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Chachapaoyas- Der Zwischenstopp auf dem Weg in den Dschungel

Veröffentlicht: 19.09.2016

Nach achtzehnstündiger Busfahrt erreichen wir Chachapoyas um 6 Uhr morgens. Nachdem der Taxifahrer nicht den Weg zu unserem Hostel wusste, entschlossen wir uns kurzerhand, da wir doch etwas erschöpft waren, zum Hostel zu wandern und lernen so Kevin kennen, einen leicht verrückten, immer besoffenen und witzigen netten Kerl, der im Hostel arbeitete und sich gut um uns während unseres Aufenthaltes kümmerte. Nach der anstrengenden Busfahrt wird der Tag erstmal zum Ankommen genutzt und der ansässige Markt besucht (hmm lecker Früchte, Brötchen und Säfte). Am Abend machen wir uns noch auf den Weg zum Mirradores, einem Aussichtspunkt, von dem man einen grandiosen Ausblick über die gesamte Stadt und das angrenzende Tal hat. Wir befinden uns auf etwa 2000m Höhe. Für den nächsten Tag haben wir eine Tour zu den Gocta Wasserfällen gebucht, da man diese leider nicht mehr aufgrund eines tödlichen Unfalls auf eigene Faust besuchen darf. So geht es schon um 7 Uhr aus den Federn und nach einem ausgiebigen Frühstück (Brot mit Avocado) mit dem Kleinbus über serpentinartigen Pistenstraßen hinauf zum Ausgangs- und Startpunkt. Dort angekommen startet unsere Gruppe mit dem rasanten, fast schon rennenden, slippertragenden Führer zur ersten Plattform des dritt höchsten Wasserfalls der Welt. Es geht durch grüne Nebelwälder und nach ca. zwei Stunden erreichen wir die erste Plattform. Dort angekommen, steht man unterhalb des ersten Teil des Wasserfalls, der von uns auf uns herab zu stürzen scheint (270m gerader Fall). Ein bisschen Geklettere und wir erreichen die Kante der Plattform, von der aus das Wasser weitere 500m nach unten stürzt. Danach geht es im strömendem Regen hinunter zum Auftreffpunkt (oder auch Grund genannt) des zweiten Wasserfalls. Der Weg führt uns steile, rutschige und schmale Serpentinen entlang eines Abgrunds hinunter, stetig umgeben von dichtem, grünen Nebelwald. Nach etwa zwei weiteren Stunden erreichen wir den Auftreffpunkt und uns wird das erste Mal bewusst an welcher Kante wir vorher noch standen und wie hoch der Wasserfall eigentlich ist­­­­­­­­­­. Es ist ein grandioser Anblick, der uns auch für einen kurzen Moment den strömenden Regen vergessen lässt. Unser Guide lässt uns jedoch nicht viel Zeit zum Pause machen und genießen. Nach etwa zehn Minuten geht es schon wieder weiter Richtung Abholpunkt. Nach weiteren zwei Stunden Aufstieg erreichen wir geschafft und vollkommen durchnässt das Dorf in dem wir wieder eingesammelt werden. Eine spannende Tour mit grandiosen Aussichten und erstem Dschungel-Feeling geht zu Ende. Leicht geschafft kommen wir wieder in Chachapoyas an und buchen für den nächsten Tag direkt eine weitere Tour nach Kuelap (alten Vorinkaruinen). Dorthin führt uns eine drei stündige Busfahrt auf schmalen Pistenstraßen, entlang der Abhänge eines schmalen aber steilen Tals bis auf 3000m. Nach etwa 30 Minuten Fußweg erreichen wir Kuelap welches aus der Zeit um 800 n.Chr. stammt. Kuelap stellte sich als eine Burg mit 60000m² Grundfläche und bis zu 20m hohen Mauern heraus. Die Eingänge wurden so trapezförmig konstruiert, dass am Ende des Eingangs nur noch maximal eine Person durchpasste. In der Burg selber finden sich drei Etagen. Die höchste Etage war wahrscheinlich Priestern und der Königsklasse vorbehalten. Die Mittlere der Mittelklasse und die tiefste und größte Etage dem Pöbel. Es finden sich auf allen Etagen unzählige Reste der runden Wohnhäuser, welche eng aneinandergebaut waren. Manche von ihnen wiesen noch Verzierungen auf, die den Göttern(Wassergott und Feuergott) gewidmet waren. Die Kreissymbole standen für den Feuer- und das Symbol der Schlange stellvertretend für den Wassergott. Die Chachapoyas waren ein Kriegervolk welches jedoch auf Verteidigung spezialisiert war. Sie kommunizierten über die Gipfel der Berge und mit der Festung Kuelap hatte sie einen guten Überblick über die umliegenden Täler. Interessant ist, dass sich die Experten über die Zeremonienplätze und die Funktion von Kuelap nicht einig sind. Einige halten es für einen Hauptzeremonienplatz, andere für das Haus des Königs. Eins kann aber ohne Zweifel gesagt werden, die Chachapoyas orientierten sich stark an der Astronomie. Dies spiegelt sich an zahlreichen Tempel- und Zeremonienplätzen wieder. Auch die Inkas, die Kuelap eroberten, nutzten die Festung aufgrund ihrer strategischen Lage. Da die Inkas aber anstelle der Chachapoyas ihre Häuser und Tempel alle quadtratisch und nicht rund gestalteten, wurde kurzerhand der Hauptzeremonienplatz quadratisch ausgerichtet. Mit der Eroberung durch die Spanier endete die Herrschaft der Inka. Kuelap war somit ein extrem interessanter Ort, mit grandiosen Ausblicken und einer weitreichenden historischen Geschichte. Definitiv einen Besuch wert!

Am Abend buchten wir noch den Bus für den nächsten Tag. Es geht Richtung Dschungel nach Yurimaguas von wo aus wir ein Frachtschiff nach Iquitos nehmen wollen. Es warten mindestens drei Tage Hitze, Schwüle und eine Bootsfahrt auf dem Amazonas auf uns. Doch zuvor muss erstmal die elfstündige Busfahrt im Kleinbus auf Notsitzen bewältigt werden. Wooohooo!

Bis dahin

Gruß Marius und Max

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