miriamandjakob
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Mit dem Zug ging es am frühen Morgen auf einer landschaftlich beeindruckenden Strecke von Mostar nach Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina. Schon am Bahnhof haben wir gemerkt, dass die Atmosphäre anders ist, man fühlt sich ein wenig in die DDR-Zeit zurückversetzt: Alte ausgemusterte Züge, verrauchte Räume, beige Wandanstriche. Sarajevo ist jedoch trendy und multikulturell. In der Stadt wohnen Katholiken, orthodoxe Christen, Muslime, Juden etc. Tür an Tür und die Stadt wird von vielen ostasiatischen Touristen besucht. Überall gibt es Tempel, Moscheen und Kirchen. Die Stadt ist außerdem geprägt vom Krieg, der von 1992-1996 dauert und Sarajevo wurde lange belagert und hart umkämpft, die meisten Gebäude wurden jedoch wieder aufgebaut, doch an den Häusern sieht man Einschusslöcher von Granaten und Maschinengewehren, welche teilweise sporadisch mit Brettern vernagelt werden. Die Menschen auf der Straße sind sehr freundlich und hilfsbereit. Wir hatten das Glück für drei Tage bei Refika und Ahmet unterzukommen, welche Bekannte von Jakobs Oma sind und deren Tochter Aida mit ihrer Familie in Furtwangen lebt. Die Tage bei ihnen waren ein bisschen wie Couchsurfing, nur dass wir sehr verwöhnt wurden. Wir durften viele einheimische Spezialitäten probieren, welche Refika alle selbst gemacht hat. Wir bekamen leckeren Kuchen, bosnischen Kaffee, Palatschinken, selbstgemachtes Ayvar/Pindjur, Saft, Suppe (und noch einiges mehr, dessen Namen wir uns nicht merken konnten) und das beste Frühstück, das wir seit langem gegessen haben. Mit dem Auto machten wir zu viert einen Ausflug auf einen der umliegenden Berge, von wo man eine wunderschöne Aussicht auf Sarajevo und Umgebung hatte und die alte Bobbahn der olympischen Spiele 84’ besichtigen konnte. In der Stadt haben wir zusammen den besten Cevapcici gegessen. Es war super nett von den Beiden uns aufzunehmen und obwohl wir am Anfang Fremde für sie waren, haben sie uns wie Freunde behandelt. Abends haben wir bosnische Lieder angehört und Geschichten ausgetauscht. Hoffentlich werden wir Refika und Ahmet in Furtwangen wiedersehen, wenn sie ihre Tochter besuchen kommen.

Zuerst ein für uns unbekannter Umriss auf der Landkarte und eine relative zufällige Reise, sind wir umso mehr beeindruckt von der Landschaft, den Städten und Menschen in Bosnien-Herzegowina.

Miriam fühlt sich mittlerweile nicht mehr nur im Urlaub, sondern richtig auf der Reise angekommen. Jakob ist fleißig am kroatisch lernen, denn die Sprache wird nicht nur in Kroatien gesprochen, sondern auch in Bosnien-Herzegowina, Slowenien, Serbien... Jetzt freuen wir uns Miriams Mutter Heidi wiederzusehen und mit ihr einige sonnige Tage in Dubrovnik am Meer zu verbringen.

#sarajevo#multikulti#gastfreundschaft#essen
Kommentare

Julia
Tolle Fotos! Cool, dass ihr auch so viel über die kultur kennenlernt :)