, Pech und Pausentag
Tag #46 Montag, der 15.06. Pausentag I Istanbul Land: Türkei Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Leider fehlt mir der Clown, doch Müsli tut's


Veröffentlicht: 17.06.2026


















Tag #47
Dienstag, der 16.06.
Pausentag II
Istanbul
Land: Türkei
Nach dem Frühstück ist Waschen Teil II angesagt, um mal alles wieder sauber zu bekommen.
Jedenfalls soweit es im Rahmen meiner Möglichkeiten liegt.
Entgegen meines gestrigen Vorsatzes das Fahrrad heute stehen zu lassen, schwing ich mich doch auf den Sattel, um größere Teile der Stadt erkunden zu können.
Und so lande ich irgendwann auf dem Taksim-Platz, der durch verschiedene blutige Aufstände eine bewegte Vergangenheit hat.
Endlich hole ich mir einen gebratenen Maiskolben, die überall zum Verkauf angeboten werden.
Wie so viele Menschen ist auch der Verkäufer an meinem Fahrrad interessiert und dreht eine unbeholfene Runde.
Als mir ein weiterer sehr netter und ambitionierter Straßenhändler Parfüm zu einem unschlagbaren Preis anbietet, mach ich mich auf den Weg Richtung Galataturm.
Unterwegs werde ich von einem Hotelier angesprochen, mit dem ich mich nett unterhalte.
Er ist in Stuttgart groß geworden und spricht entsprechend gut deutsch.
Nachvollziehbar ist sein Groll gegenüber Deutschland, da die Einreisebestimmungen eine enorme Hürde für ihn bedeuten, um nach Europa kommen zu können. Wie es im Fall der Hochzeit seiner Cousine war.
Was nochmal vor Augen führt, wie privilegiert ich mit meinem deutschen Pass bin.
Dieser ermöglicht eine uneingeschränkte Reise in die meisten Länder dieser Erde.
Unterwegs sehe ich ein Taxi mit Spikes an den Rädern, die man sonst an Streitwagen im Kolosseum erwarten würde.
Zum Glück habe ich ausreichend Abstand, zumal es steil bergab geht und ich schiebe, und meine größte Sorge ist sowieso von Dooring betroffen zu sein.
Also in eine sich öffnende Autotüre zu fahren, da ich immer weit am Rand fahren muss.
Auf der Galatabrücke halte ich an, um ein Foto von dem sich mir bietenden Panorama über den Bosporus zu machen.
Die Schwingungen, die ich dabei verspüre, sind enorm.
Wenn eine Straßenbahn vorbeifährt, wackelt die gesamte Brücke auf und ab.
Prinzipiell gut, weil nur was hart ist bricht, doch es erzeugt ein mulmiges Gefühl.
Entlang der Promenade, die ich an meinem ersten Tag in Istanbul entlang gelaufen bin, geht es Richtung Unterkunft für ein paar schnelle Wraps und um das Rad abzustellen.
Respekt vor den Menschen, deren Job es ist hier tagtäglich zu fahren, ob nun Taxi, Bus oder sonstiges.
Mir reichen schon die kurzen Zeiten auf dem Fahrrad und ich bin völlig fertig.
Ab jetzt geht's zu Fuß weiter, um den Kern der Altstadt zu erkunden.
Dabei mache ich mich auch auf die Suche nach einem Spiegel und versuche mein Glück in verschiedenen Kosmetikläden, doch bin erfolglos.
Schlussendlich besorge ich mir eine verspiegelte Sonnenbrille, mit der ich hoffentlich meinen defekten Seitenspiegel ersetzen kann.
Die Blaue Moschee ist definitiv ein Highlight und ein beeindruckendes Gebäude.
Um hinein zu dürfen, muss ich mir wegen der Kleiderordnung eine Art Rock anziehen, doch das ist es wert.
Ahnungslos wie ich war, bin ich schon am ersten Abend in dieser Gegend gewesen.
Jetzt laufe ich bewusst an der Hagia Sophia vorbei, das bedeutendste Bauwerk der frühbyzantinischen Architektur. Wikipedia informiert.
Nur der große Basar hat bereits geschlossen, als ich endlich dort angelange.
Ist dann eben so, manche Kompromisse muss man eben eingehen.
Oder deutlich mehr Zeit für diese riesige und überwaltigende Stadt einplanen.
So wunderschön und beeindruckend alles ist, ein bisschen freue ich mich auch auf die morgige Weiterfahrt und hoffentlich etwas mehr Ruhe.
Auf dem Rückweg gibt's noch Abendessen, die Verpflegung habe ich etwas vernachlässigt.
Anschließend komme ich noch an weiteren Restaurants vorbei, in denen noch musiziert wird.
Weil unterschiedliche Leute in nebeneinander liegenden Lokalen spielen, ergibt sich ein abenteuerlicher Klangteppich.
Bella Ciao ist dann noch herauszuhören.
Zurück in der Unterkunft beginne ich schon mal damit einen Teil meines Krams einzupacken.
Das dauert und es bleibt dennoch genug für morgen zu tun, da quasi alle Taschen ausgeräumt sind.
Auch meine Gaskartusche kommt nochmal zum Einsatz, da ich mit einem Adapter mein Sturmfeuerzeug nachfüllen kann.
Ob das rechtfertigt, dass ich den ganzen Kochkram dabei habe, stelle ich allerdings weiterhin in Frage.
Die Gläser der Sonnenbrille breche ich noch heraus, um eines davon auf die Reste des Spiegels zu kleben.
Dafür habe ich Panzertape und Sekundenkleber dabei und ich bin auf das Ergebnis gespannt.
Das muss reichen, der Rest wird morgen erledigt.
Gute Nacht.
Song des Tages:
Lemur - Abendlandboogie (Parental Advisory - Explicit Lyrics)
