Neuseeland - Die Nordinsel

4 Wochen im Dezember 2019/Januar 2020 solo mit dem Camper über die Nordinsel. Zum vierten Mal nach Neuseeland - es wird nicht die letzte Reise dorthin gewesen sein.

24.12.19 Weihnachten in der Republic of Whangamomona


Ich bin gespannt... Die Lichtmaschine lag heute früh hinter der Werkstatt und scheint zu passen. Colin schickt mich erstmal frühstücken, damit er in Ruhe fluchen kann 😉, denn für den Einbau braucht er etwa 3 Hände. 

Ein Café hatte offen und ich gönne mir ein dickes Croissant und einen flat white. Da dies hier ein Wintersportort ist, ist im Hochsommer fast alles geschlossen. 

Dies wird das erste und letzte Mal auf der Reise sein, das ich nicht im Camper esse.

Um halb 11 kann ich mit einem reparierten Camper in Ohakune los, nachdem ich für Colin eine riesen Packung deutscher Lebkuchen und eine Flasche Wein gekauft und mich damit bedankt habe. 

Er hat sich sichtlich gefreut 😊 . So ganz relaxt bin ich nicht, was den Zustand des Campers angeht, aber er schnurrt unbeirrt durch alle Kurven und Hügel.

Also los nach Whangamomona, einem Ort mit 12 Einwohnern, etwa auf zwei Drittel des Highway 43 gelegen. In Taumarunui, etwa 1 Stunde hinter Ohakune gehe ich noch rasch die letzten Sachen einkaufen, tanke voll und fahre auf den Forgotten World Highway, eine ca 150km lange Strecke durch traumhaftestes Neuseeland. 

Auf geht's nach links

Dies ist der zweite Punkt dieser Reise den ich zum zweiten Mal befahren wollte, alles andere soll etwas Neues sein. Dieser "Highway", der eine gewundene Landstraße durch das King Country ist, hat keine echten Orte, bestenfalls mal 2, 3 Farmen und dann kommen kilometerlange nur Kurven. 

Die Strecke hat einige Stellen, an denen Steine abgerutscht sind, die auf der Straße liegen, zudem sind rund 14km Schotterpiste mit vielen Löchern. Auf den knapp 2 Stunden, die ich hier entlang zuckele, umgeben mich etwas 10-20 Autos. Der Moki Tunnel ist ein unbeleuchteter, einspuriger schmaler Tunnel mit Sandboden. 

Moki Tunnel

Wer hier als Erster einfährt, hat Vorfahrt. Anders wird hier nix geregelt. Man ist fast allein. Heilig Abend mal anders. Um 15.30h erreiche ich Whangamomona

Hier hole ich mir einen Einreisestempel für 2$, der mir in meinen Pass gesetzt wird. Denn Whangamomona ist eine freie Republik mit rund 12 Einwohnern. Wegen der generellen Unzufriedenheit mit einer Gebietsreform, haben die Bewohner hier 1989 eine eigene Republik ausgerufen. Erinnert mich an Užupis in Vilnius. Nur da war mehr los. Allerdings ist vor fast 20 Jahren hier schon mal eine Ziege zum Präsident gewählt worden. 😂 

Zentraler Punkt ist das Whangamomona Hotel, das von einem Ehepaar geführt wird, das schon seinerzeit, als ich vor 5 Jahren hier durch kam, mit Bier und Kippe vor ihrer Kneipe saßen, die zum Hotel gehört. 

Whangamomona Downtown

Nur 400m weiter ist der sehr basale Campingplatz, wo ich Heilig Abend sein werde. Außer mir ist nur noch eine 3köpfige Familie da. Es laufen Hühner und Ponys auf dem Gelände rum. Die Einrichtungen sind echt mager. Aber es kostet nur 15 Dollar und ich werde mich in digital detox üben, denn es gibt hier nicht einmal ein Telefonnetz. Um dieses hier zu schreiben fahre ich 6km auf den Whangamomona Saddle, wo man oben auf dem Scheitelpunkt in 270m Höhe Empfang hat. Ich verziehe mich nun auf meine kleine Farm in Whangamomona, wünsche allen ganz traumhaft schöne Weihnachten und melde mich, wenn ich wieder in der Zivilisation bin! 

Whangamomona Campground
Weihnachtsmenue


#neuseeland#nordinsel#okahune#tauramunui#whangamomona

Kommentare

Angela
Es ist ein Traum, dein Tagebuch zu lesen!!! Musste so lachen..... 12 Einwohner - unglaublich!!

Wiebke
Danke! Besonders herrlich finde ich, dass die da irgendwann mal einen Ziegenbock zum Präsidenten gewählt haben! :-D

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