Neuseeland/Südinsel & Australien/Victoria

Solo drei Wochen mit dem Camper über die Südinsel Neuseelands - und dann 8 Tage mit dem Mietwagen über die Great Ocean Road zu den Grampians und nach Healesville.

17.12.18 Endlich geht es los - Arthurs Pass & Keas !

Montag 17.12.18

Heute nun der erstmal letzte Flug und dann geht die Reise erst wirklich los. Um 5h geht der Wecker, um 5.30h sitze ich in der aufgehenden Sonne und lauem Lüftchen auf einer Bank vorm Hotel und warte auf den Shuttle zum Flughafen. Ich checke am self-check-in kurz nach 6 h ein, werde die große Tasche los. Air New Zealand macht permanent warnende Durchsagen, dass nur ein Handgepäckstück erlaubt ist und das nur 7kg wiegen darf. Mein Rucksack hat rund 11kg und ich habe noch eine Handtasche…Aber erstmal einen Kaffee und einen Scone. Um 8h steige ich mit meinen schweren Handgepäckstücken ein, keiner kontrolliert und ich habe einen Fensterplatz und ganz tolle Aussichten auf mein Lieblingsland.

Nach 70min lande ich in Christchurch. Es sind 24 Grad, Sonnenschein. Ich rufe bei Wendekreisen an, eine Frau holt mich nach 10min ab, ich unterzeichne alle Papiere, finde in dem Regal mit hinterlassenen Lebensmitteln und anderen Dingen Salz, Pfeffer, eine Plastikschüssel, eine Bratpfanne und inspiziere dann den Camper. Es ist nicht das allerbeste Modell…Rost, Dellen – es wird alles protokolliert. Die Funktion des porta potti, der Wasserkanister – was den Camper zum self contained macht – wird im Schnelldurchlauf erklärt und ich werde sehen, dass ich weder das eine noch das andere nutze. Der Camper, ein Koru 2+1 ist ein 3-Personen-Camper, wenngleich das obere Bett eher für ein Kind taugen würde. Da ich das nicht brauche, lasse ich die Polster bei Wendekreisen und habe dafür mehr Ablagefläche.

Kurz nach 13.00h sitze ich in meinem Gefährt und stelle fest, dass das Ding nur Kurbelfenster hat. Also kann ich nur auf der rechten Seite während der Fahrt regulieren, an das linke (Beifahrer)Fenster komme ich nicht heran – auch blöde, wenn man mal rasch aus der Seite ein Foto schießen will. Also zieht es konstant ins Gesicht. Irgendwie finde ich keinen Schalter für die Klimaanlage, die in der Ausschreibung für die Fahrerkabine stand.

Im Supermarkt decke ich mich erstmal für gut 100$ mit allem möglichen Kram ein. Der Kühlschrank ist klein und ich bin froh, dass ich diese Plastikschüssel mitgenommen habe, denn darin kann ich jetzt die ganzen kleineren Teile, wie Dosen, Tee, Kaffee, Müsli, Toast unterbringen. Ansonsten würde das alles lose irgendwo rumfliegen oder unter den Sitzbänken in den Fächern verstaut werden müssen, was bedeutet, dass man für jeden Mist immer die Matratzen anheben müsste. So verschwindet diese Plastikschüssel mit all dem Kram oben in dem großen Fach über der Fahrerkabine und saust dort während der Fahrt hin und her.

Meine Fahrt führt rund 150km nach Arthur’s Pass. Ich freue mich über die schöne Landschaft, die Blumen, die Hügel, die Sonne, den blauen Himmel – ach wie klasse, wieder hier zu sein. In Arthur’s Pass laufe ich einmal um den Ort, hole mir im Café einen flat white und beobachte das, wofür ich hierher gefahren bin: Keas! Diese intelligenten Bergpapageien sind hier eigentlich immer anzutreffen, wenngleich sie hier den Café-Gästen schon reichlich auf den Keks gehen und überall Schilder auf den Tischen angebracht sind, dass man sich vor denen nicht nur in Acht nehmen sondern sie auch nicht füttern soll. Aber für Letzteres sorgen die schon alleine und fressen alles, was auf Tellern liegenbleibt oder unter den Tischen landet. Leider führt dies zu Krankheiten und der Abnahme der Kea-Population in Neuseeland, da die Viecher überall die Überreste des Essens finden und dort, wo das nicht so ist, leider auch von Touristen mit Brot und Kuchen angefüttert werden.

Mein erster Campground und der einzige entlang des Arthur’s Pass ist in Jackson, etwa 30km westlich vom Dorf Arthur’s Pass mit den Keas. Was für ein traumhafter Campingplatz. Riesige Fläche, wunderschön gepflegt, Blumenkübel überall, mehrere Wanderwege und nachts auch Wäldchen mit Glühwürmchen. Jetzt am Nachmittag hat die Temperatur fast 30°C erreicht. Nachdem die Sonne jedoch hinter den umgebenden Bergen verborgen ist, wird es sofort sehr kühl und draußen zu sitzen ist keine Option mehr. Der Wetterbericht gibt an, dass das Wetter in der Nacht dramatisch umschlagen wird. Böen bis 100kmh, dazu heftige Regenfälle, eine Unwetterwarnung für die Westküstenregion, in der ich mittlerweile angekommen bin.

So werde ich hier morgen also aufbrechen und mich doch wieder in den Osten begeben. Allerdings werden meine Pläne unvermittelt völlig torpediert, als ich feststelle, dass mein Camper, der fest an einer Steckdose hängt, damit ich meine Akkus aufladen kann, keinerlei Strom mehr in der Küche hat. Glücklicherweise springt der Wagen noch an, so dass es also eine Problematik der Elektrik des Innenausbaus sein muß, aber ich kriege weder Wasser im Wasserkocher heiß, noch Handy, Tablet oder Fotoakkus geladen.

Dazu stelle ich nun fest, dass der Kühlschrank kaum kühlt und der Temperaturregler festsitzt und – wenngleich auf 4 steht – alles bestenfalls lau gekühlt ist. Zunächst hatte mich genervt, dass die rechte Box (also auf der Fahrerseite) im Fahrerbereich nicht funktioniert und wenn man Nachrichten hört, wg. des allg. Gescheppers, das ein Camper so macht, nichts hört, ohne, dass man die Lautstärke total aufdreht. Nun habe ich kein warmes Wasser, keinen Strom, keinen Toaster, keine Auflademöglichkeit. Dazu habe ich festgestellt, dass der Camper keine Klimaanlage hat, was aber ausgeschrieben war. Also werde ich nun 18 Tage mit diesen blöden Kurbelfenstern umgehen müssen und – wenn es heiß wird – hier im Fahrersitz eingehen. Vom Fahrersitz lässt sich die Rückenlehne nicht verstellen, ich sitze praktisch im 90° Winkel und frage mich, wie man hier fahren soll, wenn man 1,80m groß ist.

Ich liege genervt im Bett, der Regen fängt an zu prasseln und ich überlege angestrengt, was ich nun machen soll mit dieser Mist-Kiste. 

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