Noch ein Tempeltourtag in Luang Prabang
Auch den zweiten Tag in Luang Prabang habe vornehmlich mit Besuchen von Tempeln sowie dem Königspalast und Nationalmuseum verbracht, wobei ich mich von der Gemächlichkeit meiner...


Veröffentlicht: 20.03.2025



































An den letzten beiden Tagen in Luang Prabang wollte ich die Umgebung etwas auf eigene Faust mit einem fahrbaren Untersatz erkunden. Heute standen dabei die Pak Ou Caves auf dem Tagesplan.
Aber zunächst ging es nach dem späten Frühstück noch einmal über den Morgenmarkt. Dort werden frische Lebensmittel – von Obst und Gemüse über Fleisch bis hin zu Seafood - und allerlei Leckereien zum Sofortverzehr, mannigfaltige Kleidung und natürlich auch alles, was das Touriherz an nützlichen und unnützen Dingen an Souvenirs begehrt, angeboten. Spannend fand ich dabei insbesondere die unterschiedlichen kleinen Metallgegenstände, die aus amerikanischen Bomben zu unterschiedlichsten Schmuckstücken und kleinen Figuren umgearbeitet wurden. Der Vietnamkrieg hat auch Laos erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Am Laobeershirt kam ich nicht vorbei, ansonsten beschweren auch weiterhin keine Souvenirs mein Gepäck … Direkt neben dem Morningmarket lag dann doch ein Tempelkomplex, der „Wat Phonxay Xayxana SongKham“, an dem ich nicht vorbeikam. (Langsam begeistere ich mich sogar für die Zungenbrechernamen, die ich aber nie ohne Nachschlagen hier niederschreiben kann.) …
Aber dann - es war schon fast gegen Mittag - schlenderte ich durch die Straßen auf der Suche nach einem Rollerverleih. Lang braucht man nicht zu suchen. Und ich fand auch einen Roller, wo ich annahm, dass der mich sicher durch die Gegend bringen wird. Ich wurde auch schnell handelseinig mit dem Vermieter und die Frage, ob ich einen Helm wöllte, bejahte ich lieber, obwohl die Einheimischen fast alle helmlos unterwegs sind. Und ab ging die wilde Fahrt; zunächst auf der Suche nach einer Tankstelle, denn die Tankanzeige blinkte schon gefährlich. Als das erledigt war, steuerte ich die Pak Ou Caves an. Die Fahrt sollte ca. eine Stunde dauern. Die Navigation ist nicht so einfach, wenn man nicht die ganze Zeit das Handy in der Hand halten will. Der Lenker meines schwarzen Blitzes sollte aber schon ordentlich festgehalten werden, denn die Straßenverhältnisse waren eher bescheiden. Also man muss schon immer nach Schlaglöchern Ausschau halten und auch der Untergrund ist häufig sehr rucklig, staubig und öfter eine Schotterpiste; gebaut wird auch gelegentlich mal, was die Fahrbahn dort noch schwieriger macht. Hinter jeder Kurve, und davon gab es sehr viele und auch zahlreiche Serpentinen, konnte irgendwas Unerwartetes sein. Aber die Landschaft ist wunderschön und ich kam auch durch viele kleinere ländliche Orte. Gesäumt war der Weg immer mal durch allerlei Tiere, egal ob Hunde, Ziegen, Hühnerfamilien, Gänse oder Rinderherden und deshalb war eine gewisse Bremsbereitschaft immer hergestellt. Die Temperatur war zu den Vortagen doch schon sehr frisch auf dem heißen Ofen im Fahrtwind.
Irgendwann kam ich im Ort der „Pak Ou Caves“ an. Nun musste ich noch auf die andere Flussseite gelangen. Ich parkte also mein Gefährt ab und fand auch recht fix ein Langboot, was mich übersetzte. Ich war der einzige Fahrgast und auch mein Fährmeister wartete dann geduldig vor Ort als ich mir die beeindruckenden „Pak Ou Caves“ ansah. Es gibt zwei Bereiche der Höhlen. Einen etwas kleineren mit sehr vielen Buddhafiguren im unteren Bereich gleich neben der Fährankunft und einen größeren, wo man zunächst wieder einige Stufen überwinden muss, dafür aber auch einen genialen Ausblick über den Mekong hat. In den zwei Kalksteinhöhlen befinden sich Schätzungen zufolge ca. bis zu 6000 Buddha-Statuen verschiedenster Größen und Materialien wie Holz oder Bronze, die dort über Jahrhunderte von Pilgern aufgestellt wurden. Buddha ist dabei mit verschiedensten Handgesten dargestellt. Die meisten im Land glauben, dass ihre Vorfahren im 8. Jahrhundert zum ersten Mal die Höhlen betreten haben. Damals war der Buddhismus noch nicht weit verbreitet, daher wurden die Pak Ou Caves zunächst als Schrein für die Flussgeister genutzt. Nachdem die Königsfamilie im 16. Jahrhundert den Buddhismus als nationale Religion eingeführt hatte, begannen Gläubige Wallfahrten zu den Höhlen. Viele ließen dort Buddha-Statuen zurück. Der Höhlentempel in seiner heutigen Form ist das Resultat jahrhundertelanger Pilgerreisen.
Nachdem ich alles abgeschritten hatte, brachte mich mein geduldig wartenden Fährmeister wieder mit dem Langboot zurück zu meinem Motorroller. Mit dem Roller tingelte ich dann zurück nach Luang Prabang an tollen Landschaften vorbei und dort angekommen noch etwas durch die Stadt und erledigte noch einige Einkäufe mit meinem rollenden Gefährt. Der Straßenverkehr und die Beobachtungen an sich sind schon interessant. Fünf Leute auf einem Motorrad sind schon keine berichtenswerte Seltenheit für mich mehr, aber eine Familie mit fahrendem Vater, der Mutter, die ihr Kleinstes während der ruckelnden Fahrt stillt, und zwei weitere Kinder auf dem kleinen Moped hatte ich dann doch noch nicht gesehen… Abendlich parkte ich dann mein Gefährt an meiner Unterkunft ab und zog wieder zur Nahrungsversorgung zu Fuß an den Mekong los und zu späterer Stunde von dort aus zum Nightmarket, wo es noch einen fast Mitternachtssnack gab … dann gings aber in die Koje, denn früh sollte es ja in die andere Richtung zu den den Kuang Si Wasserfällen gehen …
