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Trollfjord - Svolvær - Kabelvåg - 28. August

Die Sonne lässt uns mit einem Lächeln im Gesicht aufwachen. Wir frühstücken, packen in Ruhe alles zusammen und machen uns gegen 11.30 Uhr auf den Weg nach Svolvær. Bei dem guten Wetter wollen wir uns den Trollfjord nicht entgehen lassen. Gleich am Hafen kann man Tickets kaufen, es gibt mehrere Anbieter, wir entscheiden uns für einen alten kleinen Kahn. Zwei Stunden mit dem Zodiac Speedboot lehnen wir ab. Da sitzte wie‘n Affe auf dem Schleifstein in Ganzkörperanzügen und fliegst durch die Landschaft...nee, dann besser die Rentnervariante, da kann man viel gucken und gut fotografieren. In der Nebensaison fahren die meisten Anbieter nur zweimal am Tag. Wir haben diesmal wirklich Glück...mit uns sind ganze sieben andere Passagiere an Board + zwei Mann Besatzung, perfekt!

Schon nach kurzer Zeit eröffnet sich ein traumhaftes Panorama, einfach unbeschreiblich...und das bei dem Wetter...alles richig gemacht! Ich nutze ungestört jedes kleine Fleckchen auf dem Boot, um das gigantische Panorama fotografisch festhalten zu können, keiner steht im Weg, mega...! Der Kapitän und sein Kompagnon sind sehr nett und erklären uns einige Dinge. Nach ungefähr einer guten Stunde machen wir einen Halt um frischen Fisch zu fangen. Die beiden Angeln sind keine 2 min. im Wasser, da hängt der erste Fisch schon am Haken...unglaublich...! Das hier wäre ein super Einsatzort für Jörnis Angel gewesen...nicht dabei...Mist! Nach knappen 10 min. sind fünf Fische im Eimer, die werden später noch benötigt! 

Ich kann mich an der Landschaft gar nicht satt sehen und habe das Bedürfnis, alle paar Sekunden den Auslöder der Kamera betätigen zu müssen, um das Alles festzuhalten. Das wären ‘ne Menge 36er Filme geworden...

Wir erreichen den Trollfjord, welcher ca. 2 km lang und an der tiefsten Stelle nur 80 m breit ist. Sieht schon ganz ordentlich aus, das Ding. Außer unserem Boot ist keiner zu sehen und wir können das Naturspektakel mit freier Sicht genießen. Dann kommen die frisch geangelten Fische zum Einsatz, wir versuchen  nämlich Seeadler anzulocken. Zuerst schmeißt der Skipper Brot aus, um die Möwen anzulocken, die kennen das Spiel. Es werden immer mehr und es erinnert stark an Hitchcocks „Die Vögel“, sowas habe ich noch nie gesehen. Die Möwen sitzen zeitweise auf dem Arm des Skippers und auch die anderen Passagiere versuchen sie mit Brot so nah wie möglich zu locken. Jörni versucht es auch, allerdings bekommt er die Möwe, welche von hinten angeflogen kommt, nicht mit und bekommt mal ordentlich den Flügel um die Birne gepfeffert und zack ist das Brot weg....! Als genug Möwen um das Boot kreisen, denkt sich der Seeadler: Spitze, da gibbet Fisch! Und lässt sich nicht zweimal bitten...da kommt er angerauscht, fliegt mit seiner ausladenen Spannweite über das Boot und greift sich mit seinen fetten Krallen den vom Skipper zuvor ins Wasser geworfenen Fisch, Hammer! Damit sich die Möwen den Fisch nicht schnappen können, wird er etwas mit Luft aufgeblasen, dann können sie ihn nicht herunterschlingen. Pfiffig!

Insgesamt schaffen wir es drei Seeadler anzulocken. Sie sind so freundlich und positionieren sich gut für die Kamera, prima! Der Vierte allerdings zeigt uns im wahrsten Sinne des Wortes einen Vogel und bewegt sich keinen Zentimer von seinem Felsen und warum? Weil er et kann! 

 Wir schippern langsam wieder Richtung Hafen und die Möwen bleiben uns noch eine ganze Weile treu. Im Übrigen machen Möwen blaue Kacke (Losung), wenn sie zu viele Blaubeeren essen...aha...! Die Hundekacktüten nennen wir jetzt auch nur noch Losungsbeutel!!!

Die Sonne steht tief am Horizont, als wir wieder im Hafen einlaufen! Jörn und ich sind total geflasht, das war wirklich mega cool. Wir laufen wie in Trance zum Auto, fahren noch ein bisschen einkaufen und lassen uns in Kabelvåg auf einem netten Plätzchen nieder. Wir laufen mit dem Hund noch ins Hinterland, suchen uns an einem kleinen See ein schönes Plätzchen, trinken ein Wasser......quatsch, natürlich ein Bierchen und beobachten wie sich die umgebenden Berge im glasklaren Wasser spiegeln. Jörni sagt immer, dat is so schön, dat kann‘se nich malen, Recht hat er!

Am Abend gibt es ‘ne anständige Fischbulette und dann geht es ab inne Pofe.

Der nächste Morgen ist grau und es regnet leider mal wieder. Wir überlegen was wir tun, weiterfahren oder noch einen Tag hier bleiben und das schnelle Internet nutzen. Wir bleiben...haben ja Zeit. Jörn liest ein wenig...ja, richtig gehört, auch der Jörni liest ab und an mal ein Buch. Momentan die Biografie von Keith Richards, ist wohl sehr gut, bleibt aber wahrscheinlich auch das einzige Buch auf der Reise...das hat nämlich ungefähr 700 Seiten! Ich sortiere Fotos und fange an, den Blog weiter mit Geschichten zu füllen. 

Mittags...weiter Regen...wir gönnen uns zumindest ‘ne Capri Sonne im Bus! Gegen Nachmittag wird das Wetter besser und wir machen einen Spaziergang nach Kabelvåg, süßes Örtchen. Das Lofotenmuseum stand eigentlich auf dem Plan, hatte aber nur bis 15 Uhr auf...wir und die nordischen Museen, das ist auch was!

Nun sitzen wir vor dem Bus, ich schreibe die letzten Zeilen für diesen Beitrag und dann ab online damit.

Vielleicht trink ich dem „Boris“ auch noch seine letzte Sonne wech! 

Kommentare

Rolf
Wunderschöne Fotos. Nachdem ich ein neues Bild von Euch gesehen habe, sage ich, Hilti ist die „ Nr. 1 unter den Rasenmähern“ besser kann es keiner. Freue mich auf die nächsten Berichte und Fotos. Küsschen Papa👍🏼🤛♥️😘

Sergej
Hey ihr zwei Lieben, Wir lesen jeden Blog von Euch mit großer Begeisterung und freuen uns schon auf die nächsten tollen Erzählungen und vor allem den super schönen Fotos von Jilli ! Ich hoffe ihr seid nicht zu sehr irritiert von dem Account Namen ;-) Eine tolle Zeit Euch beiden und vielleicht bis Oktober in Lissabon ;-* Liebe Grüße von Kerstin & Sasa

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