Neuseeland - Die Nordinsel

4 Wochen im Dezember 2019/Januar 2020 solo mit dem Camper über die Nordinsel. Zum vierten Mal nach Neuseeland - es wird nicht die letzte Reise dorthin gewesen sein.

27.12.19 Cape Palliser & Back Country Roads nach Castlepoint


Was für ein toller Tag (noch einer!). 

Um kurz nach 6 war ich wach und saß schon 20min später hinterm Steuer Richtung Cape Palliser. Dies ist der südlichste Punkt der Nordinsel, ich wollte immer schon mal hier her. Die Fahrt von Ngawi, wo ich auf einem kostenlosen Platz gestanden hatte, führt tw. über eine Schotterpiste, manchmal eher für 1 Auto breit, bis zum Ende der Straße. 

Unterwegs zwischen Ngawi und Cape Palliser

Die Sonne gab ihr Allerallerbestes und so kurz nach Sonnenaufgang ist das Licht einfach ein Traum. Die Berge hier sind sehr karg, dazu dunkle Strände, alles menschenleer. 

Am Cape Palliser

Blick vom Leuchtturm

Cape Palliser Leuchtturm

Der Wind hier oben beim Leuchtturm haut einem fast die Kamera aus der Hand, aber dieser Weitblick, dieser tiefblaue Himmel, die Einsamkeit um diese Uhrzeit - einfach traumhaft. Etwas durchgefroren steige ich die 270 Stufen wieder herunter. Ich hätte eigentlich schöner direkt hier am Fuße der Treppe übernachten können. Der Platz in Ngawi war allein schon wg. der Beschaffenheit der Toiletten nicht das Beste. Hier hätte ich völlig alleine gestanden inkl. einer öffentlichen Toilette, die sicher sauberer gewesen wäre...

Stürmisch heute...

Ich fahre nun also wieder zurück Richtung Ngawi und mache in einer Bucht Halt, wo jede Menge Seals in der Sonne zu sehen sind. Die Seals, die in der Cape Palliser Seal Colony an mehreren Stellen zu sehen sind, aalen sich faul auf den Felsen in der Sonne und auch im Gras. Außer mir ist hier nur eine ältere Dame mit Handy, die auf dieser Stelle versucht, ein Telefonnetz zu bekommen. Sie wohnt hier oberhalb der Bucht und da gibt es kein Netz. Alternativ könnte sie auf den Leuchtturm steigen.... Sie versucht nur ihre Schwester zu erreichen. Das stelle ich mir auf Dauer echt etwas unglücklich vor, wenn man im Winter oder im Regen hier herlaufen muß - um festzustellen, es gibt heute auch hier kein Netz. So ist es auch heute und sie muß unverrichteter Dinge den Trampelpfad zurück gehen, auf dem quer ein gelangweilter sea lion liegt.

Könnte auch Kanada sein ;-)
Cape Palliser seal colony

 Ich komme nochmals durch Ngawi und bin amüsiert über die Reihen von Baggern und Traktoren stehen, die die Boote an Land ziehen, die hier zum Küstenfischen rausfahren. Ulkig, habe ich auch noch nirgendwo auf der Welt gesehen.

Ngawi - Bagger und Raupen dienen den Fischerbooten als Schlepper beim Rausziehen aus der Bucht.
Abenteuerliches Konstrukt :-D
Warten in Ngawi

Ich bin dann heute weiter nach Norden gefahren, durch die back country roads. Es war so herrlich ❤️.

Entlang des Cape Palliser
Nördlich von Ngawi
Quer durchs Land

In dem hübschen Städtchen Martinborough gab's dann um 10.30h einen Kaffee, denn Frühstück war heute ausgefallen. Der Platz an dem ich in Ngawi letzte Nacht gestanden habe, war etwas bäh, daher bin ich da gleich morgens weg gefahren. Wahrscheinlich fassen sich alle schon an die Rübe, das ich dauernd meine Fahrt filme, aber es ist so schön hier (Videos sind nur auf Polarsteps in meinem Blog zu sehen:(https://www.polarsteps.com/VeeBee3/2825533-new-zealand-north-island-dec2019-jan2020

Von anfangs kahlen Bergen am Cape Palliser, komme ich später hinter Martinborough durch die Weinregion. 

Martinborough
Martinborough
Weinregion bei Martinborough
Kirche mit Schafen im Garten
Kirche mit Schafen im Garten

Und wieder etwas weiter, als die Weinreben weniger und die Schafe mehr werden, kommen plötzlich endlose Kiefernwälder in Sicht, bis ich - vom Sturm ziemlich strapaziert - in Castle Point ankomme. Ich habe so herrliche Landschaft gesehen, bin wieder im 600 Kurven gefahren, habe heute die 2000km voll gemacht, seit ich an 18.12. in Auckland los bin. 

Auf den letzten 30km sieht es aus wie in Kanada. Alle Hänge mit Kiefernwald bedeckt. Nun nochmal 5km Kurven und dann bin ich am Pazifik. Ich habe einen Stellplatz direkt oberhalb der endlosen Bucht mit Blick auf den Leuchtturm. 

Castle Point Campground


Castle Point 

Der Ort Castlepoint ist nicht so wirklich auszumachen. Es gibt einen General Store, der aber leider nicht einmal ne Banane verkauft. Also irgendwie gar kein Obst... Aber 3 Eistruhen! 😂 Eis am Stiel hat wohl mehr Nachfrage...Mein Spaziergang zum Dorfkern führt hinter meinem Camper über den Strand, bis ich etwa 300m weiter die Hauptstraße durch den "Ort" erreiche. 

Castle Point
Hinter dem Heck meines Campers
Downtown Castle Point

Ich laufe die kleine Straße an der Bucht weiter und an Ende in eine riesige Sandkiste. 

Hier parken auch Autos während der Ebbe und nur zu dieser Zeit kann man auf der anderen Seite den Aufgang zum Leuchtturm erreichen. Der Weg dort hoch wird zu einer echten Herausforderung, da der Wind mittlerweile in Böen Orkanstärke haben dürfte und ich mich streckenweise mit beiden Händen ans Geländer klammere. 

Castle Point vom Lighthouse gesehen
Muschelreste im Gestein auf etwa 40m über dem Meer

Das Gestein neben dem Weg hat bis nach oben Zillionen von fossilen Muscheln gebunden. Der Blick auf die Bucht und die Küste Richtung Norden ist einfach gigantisch.

Castle Point Lighthouse
Castle Point
Mutige Spaziergänger

Völlig gesandstrahlt bin ich um 17.30h an meinem Camper, der im Sturm wackelt wie ein Lämmerschwanz. Draußen sitzen fällt definitiv flach und ich bin froh, dass ich einen Camper mit Stehhöhe habe, in dem der Koch/Küchenblock innen ist. Es gibt günstigere Camper, die flacher sind, bei denen Kühlbox, mobiler Gasherd und alle Aufbewahrungsfächer im Heck und man kommt dort nur heran, indem man draußen unter der geöffneten Heckklappe steht. Ich sitze gemütlich in meinem Camper, der Wind pfeift gnadenlos, aber ich hab Kaffee und später etwas zu essen auf Armeslänge :-D

Ich habe erst überlegt, ob ich hier noch einen weiteren Tag bleibe, aber es zieht mich weiter nach Norden und heute Nacht soll der Sturm nachlassen. Die Fahrerei mit diesen 2,70 hohen Teil ist ziemlich anstrengend bei solchen Windverhältnissen, zumal die Neuseeländer sehr ungehobelte Fahrer sind und man ewig bedrängt wird. 

Castle Point

 Es gibt jedoch kaum Ausweichbuchten und so hab ich dauernd irgendeinen Honk im Heck hängen - und das bei diesen kurvigen Straßen. Wenn es morgen noch genauso stürmen würde, wäre ich nicht gefahren, da die Strecke ziemlich von Fallwinden aus den umgebenen Hügeln versehen ist. Das war recht gemein. Nun gut - für heute hab ich genug erzählt. Der Sonnenuntergang in 30min scheint auszufallen. Ich hoffe, ich kann heute Nacht in diesem wackeligen Ding schlafen. Sicher besser als die Jungs, die 10m weiter fast eine Stunde vergeblich versucht haben, ihr Zelt 🏕 aufzubauen und dann in ihrer Verzweiflung nur noch einen Autoreifen auf das unaufgebaute Zelt geworfen haben und nun im Auto sitzen und auf dort übernachten müssen 🤣


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