Navina im Dschungel

"Zögere nie, weit fortzugehen, hinter alle Meere, alle Grenzen, alle Länder, allen Glaubens." Amin Maalouf
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Tag 36: Höhlentempel, Brillenlanguren und tiefstes Schwarz

Phrase Nakhon CaveStrand im NationalparkBrillenlangurWelpenglück

Der Besuch von zwei Höhlen im Khao Sam Roi Yot Nationalpark war ein Erlebnis der Kontraste. Mit dem Motorroller fuhren wir von unserem Bungalow zwölf Kilometer zur Phraya Nakhon Cave. Um zur Höhle zu gelangen, musste man einen genauso anstrengenden wie schönen Weg gehen, der über Geröll hoch über dem Meer an Felswänden entlang führte. Wir ahnten schon, dass sich die Anstrengung lohnen würde. Als wir jedoch in der Höhle ankamen, waren wir überwältigt von der Stimmung und der Schönheit dieses Ortes. Mitten in die riesige Höhle war ein Tempel gebaut, der leicht erhöht auf einem Hügel stand. Das Sonnenlicht, das durch eine Öffnung oben durch die Höhle fiel, ließ den Tempel erstrahlen. Es war ganz still in der Höhle, die Besucher sprachen in gedämpfter Lautstärke und man hörte Wassertropfen auf den Boden fallen.

Auf unserem Rückweg sprangen wir noch schnell ins Meer und machten uns nach ein paar Welpenstreicheleinheiten und einer frischen Kokosnuss auf zur nächsten Höhle, die ganz anders sein sollte. An der Kaeo Cave angekommen, kletterten wir steil bergauf dem Eingang der Höhle entegegen. Mit einer Leiter stiegen wir in die stockfinstere Höhle hinunter, die sich in einem gangartigen System in den Berg hinein ausbreitete. Es gab keine Absicherung an Felsspalten, die sich nach unten auftaten. Deshalb robbten wir manchmal sitzend, manchmal gingen wir gebückt durch schmale Gänge und krochen unter kleinen Felsöffnungen hindurch von Raum zu Raum. Die Schwärze der Höhle, der fehlende Handyempfang, die Stille und die dünner werdende Luft ließen uns irgendwann umkehren. Es war eine tolle Erfahrung, die uns an unsere eigenen Grenzen führte.

Wieder zurück am Tageslicht hangelten sich ein paar lustig gezeichnete Affen, Brillenlanguren genannt, durch die Bäume. Wir setzten uns still hin und warteten, denn genauso neugierig wie wir auf die Affenwaren, waren sie auch auf uns.

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