Tag 11 - ByeBye Tokyo, es war schön mit dir
Nun ist es also so weit – wir sagen Tschüss, Tokyo! Und hoffentlich: bis bald. Die Zeit hier ist wie im Flug vergangen, und ja, wir sind tatsächlich ein wenig traurig, schon...


Veröffentlicht: 15.06.2025























Liebe Reise-Fans,
Während ich das hier schreibe, sitzen wir schon im Flieger nach Seoul/Incheon. Heißt: Heute Morgen lief alles glatt – und ich muss sagen, so eine Übernachtung direkt am Flughafen ist echt was Feines. Kein Stress, kein Hetzen, einfach entspannt aus dem Bett rollen und Richtung Gate schlendern. Unser Flug war für 12:25 Uhr angesetzt und wir hatten uns vorgenommen, zwei Stunden vorher am Flughafen zu sein. Das hat wunderbar funktioniert – wir waren ausgeschlafen, tiefenentspannt und sogar noch hungrig genug fürs letzte Japan-Frühstück. Ramona hat sich für Pommes entschieden (langweilig, aber gut – man muss auch nicht jeden Tag kulinarisch eskalieren). Ich hingegen hab noch mal Gas gegeben und mir endlich ein Okonomiyaki gegönnt – diese herzhafte Spezialität aus Osaka, auch bekannt als „japanische Pizza“. "Okonomi“ heißt so viel wie „nach Belieben“, „Yaki“ bedeutet „gebraten“ – und das fasst das Konzept eigentlich schon gut zusammen. Ein bisschen wie: Was der Kühlschrank hergibt, auf die heiße Platte damit, mit Liebe braten, mit Sauce und Mayo garnieren – fertig ist der Seelenwärmer. Fazit: Okonomiyaki ist a) eine perfekte Resteverwertung, b) von Lokal zu Lokal unterschiedlich und c) einfach verdammt lecker. Ich hätte gleich zwei nehmen sollen.
Und das waren sie nun also – unsere letzten Schritte auf japanischem Boden. Ein letztes „Arigatou gozaimasu“ an dieses beeindruckende, faszinierende, manchmal schräge und immer wieder berührende Land. Japan, du warst ein kulinarisches Fest, deine respektvolle Art hat uns nachhaltig beeindruckt, deine Ruhe inmitten der Menschenmassen hat uns runtergefahren – und deine Kitschigkeit hat uns immer wieder zum Lachen gebracht. Du bist ein Land der Gegensätze: modern und gleichzeitig tief verwurzelt in der Tradition. Alles ist geordnet, sauber, pünktlich. Wir hatten Glück mit dem Wetter (nicht zu heiß, kaum Regen) und mit dem Yen-Kurs – einfach das perfekte Timing. Hier noch ein paar Dinge, die wir im bisherigen Blog noch nicht untergebracht haben – jetzt aber auf keinen Fall unter den Tisch fallen dürfen:
Was uns wirklich beeindruckt hat: Die nonverbale Kommunikation. Begrüßungen und Verabschiedungen laufen oft über Verbeugungen. Man sagt häufiger „Danke“ als „Tschüss“. Betritt man ein Lokal, wird man manchmal von der gesamten Belegschaft begrüßt – egal ob Kellner, Koch oder Manager. Und beim Verlassen? Gleiches Spiel. Kurz: Man fühlt sich willkommen und wertgeschätzt – immer. Das ganze hat sogar einen Namen: Omotenashi – ein japanischer Begriff für eine Art von Gastfreundschaft, die weit über bloßen Service hinausgeht. Und ganz ehrlich? Ich dachte vor der Reise, die Japaner wären introvertiert. Jetzt denke ich: Sie sind einfach nur höflich – und reden eben einfach ungern mit Touristen, wenn’s sprachlich schwierig wird. 😃
Okay, wir haben’s zelebriert. ZU RECHT! Und das lag nicht nur am Geschmack, sondern an der Frische der Zutaten, der Hingabe bei der Zubereitung und der ehrlichen Liebe zum Detail. Selbst an Bahnhöfen, in Kneipen oder im Rotlichtviertel – überall war das Essen top. Sogar die 3D-Modelle im Schaufenster sahen aus wie das echte Essen – und das echte Essen sah aus wie das Modell. Und: Wasser im Restaurant ist kostenlos. Immer. Kein „möchten Sie still oder sprudelnd für 4,50 €?“ – einfach ein Glas Wasser und fertig. Einziger Kritikpunkt: Vegetarisch war’s eher… herausfordernd. Ich hab’s nicht aktiv versucht, aber gefühlt bestand jedes zweite Gericht aus Fleisch, Fleisch mit Fleisch und einem Hauch Fleisch 🤭Schuhe aus
Ob zu Hause, in der Umkleide bei H&M oder sogar in schicken Boutiquen – Schuhe aus! Das hat einen ganz einfachen, kulturell verankerten Hintergrund: In Japan spielt sich vieles am Boden ab. Man sitzt dort, isst dort und schläft in vielen Haushalten sogar auf dem Boden. Da ist es nur logisch, dass Straßenschuhe im Innenbereich nichts verloren haben. Diese Sitte hat sich im Laufe der Zeit auch auf andere Lebensbereiche ausgeweitet – eben auch auf Umkleiden und Geschäfte. PS: In unserem Hotel hatten wir übrigens ganz normale Betten – also keine Futons auf dem Boden. Ein kleiner Komfort, den wir ehrlich gesagt sehr geschätzt haben.
Wir können ddiesenJapan Blog nicht ohne ein Wort über die japanischen Toiletten beenden. Wärmende Sitze, Wasserstrahl-Reinigung, manchmal noch ein Musikknopf zum Überdecken von… sagen wir mal… Geräuschen. Irgendwann kommt so ein Ding auch zu uns nach Hause 😅
In Japan ist es vollkommen okay, allein unterwegs zu sein. Einzelzimmer sind überall buchbar, viele Restaurants haben Automaten zum Bestellen – ohne Smalltalk. Getränkeautomaten an jeder Ecke (keine Übertreibung – alle 100 Meter einer) und Einzelplätze in der Bahn (man kann sogar seinen Sitz umklappen und es zu einem Einzelsitz umfunktionieren).
Trotz dem vielen High-Tech in Japan kann man überall bar zahlen. Viele Restaurants und Geschäfte sind sogar cash only.
Überraschenderweise gab es kaum bis gar keine Mülltonnen in den Städten. Es gab manchmal eine kleine Mülltonne im Konbini oder in den öffentlichen Toiletten, aber ansonsten hat man seinen Müll nach Hause getragen.
Unsere Dauerbrenner: Ungesüßter Eistee (Sencha, Matcha, Jasmin – letzterer unser Favorit) - Ramonas Softdrink-Tipp: Yuzu-Suntory - Kühlpflaster für schmerzende Füße (Gold wert nach 20.000 Schritten täglich)
Apps die wir häufig benutzten: Google Maps, Google Translate, Google Lens (für Speisekarten!), ChatGPT, ein guter Währungsrechner
Und nicht vergessen: Für Tax-Free-Shopping einfach den Reisepass mitnehmen (den muss man in Japan sowieso immer dabei haben).
Weil Haustiere hier Hüte tragen, weil es Cafés mit Katzen, Otter und Ferkel gibt, weil Gullideckel bunt und mit Anime-Motiven sind, weil die Unterböden von Autos bunt leuchten. Aber genau deswegen fanden wir es sehr spannend und eine absolute Reise wert! Ich glaube, man kann Japan gar nicht im Rahmen eines Urlaubs entdecken, man muss schon mehrere Reisen vornehmen und hier mal gelebt haben.
Ich könnte ein Buch über unsere Eindrücke schreiben, aber irgendwann sollte man einen Punkt setzen. Außerdem ist der Flug auch schon vorbei 😄
Und nun ist es soweit - wir sind in Südkorea gelandet. Unser Eindruck: Wow! Ziemlich High-Tech hier. Überall Rießen Bildschirme (ungefähr so groß wie der Würfel Frankfurter Waldstadion), innovative Architektur, Konzepte der Cafés und Restaurants wirken besonders. Auf jeden Fall hat die Einreise reibungslos geklappt. Kurze Passkontrolle, Gepäck geholt, SIM Karten abgeholt, Geld abgehoben, IC Card für die Metro geholt und aufgeladen und schon saßen wir in der Metro Richtung Seoul. Zugegeben, die Fahrt mit über 1 Stunde war nicht kurz und ich musste mich erstmal mit der Navigationsapp Naver Map zurecht finden.
Unser Hotel in Seoul entpuppt sich als echter Glücksgriff: ein zentrales Hochhaus, unser Zimmer liegt im 17. Stock – und der Blick aus dem Fenster ist schlicht phänomenal.
Nach dem Einchecken meldete sich langsam der Hunger – und wir wollten unsere Ankunft in Südkorea so richtig feiern. Direkt um die Ecke entdeckten wir ein typisch koreanisches BBQ-Restaurant. Dort wird man an einen Tisch mit integriertem Grill gesetzt – kaum hatten wir Platz genommen, kamen schon die ersten Beilagen ganz ohne Bestellung auf den Tisch. Wir waren komplett überfordert: Kimchi Jjigae (eine würzige Kimchi-Suppe mit Tofu), eingelegter Weißkohl, natürlich Kimchi, verschiedene Saucen und Wasabi – einfach alles auf einmal. Bestellt haben wir dann noch zweimal Fleisch – ganz modern über ein Tablet am Tisch. Und dazu gab’s Soju zum Trinken. Ich dachte ja erst, das wäre so eine Art Reiswein, aber nein: Soju ist ein milder Schnaps mit etwa 20 Umdrehungen. Spoiler: Ich bin immer noch ein bisschen knülle. Die Getränke wurden in atemberaubender Geschwindigkeit serviert – wirklich, innerhalb von 15 Sekunden standen sie vor uns. Kein Witz! Kurz darauf kam auch schon ein Kellner mit glühender Holzkohle und bereitete unseren Grill vor. Als das Fleisch kam, ging es los: Es wurde mit einer Schere zerschnitten – Messer gibt’s hier keine – was auch Sinn macht, denn gegessen wird mit Stäbchen. Das Fleisch wurde direkt auf dem Tisch gegrillt und zusammen mit den ganzen Beilagen genossen. Und ich weiß nicht, wie ich es sonst sagen soll – vielleicht ist es der Soju, oder ich bin einfach von Südkorea so begeistert – aber dieses Fleisch war eines der besten Stücke, die ich je gegessen habe. So saftig, so unglaublich würzig, einfach unfassbar!
